Neu­er Är­ger für Ox­fam

Gua­te­ma­la Chef­auf­se­her we­gen Vor­wurfs der Kor­rup­ti­on ver­haf­tet.

Heidenheimer Zeitung - - FRONT PAGE - Dpa

Gua­te­ma­la-stadt. Juan Al­ber­to Fu­en­tes Knight, der Auf­sichts­rats­chef der Hilfs­or­ga­ni­sa­ti­on Ox­fam, ist in sei­nem Hei­mat­land Gua­te­ma­la im Zu­ge von Kor­rup­ti­ons­er­mitt­lun­gen fest­ge­nom­men wor­den. Er soll als Fi­nanz­mi­nis­ter in Un­ter­schla­gun­gen ver­wi­ckelt ge­we­sen sein. Mit ihm wur­den Ex-prä­si­dent Al­va­ro Co­lom und neun Ex-mi­nis­ter fest­ge­nom­men. Mit der Tä­tig­keit bei Ox­fam hat die Fest­nah­me nichts zu tun. Ox­fam wird von ei­nem Skan­dal um Sex­or­gi­en mit Pro­sti­tu­ier­ten er­schüt­tert.

Brüs­sel. Im säch­si­schen Baut­zen war die Fahrt für die Us-pan­zer erst­mal zu En­de. Ei­ne Po­li­zei­strei­fe stopp­te den Trup­pen­trans­port vor we­ni­gen Wo­chen an der Au­to­bahn­rast­stät­te der A 4, weil ei­ne Trans­port­ge­neh­mi­gung fehl­te und die Fracht auf den Sat­tel­schlep­pern an­geb­lich zu breit war. Erst nach Ta­gen durf­ten die Pan­zer­hau­bit­zen der Us-ar­mee in die Ober­pfalz ver­legt wer­den – dort war die Ge­fechts­übung schon in vol­lem Gang.

Die Pan­ne ist für Na­to-mi­li­tärs nicht un­ge­wöhn­lich: Ta­ge­lan­ge Kon­trol­len, bü­ro­kra­ti­sche Hür­den, zeit­rau­ben­de Zoll­do­ku­men­ta­tio­nen an je­der Lan­des­gren­ze in­ner­halb Eu­ro­pas gel­ten schon län­ger als Brems­schuh für ei­ne glaub­wür­di­ge Ab­schre­ckung. Sor- gen be­rei­ten den Mi­li­tärs aber auch die Män­gel an den Trans­port­we­gen: Brü­cken und Schie­nen­we­ge sind vor al­lem in Ost­eu­ro­pa mit­un­ter nicht für schwe­res Mi­li­tär­ge­rät aus­ge­legt, es fehlt an spe­zi­el­len Ei­sen­bahn-wag­gons. Schlech­te In­fra­struk­tur, zu we­nig Übung beim Trup­pen­trans­port: Was in Frie­dens­zei­ten är­ger­lich ist, könn­te im Ernst­fall ge­fähr­lich wer­den.

Jetzt will die Na­to Kon­se­quen­zen zie­hen und mit mas­si­vem Auf­wand da­für sor­gen, dass im Kri­sen­fall die Ver­le­gung auch von gro­ßen Trup­pen­ver­bän­den an die Na­to-ost­gren­ze funk­tio­niert. Die Ver­tei­di­gungs­mi­nis­ter des Bünd­nis­ses be­rie­ten da­zu bei ih­rem Tref­fen am Mitt­woch in Brüs­sel über den Auf­bau von zwei neu­en Kom­man­do zen­tren: Ein Ein­satz un­ter­stüt­zungs kom­man­do in Eu­ro­pa mit Sitz in Deutsch­land soll auf dem Kon­ti­nent schnel­le­re Trup­pen-und Ma­te­ri­al trans­por­te er­mög­li­chen und für de­ren Si- cher­heit sor­gen. Das Kom­man­do mit meh­re­ren hun­dert Sol­da­ten wird von Deutsch­land als Rah­men na­ti­on auf­ge­baut, gab Ver­tei­di­gungs­mi­nis­ter in Ur­su­la von der Ley­en (CDU) in Brüs­sel be­kannt. In Mi­li­tär­krei­sen heißt es, als Stand­or­te im Ge­spräch sei­en Köln/bonn mit sei­nem Streit­kräf­teamt und Ulm, wo schon ein mul­ti­na­tio­na­les Kom­man­do für Kri­sen­ein­sät­ze zu­hau­se ist.

Ein zwei­tes Kom­man­do­zen­trum in den USA soll den See­weg von Ame­ri­ka nach Eu­ro­pa bes­ser si­chern–für Trup­pen trans­por­te eben so­wie für die Komm uni­kat ions ver­bin­dung. Die Na­to- spit- ze ist be­sorgt, weil Russ­land mas- siv in sei­ne U- boot-flot­te in­ves­tiert hat und zu­neh­mend im Nord­at­lan­tik prä­sent ist, auf­fal­lend oft in der Nähe wich­ti­ger Da­ten­ka­bel.

Mit den neu­en Vor­ha­ben sen­det die Na­to ein wei­te­res Abs chr eckungs si­gnal an Russ­land. Prä­si­dent Wla­di­mir Pu­tin hat zu­letzt bei ei­nem Groß­ma­nö­ver in Weiß­russ­land de­mons­triert, wie blitz­schnell er Trup­pen ver­le­gen kann – jetzt will auch die Na­to schnel­ler wer­den, um ge­gen mög­li­che Über­ra­schungs­an­grif­fe et­wa auf das Bal­ti­kum ge­wapp­net zu sein. Russ­land in­des warnt be­reits vor ei­ner neu­en Auf­rüs­tung der Na­to.

Fo­to: afp/john Thys

Start für zwei neue Kom­man­do­zen­tra­len: Na­to-ge­ne­ral­se­kre­tär Jens Stol­ten­berg in Brüs­sel.

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