Of fe­ne Stel­len bei Ter­ror-Pa­ke­ten

GrünSchwarz be­fasst sich mit Maß­nah­men der Vor­gän­ger­re­gie­rung – Noch nicht al­le Stel­len be­setzt – Strobl und Wolf zu­frie­den

Heilbronner Stimme Stadtausgabe - Heilbronner Stimme Ausgabe Neckar-Zaber-Rundschau - - VORDERSEITE - Von un­se­rem Kor­re­spon­den­ten Micha­el Schwarz

Grün-Schwarz konn­te bei der Po­li­zei und beim Ver­fas­sungs­schutz noch nicht al­le Stel­len be­set­zen, die in den ers­ten bei­den An­ti-Ter­ror-Pa­ke­ten 2015 im Land ge­schaf­fen wur­den. Dies geht aus ei­ner Ka­bi­netts­vor­la­ge her­vor, die der Heil­bron­ner Stim­me vor­liegt. Der Mi­nis­ter­rat wird sich in sei­ner Sit­zung am Di­ens­tag mit dem The­ma be­fas­sen. Sechs Stel­len bei der Po­li­zei sind noch of­fen, acht Stel­len beim Lan­des­amt für Ver­fas­sungs­schutz. Ins­ge­samt wur­den da­mals 124 neue Pos­ten bei der Po­li­zei und 45 beim Lan­des­ver­fas­sungs­schutz be­wil­ligt. Im ver­gan­ge­nen Jahr hat Grün-Schwarz ein drit­tes Maß­nah­men­pa­ket ge­schnür t.

Das grün-schwar­ze Ka­bi­nett be­schäf­tigt sich in sei­ner Sit­zung am Di­ens­tag mit dem Kampf ge­gen den is­la­mis­ti­schen Ter­ro­ris­mus. Im Kern geht es dar­um, wie die bei­den An­ti-Ter­ror-Pa­ke­te mit ei­nem Fi­nanz­vo­lu­men von über 50 Mil­lio­nen Eu­ro um­ge­setzt wor­den sind, die 2015 un­ter der al­ten grün-ro­ten Lan­des­re­gie­rung und dem da­ma­li­gen In­nen­mi­nis­ter Rein­hold Gall (SPD) ver­ab­schie­det wur­den. Das In­nen- und Jus­tiz­mi­nis­te­ri­um wur­de mit der Eva­lua­ti­on der bei­den Pa­ke­te be­auf­tragt. Das in der Ka­bi­netts­vor­la­ge zu­sam­men­ge­fass­te Er­geb­nis liegt der Heil­bron­ner

Stim­me vor. Dar­aus geht her­vor, dass nicht al­le ge­plan­ten Neu­stel­len bei Po­li­zei und Ver­fas­sungs­schutz be­setzt wer­den konn­ten.

Ins­ge­samt wur­den in den bei­den Pa­ke­ten al­lei­ne bei der Po­li­zei 124 neue Stel­len ge­schaf­fen. Die­se sei­en na­he­zu al­le ver­ge­ben, er­klärt Ba­den-Würt­tem­bergs In­nen­mi­nis­ter Tho­mas Strobl (CDU) in der Vor­la­ge. „Von den Neu­stel­len sind bis auf sechs Stel­len al­le be­setzt.“In vier Fäl­len da­von sei die Per­so­nal­aus­wahl be­reits ab­ge­schlos­sen und die Ein­stel­lung ste­he be­vor, in zwei Fäl­len sei das Be­wer­bungs­ver­fah­ren noch nicht ab­ge­schlos­sen. Die Stel­len sei­en den Be­rei­chen Staats­schutz, IT-Be­weis­si­che­rung und Cy­ber­kri­mi­na­li­tät, Er­mitt­lungs­un­ter­stüt­zung, Fahn­dungs- und Ein­satz­un­ter­stüt­zung, kri­mi­nal­tech­ni­sches In­sti­tut, Fort­bil­dung, Be­trieb tech­ni­scher Ein­rich­tun­gen und Prä­ven­ti­on zu­ge­ord­net. „Die neu ge­schaf­fe­nen Per­so­nal­stel­len ge­währ­leis­ten be­zo­gen auf die Be­kämp­fung der is­la­mis­tisch mo­ti­vier­ten Kri­mi­na­li­tät/Ter­ro­ris­mus ei­ne ef­fek­ti­ve po­li­zei­li­che Auf­ga­ben­er­fül­lung“, er­klärt Strobl.

