Ab­wahl von Rek­to­ren wird leich­ter

Grün-schwar­zes Ka­bi­nett will neu­es Ge­setz ver­ab­schie­den – Hoch­schul­leh­rer wer­den ge­stärkt

Heilbronner Stimme Stadtausgabe - Heilbronner Stimme Ausgabe Neckar-Zaber-Rundschau - - Vorderseite - Von un­se­rem Kor­re­spon­den­ten Micha­el Schwarz

Grün-Schwarz will das ba­den­würt­tem­ber­gi­sche Hoch­schul­ge­setz ver­än­dern. Die Neu­re­ge­lung wird vom Ka­bi­nett vor­aus­sicht­lich in sei­ner Sit­zung am kom­men­den Di­ens­tag ver­ab­schie­det. Laut der Ka­bi­netts­vor­la­ge, die der Heil­bron­ner Stim­me vor­liegt, sol­len jun­ge Dok­to­ran­den mehr Mit­spra­che an den Hoch­schu­len er­hal­ten. Wei­ter kön­nen die Rek­to­ren ein­fa­cher ab­ge­wählt wer­den.

Grund Hintergrund der Neu­re­ge­lung ist ein Ur­teil des Ver­fas­sungs­ge­richts­hof des Lan­des im No­vem­ber 2016. Da­mals wur­den Tei­le des be­ste­hen­den Ge­set­zes als ver­fas­sungs­wid­rig ein­ge­stuft. „Der Ver­fas­sungs­ge­richts­hof hat mit sei­nem Ur­teil dem Ge­setz­ge­ber auf­ge­ge­ben, bis zum 31. März 2018 ei­ne Neu­re­ge­lung bei den Lei­tungs­struk­tu­ren der Hoch­schu­len vor­zu­neh­men. Die­ses Ge­setz be­schränkt sich je­doch nicht hier­auf, son­dern ver­bin­det dies mit wich­ti­gen hoch­schul­po­li­ti­schen An­lie­gen“, er­klärt Ba­den-Würt­tem­bergs Wis­sen­schafts­mi­nis­te­rin The­re­sia Bau­er (Grü­ne) in der Vor­la­ge.

Als we­sent­li­chen In­halt des neu­en Ge­set­zes be­zeich­net Bau­er in der Vor­la­ge „ei­ne Neu­re­ge­lung bei den Gre­mi­en­zu­sam­men­set­zun­gen der Hoch­schu­len“. So ge­hört dem Se­nat, dem höchs­ten Or­gan ei­ner Hoch­schu­le, zwar wei­ter der Rek­tor an, an­de­re Rek­to­rats­mit­glie­der ha­ben im Ge­gen­satz zu frü­her je­doch nur noch ei­ne be­ra­ten­de Funk­ti­on. Die De­ka­ne ge­hö­ren kraft Amt dem Se­nat nicht mehr an, kön­nen aber von der Fa­kul­tät in das Gre­mi­um ge­wählt wer­den. Ähn­lich wird auch der Fa­kul­täts­rat neu jus­tiert.

Ver­fah­ren Ein­fa­cher als bis­her ist vor al­lem die Ab­wahl des Rek­tors und der Rek­to­rats­mit­glie­der, al­so der Kanz­ler und Pro­rek­to­ren. „Das Amt des Rek­to­rats­mit­glieds kann durch die Grup­pe der Hoch­schul­leh­re­rin­nen und Hoch­schul­leh­rer vor­zei­tig be­en­det wer­den“, heißt es in der Ge­set­zes­vor­la­ge, die un­se­rer Zei­tung vor­liegt. Ein ent­spre­chen­des Ab­wahl­be­geh­ren müs­se von 25 Pro­zent der Hoch­schul­leh­rer un­ter­zeich­net wer­den, be­vor über das Aus des Rek­tors ent­schie­den wird. Die­se Re­ge­lung gilt auch für Ein­rich­tun­gen mit we­ni­ger als 100 Hoch­schul­leh­rern. Die Per­son, die ab­ge­wählt wer­den soll, bleibt bei dem Ver­fah­ren au­ßen vor.

Wich­tig ist auch: Kommt es zu ei­nem Ab­wahl­ver­fah­ren, rei­chen künf­tig die Stim­men von 50 Pro­zent der Pro­fes­so­ren, da­mit der Rek­tor sei­nen Job ver­liert. Zu­dem kön­nen die Hoch­schul­leh­rer auch ein­fa­cher als frü­her De­ka­ne, al­so die Lei­ter von Fa­kul­tä­ten, ab­wäh­len. „Hier­zu be­darf es ei­nes An­trags, der von min­des­tens 25 Pro­zent der Mit­glie­der der Grup­pe un­ter­zeich­net wer­den muss“, heißt es in der Vor­la­ge. Ei­ne wei­te­rer zen­tra­ler Punkt des Ge­set­zes ist laut Bau­er die „Stär­kung des wis­sen­schaft­li­chen Nach­wuch­ses“. So sol­len die Dok­to­ran­den ei­nen ei­ge­nen Sta­tus als Hoch­schul­grup­pe be­kom­men. Da­mit kön­nen sie auch ei­nen Ver­tre­ter in den Se­nat ent­sen­den.

„Wir ver­bin­den da­mit wich­ti­ge hoch­schul­po­li­ti­sche An­lie­gen.“The­re­sia Bau­er, Grü­ne

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