Im Ge­wirr der In­tri­gen und Ex­tra-zu­la­gen

Die Ver­wal­tungs­hoch­schu­le Lud­wigs­burg be­schäf­tigt die Ge­rich­te: DIE frü­he­re Rek­to­rin klagt ge­gen ih­ren Raus­wurf, und ein Pro­fes­sor will Be­am­ter blei­ben.

Heidenheimer Zeitung - - SÜDWESTUMSCHAU - Von Jens Schmitz

Die zehn­te Kam­mer des Ver­wal­tungs­ge­richts Stutt­gart ver­han­del­te ges­tern über ei­ne Kla­ge der Lud­wigs­bur­ger Ex-rek­to­rin Clau­dia Stöck­le ge­gen das Wis­sen­schafts­mi­nis­te­ri­um. Sie wen­det sich ge­gen ih­ren Raus­wurf 2015 nach jah­re­lan­gen Kon­flik­ten. Die ver­dank­ten sich aus Sicht der Klä­ge­rin nicht ei­ge­nen Feh­lern, son­dern ih­rem Wil­len, Miss­stän­de ab­zu­stel­len, so­wie In­tri­gen bis­he­ri­ger Nutz­nie­ßer. Ei­ne Ent­schei­dung der Kam­mer könn­te es heu­te ge­ben.

Ei­ner der här­tes­ten da­ma­li­gen Geg­ner der Ex-rek­to­rin soll der­weil aus dem Be­am­ten­ver­hält­nis ent­fernt wer­den. Das geht aus ei­ner zwei­ten Kla­ge her­vor, mit der sich der Pro­fes­sor wehrt. Ihm wird Prü­fungs­be­trug vor­ge­wor­fen. Laut „Stutt­gar­ter Zei­tung“soll mit ei­ner Stu­den­tin Prü­fungs­auf­ga­ben und -lö­sun­gen ab­fo­to­gra­fiert ha­ben. Auch das Son­der­pa­pier für die Prü­fung soll die Stu­den­tin vor­ab er­hal­ten ha­ben. Spä­ter fie­len ih­re Ant­wor­ten auf. Die Staats­an­walt­schaft hat im Sep­tem­ber 2017 ein Ver­fah­ren ge­gen den Pro­fes­sor ein­ge­lei­tet; in­zwi­schen soll er ge­stan­den ha­ben.

Der Ju­rist gilt als ei­ne trei­ben­de Kraft hin­ter Stöck­les Raus­wurf. Nach ih­rem Amts­an­tritt 2012 trug er un­frei­wil­lig da­zu bei, sie auf mut­maß­lich rechts­wid­ri­ge Zu­la­gen auf­merk­sam zu ma­chen: Er soll die glei­chen Bo­ni wie sei­ne Kol­le­gen ge­for­dert ha­ben. Da­mit be­gann Stöck­les Au­f­ar­bei­tung der „Zu­la­gen­af­fä­re Lud- wigs­burg“, de­ret­we­gen heu­te meh­re­re Aka­de­mi­ker an­ge­klagt sind.

Der Pro­fes­sor ge­hör­te spä­ter zu den Un­ter­zeich­nern ei­ner Re­so­lu­ti­on ge­gen die Rek­to­rin und klag­te zwei­mal er­folg­los ge­gen sie. Als ein Ab­wahl­ver­fah­ren schei­ter­te, soll er die Stim­mung un­ter Gleich­ge­sinn­ten mit ei­nem Zitat wie­der­ge­ge­ben ha­ben: „Die Schlacht ist ver­lo­ren, aber der Krieg noch nicht.“

Schlech­ter Füh­rungs­stil?

Am 26. Fe­bru­ar 2015 in­for­mier­te das Mi­nis­te­ri­um Stöck­le über die vor­zei­ti­ge Be­en­di­gung ih­rer Amts­zeit und ver­wies auf die „tief­grei­fen­de, ir­re­pa­ra­ble Zer­rüt­tung“zwi­schen der Rek­to­rin und ih­ren Geg­nern.

Stöck­les Kri­ti­ker wer­fen ihr vor, das Kli­ma an der Hoch­schu­le durch schlech­ten Füh­rungs­stil ver­dor­ben zu ha­ben. Ihr An­walt be­harr­te in der Ver­hand­lung dar­auf, dass da­für bis heu­te kein kon­kre­tes Bei­spiel ge­nannt wor­den sei.

Fo­to: Se­bas­ti­an Goll­now/ dpa

Ex-rek­to­rin Clau­dia Stöck­le mit ih­rem An­walt Ar­no Sten­gel.

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