Stel­len Auch das Lan­des­amt für Ver­fas­sungs­schutz wur­de mit den bei­den An­ti-Ter­ror-Pa­ke­ten von 2015 mit ins­ge­samt 45 neu­en Stel­len ge­stärkt. „Von den 45 Neu­stel­len konn­ten 37 Stel­len in­zwi­schen be­setzt wer­den“, so Strobl. In sechs Fäl­len sei die Per­so­nal­aus­wahl be­reits ab­ge­schlos­sen, in zwei Fäl­len noch nicht. Mit den neu­en Stel­len sei un­ter an­de­rem die In­ter­net­be­ob­ach­tung und -aus­wer­tung so­wie die tech­ni­sche Aus­stat­tung in der Be­hör­de ver­bes­sert wor­den. In der ba­den-würt­tem­ber­gi­schen Jus­tiz sind mit dem „Son­der­pro­gramm Be­kämp­fung is­la­mis­ti­scher Ter­ro­ris­mus“und der „Er­gän­zung des Son­der­pro­gramms zur Be­kämp­fung is­la­mis­ti­scher Ter­ro­ris­mus“– so der Ti­tel der bei­den Pa­ke­te – eben­falls 26 neue Stel­len ge­schaf­fen wor­den. Un­ter an­de­rem wur­den dem Ober­lan­des­ge­richt Stutt­gart zur Be­ar­bei­tung ter­ro­ris­ti­scher Fäl­le drei neue Stel­len zu­ge­teilt. „Da gera­de der Ge­ne­ral­bun­des­an­walt An­kla­gen in Staats­schutz­ver­fah­ren ver­stärkt beim Ober­lan­des­ge­richt Stutt­gart er­hebt, war dort die Ein­rich­tung ei­nes drit­ten Staats­schutz­se­nats drin­gend er­for­der­lich“, schreibt Jus­tiz­mi­nis­ter Gui­do Wolf (CDU) in der Ka­bi­netts­vor­la­ge.

Zu­dem wur­den die Land­ge­rich­te Stutt­gart und Karlsruhe per­so­nell ver­stärkt, um Ver­fah­ren mit ter­ro­ris­ti­schem Hin­ter­grund schnel­ler be­ar­bei­ten zu kön­nen. Auch die Staats­an­walt­schaf­ten Karlsruhe und Stutt­gart er­hiel­ten je­weils ei­nen Ober­staats­an­walt so­wie vier Staats­an­wäl­te zu­sätz­lich. Durch die Zu­wei­sung die­ser neu­en Stel­len „konn­te die im Hin­blick auf die an­hal­ten­de Ge­fähr­dungs­si­tua­ti­on durch den in­ter­na­tio­na­len, ins­be­son­de­re des is­la­mis­ti­schen Ter­ro­ris­mus er­for­der­li­che Kon­zen­tra­ti­on und Spe­zia­li­sie­rung der staats­an­walt­li­chen Ver­fah­rens­be­ar­bei­tung in die­sem Kri­mi­na­li­täts­be­reich er­reicht wer­den“, sagt Wolf wei­ter.

Ver­fah­ren Ins­ge­samt sind aus Ba­den-Würt­tem­berg laut der Ka­bi­netts­vor­la­ge 50 Per­so­nen in die Kampf­ge­bie­te in Sy­ri­en und in den Irak aus­ge­reist. Et­wa ein Drit­tel da­von be­fin­de sich wie­der in Deutsch­land. Die An­zahl der Er­mitt­lungs- ver­fah­ren im Phä­no­men­be­reich is­la­mis­tisch mo­ti­vier­te Kri­mi­na­li­tät/ Ter­ro­ris­mus stieg dem­nach im Zei­t­raum von 2014 bis 2016 (Stand 31. Ok­to­ber 2016) „von 41 auf vor­läu­fig 61 Er­mitt­lungs­ver­fah­ren an“.

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