Was die Di­gi­ta­li­sie­rung in der Me­di­zin leis­ten kann

Ex­per­ten­run­de bei der Heil­bron­ner Stim­me – Le­ser kön­nen nach An­mel­dung da­bei sein

Heilbronner Stimme Stadtausgabe - Heilbronner Stimme Ausgabe Neckar-Zaber-Rundschau - - SERVICE - Von un­se­rer Re­dak­teu­rin Va­le­rie Blass IN­FO An­mel­dung für Zu­hö­rer Le­ser kön­nen sich bis Di­ens­tag an­mel­den: Te­le­fon 07131 615226, Mail: red­se­kre­ta­ri­at@stim­me.de. Die Zahl der Teil­neh­mer ist be­grenzt.

Für rund 500 Haus­arzt­Pra­xen im Süd­wes­ten wird sich in den kom­men­den Jah­ren wohl kein Nach­fol­ger fin­den las­sen, wenn der Pra­xis­in­ha­ber in Ru­he­stand geht. Das schätzt die Kas­sen­ärzt­li­che Ver­ei­ni­gung (KV) im Land. Die Pro­gno­se er­ge­be sich aus dem Al­ter der Hausärzte heu­te und der An­zahl der jun­gen Ärz­te in Wei­ter­bil­dung, so ein KV-Spre­cher.

Schlie­ßung Mit je­der ver­lo­re­nen Haus­arzt-Pra­xis sei auch ei­ne Apo­the­ke in ih­rer Exis­tenz be­droht, be­klagt die Lan­des­apo­the­ker­kam­mer (LAK). Denn die­se leb­ten zu 80 Pro­zent von ärzt­li­chen Ver­ord­nun­gen. Von ei­nem „Apo­the­kenster­ben“spricht die Bun­des­ver­ei­ni­gung Deut­scher Apo­the­ker ver­bän­de (ABDA). Laut ih­rer Sta­tis­tik ist die Zahl der Apo­the­ken in Deutsch­land seit 2008 per­ma­nent rück­läu­fig – und in­zwi­schen mit 20093 wie­der auf dem Ni­veau von 1994 an­ge­langt. Im Süd­wes­ten ist die Zahl laut LAK im Ver­gleich zu vor zehn Jah­ren um 250 auf 2547 Apo­the­ken ge­sun­ken.

Vor al­lem auf dem Land bricht die me­di­zi­ni­sche Ver­sor­gungs­struk­tur weg. Als Re­zept ge­gen die­se Mi­se­re gilt vie­len ei­ne stär­ke­re Di­gi­ta­li­sie­rung des Ge­sund­heits­be­reichs. Bei­spiel Hüf­fen­hardt im Kraich­gau, wo es nicht ge­lun­gen ist, ei­nen Nach­fol­ger für den Dorf­apo­the­ker zu fin­den: Die nie­der­län­di­sche Ver­sand­apo­the­ke Doc Mor­ris will dort dem­nächst ei­nen „di­gi­ta­len Be­ra­tungs­ser­vice mit Ab­hol­funk­ti­on für Arz­nei­mit­tel“an­bie­ten.

Kran­ken­kas­sen wie die Tech­ni­ker ma­chen ih­ren Ver­si­cher­ten te­le­me­di­zi­ni­sche An­ge­bo­te – et­wa Vi­deo­sprech­stun­den bei Haut­ärz­ten oder ei­ne App ge­gen Tin­ni­tus auf Re­zept. Die Lan­des­ärz­te­kam­mer möch­te in die­sem Jahr mit zwei Mo­dell­pro­jek­ten an den Start ge­hen, bei de­nen Me­di­zi­ner Pa­ti­en­ten per Vi­deo be­ra­ten, oh­ne sie zu­vor persönlich ge­se­hen zu ha­ben. Doch es gibt noch ei­ni­ge Hür­den zu über­win­den. Bis­her ist es zum Bei­spiel nicht zu­läs­sig, dass ein Arzt ei­ne di­gi­ta­le Ver­ord­nung aus­stellt – die dann di­rekt an ei­ne Apo­the­ke wei­ter­ge­lei­tet wer­den könn­te. Ob­wohl das tech­nisch mög­lich wä­re. Da­bei se­hen vie­le Ärz­te kein Pro­blem da­rin, Pa­ti­en­ten auch on­line zu be­ra­ten – wie der Neckar­sul­mer Or­tho­pä­de und Un­fall­chir­urg Bo­ris Brand. In sei­ner Pra­xis ist es schon lan­ge üb­lich, dass Pa­ti­en­ten selbst über ih­ren Heim-PC ei­nen Sprech­stun­den-Ter­min ver­ein­ba­ren. Er wür­de ger­ne noch ei­nen Schritt wei­ter ge­hen und Vi­deo-Be­ra­tun­gen an­bie­ten.

Fach­leu­te Über Chan­cen und Ri­si­ken ei­ner Di­gi­ta­li­sie­rung in der Me­di­zin dis­ku­tie­ren die­se fünf Fach­leu­te am Mitt­woch, 22. Fe­bru­ar, ab 16 Uhr im Haus der Heil­bron­ner Stim­me:

Bo­ris Brand (Or­tho­pä­de und Un­fall­chir­urg, Neckar­sulm), Oli­ver Erens, Spre­cher der Lan­des­ärz­te­kam­mer, und Mar­kus Koff­ner, Lei­ter re­gio­na­les Ver­trags­we­sen der Tech­ni­ker Kran­ken­kas­se. Die Apo­the­ker­sei­te ver­tre­ten Chris­ti­an Fran­ken, Vor­stands­mit­glied der Ver­sand­apo­the­ke Doc Mor­ris, und Gün­ther Han­ke (Heil­bronn), Prä­si­dent der Lan­des­apo­the­ker­kam­mer.

Fo­to: Ar­chiv/dpa

Sprech­stun­de via PC als Mo­dell für die Zu­kunft? Dar­über dis­ku­tie­ren fünf Ex­per­ten am Mitt­woch bei ei­ner Ver­an­stal­tung der Heil­bron­ner Stim­me.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.