Lie­be Mög­lich­kei­ten,

Heidenheimer Neue Presse - - Heidenheim -

es ist schön, wenn man Euch hat. Wer im­mer jam­mert, dass es zu vie­le von Euch gibt, der jam­mert auf sehr ho­hem Ni­veau. Wer sich nicht ent­schei­den kann, weil so vie­le Ge­rich­te auf der Spei­se­kar­te ste­hen, der hat ein Lu­xus­pro­blem. Wer nicht weiß, wel­chen Be­ruf er er­grei­fen soll, weil ihm so vie­le Mög­lich­kei­ten of­fen­ste­hen, dem geht es im­mer noch bes­ser als Ju­gend­li­chen, die kei­ne Lehr­stel­le be­kom­men, weil ih­nen die Qua­li­fi­ka­tio­nen da­für feh­len.

Und wer in Deutsch­land über die De­mo­kra­tie jam­mert, der hat lei­der nicht be­grif­fen, dass es vi­el­leicht nicht die per­fek­te Staats­form ist, aber im­mer noch die bes­te, die wir ken­nen. In ei­ner Wo­che ist Bun­des­tags­wahl und vie­le fin­den das of­fen­bar un­in­ter­es­sant. 1972 war auch Bun­des­tags­wahl, da­mals ga­ben 91,1 Pro­zent der Wahl­be­rech­tig­ten ih­re Stim­me ab. Bei der letz­ten Wahl 2013 wa­ren es 71,5 Pro­zent.

Be­quem­lich­keit und Über­heb­lich­keit sei­en zwei der Grün­de, war­um Men­schen auf ihr Wahl­recht ver­zich­ten, meint Jo­han­nes Er­ler. Der ge­bür­ti­ge Ham­bur­ger ist ei­ner der füh­ren­den Köp­fe un­ter den deut­schen Gestal­tern, war bis vor ei­ni­gen Jah­ren Art-di­rec­tor beim Ma­ga­zin „Stern“und lei­tet heu­te ei­ne re­nom­mier­te Agen­tur. Und er woll­te – zu­sam­men mit an­de­ren Men­schen aus der Ham­bur­ger Me­dien­sze­ne – et­was tun, um ge­gen die ge­rin­ge Wahl­be­tei­li­gung an­zu­ge­hen. Da­bei her­aus­ge­kom­men ist ei­ne Kam­pa­gne, an der sich die Hei­den­hei­mer Zei­tung ab heu­te auch be­tei­ligt: „Mit mir 90 %“ist der Slo­gan, der je­den von uns vom So­fa rei­ßen soll.

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