Mu­si­ker mit Lei­den­schaft, Vi­ta­li­tät und ho­hem An­spruch

Ober­bür­ger­meis­ter Har­ry Mer­gel über­reicht die Gol­de­ne Mün­ze an den lang­jäh­ri­gen HSO-Di­ri­gen­ten Pe­ter Brasch­kat

Heilbronner Stimme Stadtausgabe - Heilbronner Stimme Ausgabe Kocher-, Jagst-, Brettachtal - - KULTUR REGIONAL · KULTUR - Von un­se­rem Re­dak­ti­ons­mit­glied Chris­ti­ne Fa­get

Er­war­tungs­froh sit­zen nicht nur Stadt­rä­te und die Mu­si­kPro­mi­nenz Heil­bronns auf den Stüh­len. Auch E-Bass und Vio­li­nen ha­ben auf Stüh­len Platz ge­fun­den und sich un­ter die Sit­zen­den ge­mischt – als wüss­ten sie um den fest­li­chen An­lass im Gro­ßen Rats­saal. Ei­ne Mün­ze auf dem Tisch strahlt mit Pe­ter Brasch­kats Au­gen um die Wet­te.

Der Pro­fes­sor für Di­ri­gie­ren und Neue Mu­sik hat die Mu­si­ke­rin­nen und Mu­si­ker des Heil­bron­ner Sin­fo­nie Orches­ters als Di­ri­gent und Künst­le­ri­scher Lei­ter 40 Jah­re lang ge­führt und sie an­ge­spornt, mit ih­ren In­stru­men­ten Her­zen zu be­rüh­ren. Da­für über­reicht ihm Ober­bür- ger­meis­ter Har­ry Mer­gel ges­tern die Gol­de­ne Mün­ze der Stadt Heilbronn. Zum 153. Mal wird da­mit ei­ne Per­sön­lich­keit ge­ehrt, die sich be­son­ders in der Stadt en­ga­giert.

„Man spürt bis heu­te Ih­re Lei­den­schaft, Ih­re Vi­ta­li­tät und Ih­ren ho­hen An­spruch“, so Mer­gel in sei­ner Lau­da­tio. Ne­ben Käth­chen­stadt und Neckar­stadt sei Heilbronn mit sei­nen vie­len Chö­ren, Orches­tern und Mu­sik­schu­len auch ei­ne Mu­sik­stadt – und Brasch­kat ha­be sie ent­schei­dend mit­ge­prägt.

Im Mai hat der 74-Jäh­ri­ge den Di­ri­gen­ten­stab an Alois Seidl­mei­er über­reicht, den er selbst als Nach­fol­ger vor­ge­schla­gen hat. In sei­ner lan­gen Zeit als Di­ri­gent woll­te Brasch­kat ei­nen Klang for­men, in dem je­de Mu­si­ke­rin und je­der Mu­si- ker Be­geis­te­rung und Fle­xi­bi­li­tät ein­bringt. „Das ist mir auch ge­lun­gen“, sagt der ge­bür­ti­ge Ham­bur­ger selbst­be­wusst. Um­so mehr ist das Orches­ter zu sei­ner Fa­mi­lie ge­wor­den, be­tont Brasch­kat.

Fei­er­li­che Tö­ne Die­se lässt ihn auch bei sei­ner Eh­rung nicht im Stich. Denn nicht nur Wor­te zei­gen an die­sem Tag, was Brasch­kat ge­leis­tet hat, son­dern vor al­lem Mu­sik. „Mu­sik ist Emo­ti­on“, ist Brasch­kats Leit­mo­tiv. Die­se Über­zeu­gung hat er dem Orches­ter er­folg­reich ver­mit­telt. Das wird den rund 80 Gäs­ten schnell klar, als die Mu­si­ker ih­re In­stru­men­te von den Stüh­len neh­men und zu den ers­ten fei­er­li­chen Tö­nen an­set­zen: Die Vio­li­nen zit­tern sanft und die Oboe spielt ihr Lied da­zu. Ei- gens für den ehe­ma­li­gen Di­ri­gen­ten hat Hans-Pe­ter Geß­ler Stü­cke im Sti­le von Ron­do Ve­ne­zia­no ar­ran­giert – Am Gar­da­see in Ita­li­en hat Brasch­kat ei­nen Zweit­wohn­sitz.

„Wir müs­sen die­sen Saal wahr­schein­lich öf­ter als Kon­zert­saal be­nut­zen“, ist Ober­bür­ger­meis­ter Mer­gel be­ein­druckt. Brasch­kat freut sich: „Die ha­ben vol­ler Kraft und vol­ler Be­geis­te­rung ge­spielt – von Herz zu Herz.“Wie­der ein­mal hat Mu­sik Men­schen be­wegt, und der lei­den­schaft­li­che Di­ri­gent sein Ziel er­reicht, das Orches­ter „nach mei­nem Gus­to um­zu­for­men“.

Sein nächs­tes Ziel? In Ar­co am Gar­da­see er­öff­net 2020 ein klei­nes Opern­haus, dort wird Brasch­kat „in­ten­dan­ten­mä­ßig“im Kul­tur­be­reich mit­ar­bei­ten.

Har­ry Mer­gel (l.), Pe­ter Brasch­kat, HSOVor­sit­zen­der Ha­rald Frie­se (r.). Fo­to: Mug­ler

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