Lie­be Fan­ta­sie,

Heidenheimer Neue Presse - - Heidenheim -

in der heu­ti­gen Zeit kommst Du manch­mal viel zu kurz! Al­le sind im Stress. Da­bei kannst Du un­glaub­lich un­ter­halt­sam sein! Man be­nö­tigt nur ei­ne win­zi­ge Klei­nig­keit – zum Bei­spiel die Lis­te des Sont­hei­mer Fund­amts.

Ein beim „Schloss­zau­ber“lie­gen­ge­blie­be­ner Alu­mi­ni­um­wä­sche­korb, ein sil­ber­far­be­nes Fahr­rad, ein Geld­schein, ein klei­ner Geld­beu­tel mit In­halt, ein Vwau­to­schlüs­sel, ei­ne Bril­le mit grü­nem Rah­men. Was um al­les in der Welt mag dort wohl ge­sche­hen sein?

Be­müht man Dich, lie­be Fan­ta­sie, könn­te die Ant­wort auf die­se Fra­ge zum Bei­spiel so lau­ten: Ei­ner der rund 5500 Sont­hei­mer Bür­ger war vom „Schloss­zau­ber“der­art ver­zau­bert, dass er sein sil­ber­far­be­nes Fahr­rad am En­de der Ver­an­stal­tung aus Ver­se­hen an Schloss Brenz ver­ges­sen hat und sich statt­des­sen zu Fuß auf den Heim­weg ge­macht hat. Nach ei­ni­gen Mi­nu­ten be­merkt er sei­nen Feh­ler und be­kommt au­ßer­dem bei­na­he ei­nen Schock: Der klei­ne Geld­beu­tel fehlt – mit In­halt. Was folgt, ist ei­ne lan­ge Su­che! Der Geld­beu­tel muss wäh­rend der Ver­an­stal­tung auf Schloss Brenz aus der Ta­sche ge­fal­len sein. Al­so geht’s zu­rück. Auf dem Weg dort­hin fin­det der Sont­hei­mer Bür­ger ei­ne Bril­le mit grü­nem Rah­men und nimmt sie mit. Man weiß ja nie, wann man mal so rich­tig ge­nau hin­se­hen muss . . . Am Schloss an­ge­kom­men, geht die Su­che weiter: Das Fahr­rad steht nicht mehr am Ab­stell­ort – und statt des klei­nen Geld­beu­tels mit In­halt fin­det der Un­glücks­ra­be nur ei­nen Vw-au­to­schlüs­sel. Er liegt in ei­ner Ecke des In­nen­hofs, ne­ben ei­nem Alu­mi­ni­um-wä­sche­korb. Bei­des packt der Un­be­kann­te ein – soll ja schließ­lich nichts weg­kom­men. Dann sucht er in al­len Ecken des Schlos­ses weiter, sieht am Bo­den et­was lie­gen. Der Geld­beu­tel? Nein, lei­der nur ein ein­zel­ner Geld­schein. Wie­der kein Er­folg. In­zwi­schen ist es spät, kein Mensch ist mehr auf den Bei­nen. Der Un­be­kann­te schnappt al­so sei­ne Fund­sa­chen, geht nach Hau­se, trägt sie am nächs­ten Mor­gen aufs Fund­amt. Auf die Idee, dass dort be­reits ein an­de­rer Un­be­kann­ter sein sil­ber­far­be­nes Fahr­rad und sei­nen klei­nen Geld­beu­tel mit In­halt ab­ge­ge­ben ha­ben könn­te, kommt er nicht.

Na, lie­be Fan­ta­sie, wie ge­fällt Dir die­se Ge­schich­te? Ver­mut­lich wer­den wir das nie er­fah­ren. Denn Du liest das ja nicht. Lau­ra Strahl

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