Dop­pelt ver­zockt

Heilbronner Stimme Stadtausgabe - Heilbronner Stimme Ausgabe Kocher-, Jagst-, Brettachtal - - VORDERSEITE - Von Peter Rein­hardt Grün-Schwarz fin­det zum Fahr­ver­bots-Ur­teil in Stuttgart kei­nen Kon­sens.

Er­staun­lich gut ist die grün-schwar­ze Ko­ali­ti­on in Stuttgart durch die hei­ße Pha­se des Bun­des­tags­wahl­kampfs ge­kom­men. Selbst die ei­ge­nen Vor­leu­te hat­ten at­mo­sphä­ri­sche Stö­run­gen in der recht gu­ten Zu­sam­men­ar­beit durch Pro­fi­lie­rungs­ver­su­che be­fürch­tet. Doch bis zur Wahl blieb es fried­lich. Mit wei­ser Vor­aus­sicht hat­te man die Ent­schei­dung über den Um­gang mit dem Fahr­ver­bots-Ur­teil des Stutt­gar­ter Ver­wal­tungs­ge­richts auf die Zeit nach dem Ur­nen­gang ver­tagt. Fünf Ta­ge spä­ter ent­zün­det sich der Streit an der Fra­ge, ob das Ur­teil und da­mit die Fahr ver­bo­te für äl­te­re Die­sel in der Stutt­gar­ter In­nen­stadt an­ge­foch­ten wer­den.

Nun ha­ben sich Grü­ne und Schwar­ze dop­pelt ver­zockt. Der Zeit­plan hat da­zu ge­führt, dass die un­ver­ein­ba­ren Po­si­tio­nen der Ko­ali­ti­ons­part­ner erst rich­tig ze­men­tiert wur­den. Statt Ent­span­nung hat man das Ge­gen­teil er­reicht. Vor Be­ginn der Son­die­run­gen für ei­ne Ja­mai­kaKo­ali­ti­on im Bund ste­hen Kret­sch­mann und CDU-Vi­ze Strobl un­ter Pro­fi­lie­rungs­druck. Denn bei­de wol­len dor t ei­ne öf fent­lich­keits­wirk­sa­me Rol­le spie­len.

Beim Um­gang mit dem Ur­teil geht es kei­nes­wegs nur um ei­ne For­ma­lie. Bei den Grü­nen will ein gro­ßer Teil bis hin zu Ver­kehrs­mi­nis­ter Win­fried Her­mann die Fahr ver­bo­te in Kauf neh­men, die Kret­sch­mann ver­hin­dern will. Der in­ter­ne Streit ist ein Po­li­ti­kum. Die CDU möch­te die­se Fahr­ver­bo­te so lan­ge wie mög­lich ver­hin­dern und plä­diert des­halb für den Gang durch al­le In­stan­zen. Die Ge­men­ge­la­ge mag schwie­rig sein. Aber das Schei­tern am Kom­pro­miss ist ei­ne Bla­ma­ge.

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