Mu­ti­ge Frau

Heilbronner Stimme Stadtausgabe - Heilbronner Stimme Ausgabe Kocher-, Jagst-, Brettachtal - - MEINUNGEN -

Zum Ar­ti­kel „Ge­bün­del­ter Hass ge­gen ei­ne li­be­ra­le Frau“, 24.6. Frau Atas, ei­ne Rechts­an­wäl­tin und an­ge­hen­de Ima­min, ist in mei­nen Au­gen ei­ne be­wun­derns­wer­te und mu­ti­ge Frau. Sie hat es ge­wagt, in Ber­lin ei­ne li­be­ra­le Mo­schee na­mens Ibn Rushd-Goe­the zu grün­den, in wel­cher sich so­wohl Frau­en (so­gar oh­ne Kopf­tuch) als auch Män­ner ge­mein­sam zum Ge­bet tref­fen und pre­di­gen dür­fen. Und dies in den Räu­men ei­ner evan­ge­li­schen Kir­che. Aber so­fort mel­den sich die so­ge­nann­te obers­ten Re­li­gi­ons­wäch­ter, so­gar aus Kai­ro, stö­ren sich vor al­lem an der Gleich­stel­lung von Mann und Frau (das war ja klar). In der Tür­kei spricht man von der Ver­let­zung der re­li­giö­sen Ge- füh­le (wes­sen Ge­füh­le wer­den ver­letzt?) und so­gar von Ter­ro­ris­mus, ja selbst von der Un­ter­gra­bung und Zer­stö­rung der Re­li­gi­on. Macht nur wei­ter so mit eu­rer Het­ze. Gibt es nicht be­reits ge­nug Krie­ge, Zer­stö­rung und Elend im Na­men Got­tes auf die­ser Welt? Wenn schon Re­li­gi­on, dann lasst doch die Gläu­bi­gen frei ent­schei­den, wie, wo und mit wem sie ge­mein­sam zu Gott spre­chen möch­ten. Der Weg von Frau Atas führt je­den­falls in die rich­ti­ge Rich­tung. Chris­ti­na Fard, Oed­heim

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