Sol­da­ten-An­zei­ge setzt von der Ley­en un­ter Druck

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Im Streit um ei­nen an­geb­li­chen Put­schauf­ruf ge­gen Bun­des­ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­rin Ur­su­la von der Ley­en hat ein Of­fi­zier der Bun­des­wehr bei der Staats­an­walt­schaft Bonn an­ge­zeigt. Seit Mitt­woch lie­ge ei­ne An­zei­ge vor, sag­te ei­ne Spre­che­rin ges­tern der Deut­schen Pres­se-Agen­tur. Der Sol­dat wer­fe sei­nen Di­enst­vor­ge­setz­ten dar­in „po­li­tisch mo­ti­vier­te Ver­fol­gung von Un­schul­di­gen“vor. Zur­zeit wer­de ge­prüft, ob ein Er­mitt­lungs­ver­fah­ren er­öff­net wer­de. „Spie­gel Online“hat­te zu­erst dar­über be­rich­tet.

Der Sol­dat der Bun­des­wehr in Eus­kir­chen soll Mit­te Mai bei ei­nem Lehr­gang im Hin­blick auf die Af­fä­re um den rechts­ex­tre­men ter­ror­ver­däch­ti­gen Sol­da­ten Fran­co A. und ei­nen wei­te­ren Ver­däch­ti­gen gesagt ha­ben: „Ich ha­be es so satt, dass 200 000 Sol­da­ten un­ter Ge­ne­ral­ver­dacht ge­stellt wer­den, we­gen zwei Ver­rück­ten. Die Mi­nis­te­rin ist bei mir un­ten durch, das muss man an­spre­chen oder put­schen.“Der Mi­li- tär­ge­heim­dienst MAD hat­te Er­mitt­lun­gen an­ge­kün­digt.

Zur An­zei­ge des Sol­da­ten woll­te das Mi­nis­te­ri­um sich nicht äu­ßern. Die Mi­nis­te­rin selbst ha­be den Sol­da­ten ent­ge­gen an­ders­lau­ten­der Be­rich­te aber nie an­ge­zeigt. Dis­zi­pli­nar­vor­ge­setz­te müss­ten bei Ver­dacht ei­nes Di­enst­ver­ge­hens stets Er­mitt­lun­gen auf­neh­men – und beim Ver­dacht ei­ner Straf­tat an die Staats­an­walt­schaft ab­ge­ben, sag­te ein Spre­cher des Mi­nis­te­ri­ums. Das sei in die­sem Fall ge­sche­hen.

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