Fach­kräf­te­man­gel kos­tet knapp ein Pro­zent Wachs­tum

Laut Iw-in­sti­tut hängt der Er­halt des Wohl­stands in Deutsch­land eng mit der Zu­wan­de­rung zu­sam­men. Da­bei spie­len Nicht-eu-staa­ten ei­ne im­mer wich­ti­ge­re Rol­le.

Heidenheimer Zeitung - - VORDERSEITE - Afp/dpa/kna

Der Fach­kräf­te­man­gel in Deutsch­land hemmt nach Ein­schät­zung von Wirt­schafts­ex­per­ten zu­neh­mend das Wachs­tum. Könn­ten deut­sche Fir­men die­sen Man­gel de­cken, „wür­de die Wirt­schafts­leis­tung in Deutsch­land um bis zu 0,9 Pro­zent oder rund 30 Mil­li­ar­den Eu­ro hö­her aus­fal­len“, heißt es in ei­ner Stu­die des Köl­ner In­sti­tuts der deut­schen Wirt­schaft (IW). Dem­nach fehl­ten im ver­gan­ge­nen Jahr rund 440 000 Fach­kräf­te, ei­ne Zahl, die seit Jah­ren ste­tig an­steigt.

Eng­päs­se bei Fach­kräf­ten sei­en ein wich­ti­ger Grund für nied­ri­ge Un­ter­neh­mens­in­ves­ti­tio­nen und über­las­te­te Ka­pa­zi­tä­ten, er­klär­ten die Iw-for­scher wei­ter. Sie zo­gen für ih­re Si­mu­la­ti­on un­ter an­de­rem Son­der­aus­wer­tun­gen der Bun­des­agen­tur für Ar­beit (BA) her­an. Selbst wenn Un­ter­neh­men al­le „pas­send qua­li­fi­zier­ten“Ar­beits­lo­sen ein­stel­len wür­den, blie­ben of­fe­ne Stel­len, „die nicht ad­äquat be­setzt wer­den kön­nen“.

Das IW hat­te be­reits in ei­ner frü­he­ren Ana­ly­se dar­auf hin­ge­wie­sen, dass die deut­sche Wirt­schaft für den Er­halt von Wachs­tum und Wohl­stand zu­neh­mend auf Fach­kräf­te aus dem Aus­land an­ge­wie­sen ist. In den ver­gan­ge­nen Jah­ren ha­be ein Be­schäf­ti­gungs­auf­bau statt­ge­fun­den, der oh­ne Zu­wan­de­rung kaum mög­lich ge­we­sen wä­re.

Die Zu­nah­me der Aus­län­der­be­schäf­ti­gung in den ver­gan­ge­nen fünf Jah­ren war mit 889 000 we­sent­lich durch Eu-zu­wan­de­rer ge­tra­gen. Nur 386 000 ka­men aus Dritt­staa­ten. Auf län­ge­re Sicht aber sei Deutsch­land auf Zu­wan­de­rer aus die­sen Län­dern an­ge­wie­sen, da auch die an­de­ren Eu-län­der vom de­mo­gra­fi­schen Wan­del be­trof­fen sei­en und Ar­beits­kräf­te bräuch­ten.

Iw-experte Wido Geis plä­diert des­halb für ein­fa­che­re Re­geln für die Er­werbs­mi­gra­ti­on. Zu­dem for­der­te er mehr Be­mü­hun­gen, um jun­ge Men­schen aus dem Aus­land für Aus­bil­dung oder Stu­di­um und da­mit für ei­nen spä­te­ren Ver­bleib zu ge­win­nen. Deutsch­land ha­be beim Buh­len um Fach­kräf­te auf­grund der Spra­che Nach­tei­le ge­gen­über an­gel­säch­si­schen Län­dern.

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