Streit ums Geld für Kli­ni­ken

Ver­bän­de kri­ti­sie­ren Lan­des­re­gie­rung – Mi­nis­ter Lu­cha weist Vor­wür­fe zu­rück

Heilbronner Stimme Stadtausgabe - Heilbronner Stimme Ausgabe Kocher-, Jagst-, Brettachtal - - BADEN-WÜR TTEMBERG -

Reicht das Geld, das Bund und Län­der den Kran­ken­häu­sern für In­ves­ti­tio­nen und In­fra­struk­tur zur Ver­fü­gung stel­len? Dar­über strei­ten Kran­ken­haus­trä­ger und Kom­mu­nal­ver­tre­ter seit Jah­ren mit der Po­li­tik. Kurz nach der Bun­des­tags­wahl ha­ben die Ba­den-Wür ttem­ber­gi­sche Kran­ken­haus­ge­sell­schaft (BWKG) und der Lan­des­kreis­tag den Ton noch­mals ver­schär ft.

Di­gi­ta­li­sie­rung Sie kri­ti­sie­ren die Lan­des­re­gie­rung in Stuttgart hef­tig da­für, dass im Haus­halts­ent­wurf von GrünSchwarz für 2018/2019 Kür­zun­gen bei den Kran­ken­haus­in­ves­ti­tio­nen von über 25 Mil­lio­nen Eu­ro vor­ge­se­hen sind. Das „ver­ur­tei­len die Land­krei­se aufs Schärfs­te“, heißt es vom Ver­bands­chef, dem Tü­bin­ger Land­rat Joa­chim Wal­ter. Der Heil­bron­ner Land­rat und BWKG-Chef Det­lef Pie­pen­burg for­dert, dass „zu­min­dest das be­fris­te­te Son­der­pro­gramm für die Di­gi­ta­li­sie­rung um­ge­setzt wird“. Wer den Struk­tur­wan­del wol­le, müs­se auch das nö­ti­ge Geld zur Ver­fü­gung stel­len. „Die Kran­ken­häu­ser ha­ben ei­nen Rechts­an­spruch auf die voll­stän­di­ge Fi­nan­zie­rung ih­rer In­ves­ti­tio­nen durch das Land, fin­det Pie­pen­burg und for­dert 50 Mil­lio­nen mehr Pau­schal­för­de­rung im Dop­pel­haus­halt.

Ge­sund­heits­mi­nis­ter Man­ne Lu­cha (Grü­ne) platz­te an­ge­sichts die- ser Vor­stö­ße der Kra­gen: „Kaum ist der Wahl­kampf vor­bei, geht das re­flex­ar­ti­ge Schrei­en nach mehr Geld wei­ter“, sag­te er un­se­rer Zei­tung. „Ich wei­se die jüngs­ten Vor­wür­fe ei­ner dro­hen­den Un­ter­fi­nan­zie­rung ent­schie­den zu­rück.“Das Land ha­be 2017 Re­kord­sum­men in­ves­tiert, ins­ge­samt sei­en der Kran­ken­haus­land­schaft im Land Mit­tel von über ei­ner hal­ben Mil­li­ar­de Eu­ro zu­gu­te ge­kom­men – der höchs­te Be­trag, der hier je­mals in ei­nem Jahr in die­sen Be­reich in­ves­tiert wor­den sei. Er mahnt, dass struk­tu­rel­le Re­for­men nö­tig sei­en. Ziel des Lan­des ist es, die Zahl der Kran­ken­häu­ser zu re­du­zie­ren und die Ver­sor­gung an gro­ßen Zen­tren zu kon­zen­trie­ren – in der Re­gi­on wer­den die Häu­ser in Möck­mühl, Bra­cken­heim und Kün­zel­sau ge­schlos­sen oder um­struk­tu­riert.

Ei­gen­an­tei­le SLK-Ge­schäfts­füh­rer Tho­mas Jend­ges hat we­nig Ver­ständ­nis für die Kür­zung. Schon die Aus­gangs­ba­sis der Lan­des­för­de­rung sei zu nied­rig ge­we­sen, fin­det er. Des­halb sei­en für In­ves­ti­tio­nen ho­he Zu­schüs­se der Ge­sell­schaf­ter oder be­trächt­li­che Ei­gen­an­tei­le der Kli­ni­ken nö­tig. Jend­ges blickt des­halb auch mit Sor­ge auf den zwei­ten Bau­ab­schnitt des Kli­ni­kums am Ge­sund­brun­nen, wie er sagt: „Ich weiß nicht, wie die Kür­zung um­ge­setzt wird.“vbs/bor

„Kaum ist der Wahl­kampf vor­bei, geht das re­flex­ar­ti­ge Schrei­en nach mehr Geld wei­ter.“ Man­ne Lu­cha

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.