Markt ge­ord­net

Heilbronner Stimme Stadtausgabe - Heilbronner Stimme Ausgabe Kocher-, Jagst-, Brettachtal - - MEINUNGEN - Von Det­lef Dre­wes

Wi­der den Miss­brauch: EU legt ein­heit­li­che Re­ge­lun­gen für den Ver­kauf von Bio­pro­duk­ten fest. Der Satz, dass über­all dort, wo „Bio“drauf­steht, auch „Bio“drin sein muss, ist ba­nal. Aber nicht ba­nal ge­nug, um die Rea­li­tät ziem­lich ge­nau wi­der­zu­spie­geln. Ein wach­sen­der Markt, auf dem die Nach­fra­ge hö­her als das An­ge­bot war, wur­de zum Spiel­ball für je­ne, die mit dem Gü­te­sie­gel Schind­lu­der trie­ben. Längst war dar­aus ein ech­ter Wett­be­werb ge­wor­den, den nicht ge­win­nen konn­te, wer sich an al­le Auf­la­gen hielt. Nun hat sich die EU auf ei­ne Re­form ver­stän­digt, die im­mer­hin die gröbs­ten Schnit­zer be­sei­tigt. Da ist zu­nächst das Prin­zip der Verant- wortung, das nicht mehr nur dem Land­wirt zu­ge­scho­ben wird. Denn Ve­r­un­rei­ni­gen mit Pflan­zen­schutz­mit­teln oder Dün­ger­res­ten von kon­ven­tio­nel­le her­ge­stell­ten Wa­ren kön­nen auch beim Trans­port oder bei der Ver­ar­bei­tung ent­ste­hen. Die Kon­trol­len wer­den ver­schärft, Sank­tio­nen wie die Aber­ken­nung des Sie­gels dro­hen – die Uni­on hat den Markt ge­ord­net.

Der war al­ler­dings auch nö­tig, um das Ver­trau­en der Kun­den zu­rück­zu­ge­win­nen. Denn es kann nicht sein, dass Ver­brau­cher, die viel Geld für ge­sun­de Le­bens­mit­tel zah­len, am En­de mit Schum­mel-Pro­duk­ten nach Hau­se ge­hen, de­ren ein­zi­ger Sinn dar­in be­stand, ei­ne über­bor­den­de Nach­fra­ge we­nigs­tens an­satz­wei­se zu stil­len.

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