„Ich schal­te das Drum­her­um 60 Mi­nu­ten aus“

Heilbronner Stimme Stadtausgabe - Heilbronner Stimme Ausgabe Neckar-Zaber-Rundschau - - Sport Regional - Florian Möck: Möck: Möck: Neckar­sul­mer SU – TSV Blaustein TSV Weinsberg – TSV Vi­ern­heim

Wenn der TSB Hork­heim am Sams­tag­abend (20 Uhr) in der Kurt-Ap­pHal­le beim VfL Pful­lin­gen gas­tiert, ist das für ei­nen Spie­ler ein ganz be­son­de­res Er­eig­nis. TSB-Spiel­ma­cher Florian Möck hat von klein auf beim VfL ge­spielt, zeit­le­bens das Tri­kot mit Fe­der­kis­sen und Hirsch­ge­weih ge­tra­gen. Un­ser Re­dak­teur Ste­phan Sonn­tag hat mit dem 25Jäh­ri­gen ge­spro­chen. Herr Möck, wie sehr ist Ih­re ers­te Aus­wärts­par­tie in Pful­lin­gen be­reits prä­sent? Sehr. Ich bin schon bei mei­ner Fa­mi­lie in Pful­lin­gen. Mei­ne zwei bes­ten Freun­de Chris­ti­an Ja­bot und Marc Bre­ckel spie­len beim VfL. Das ist hier Dau­er­the­ma. Ha­ben die Kum­pels schon Kampf­an­sa­gen ge­macht? Klar. Marc war et­was zu­rück­hal­ten­der und hat nur ge­sagt, dass die zwei Punk­te in Pful­lin­gen blei­ben. Chris­ti­an hat schon an­ge­droht, dass ich noch ei­ne Faust kas­sie­ren wer­de. Da­mit kann ich aber gut um­ge­hen. Und wem drückt die Fa­mi­lie die Dau­men? Mei­ne Mut­ter ist zwie­ge­spal­ten, weil sie auch ak­tiv beim VfL mit­ar­bei­tet. Ihr wä­re wohl ein Un­ent­schie­den am liebs­ten. Mei­ner Oma ist es am wich­tigs­ten, dass es mir gut geht und da­her sol­len wir ge­win­nen. Mein Va­ter drückt auch dem TSB und mir die Dau­men.

Der di­rek­te Draht von Neckar­sulm nach Weinsberg dürf­te an den ers­ten Spiel­ta­gen in der Ba­den-Würt­tem­berg Ober­li­ga glü­hen. Denn die Sport-Uni­on trifft zu Sai­son­be­ginn im­mer auf den Weins­ber­ger Geg­ner der Vor­wo­che. An die­sem Sonn­tag (17 Uhr) emp­fängt das Team von Trai­ner Pe­ter Bau­mann in der Neckar­sul­mer Pich­te­rich­hal­le dem­ent­spre­chend den TSV Blaustein. Zeit­gleich ist der TSV Vi­ern­heim zu Gast in der Wei­ber­treu­hal­le.

„Ich ha­be Ste­fan Fähn­le bis­her noch nicht er­reicht, um mir ein paar Tipps zu ho­len. Aber die Kon­stel­la­ti­on ist grund­sätz­lich na­tür­lich güns­tig für uns“, sagt Bau­mann. Die Aus­gangs­po­si­tio­nen bei­der Teams im Über­blick: Dank des un­er­war­te­ten 30:27-Siegs in Schwä­bisch Gmünd kann der Auf­stei­ger be­freit ins ers­te Sai­son­Heim­spiel ge­hen. „Wir ha­ben na­tür­lich den An­spruch, die zwei Punk­te zu ho­len“, sagt Bau­mann.

Zwar konn­ten in die­ser Wo­che gleich fünf Spie­ler krank­heits­be­dingt nicht al­le Trai­nings­ein­hei­ten ab­sol­vie­ren, am Sonn­tag soll­te aber der kom­plet­te Ka­der zur Ver­fü­gung ste­hen. Ein Fra­ge­zei­chen steht noch hin­ter Ke­vin Matsch­ke. Fe­lix Trumpp wird we­gen sei­ner Schul­ter­ent­zün­dung vor­erst wei­ter nur in der Ab­wehr ein­ge­setzt. Auch der mit acht Tref­fern über­ra­gen­de Spie­ler der Auf­takt­be­geg­nung, Be­ne­dikt Bau­mann, war leicht an­ge­schla­gen, ist aber für Sonn­tag ge­setzt. Die bei­den Ro­ten Kar­ten ge­gen Bau­mann und Jan Schenk ha­ben kei­ne Sper­ren nach sich ge­zo­gen. „Mit JanM­ar­co Behr und Stef­fen Spiß hat Blaustein zwei prä­gen­de Rück­raum­spie­ler in sei­nen Rei­hen, die viel Qua­li­tät rein­brin­gen“, sagt Bau­mann. Behr war mit acht To­ren bes­ter Blaustei­ner Tor­schüt­ze bei der 30:32-Auf­takt­nie­der­la­ge ge­gen Weinsberg.

„Sie ha­ben ei­nen sehr star­ken An­griff, in der Ab­wehr ha­ben sie aber mit zu­neh­men­der Spiel­dau­er nach­ge­las­sen“, sagt Weins­bergs Trai­ner Ste­fan Fähn­le. De­tails wird er dem Neckar­sul­mer Kol­le­gen im ZweiOh­ren-Ge­spräch ver­ra­ten. Ge­gen den Auf­stei­ger sind die Weins­ber­ger in der Fa­vo­ri­ten­rol­le. „Wir wol­len je­des Heim­spiel ge­win­nen. Mir ist egal, wie der Geg­ner heißt“, sagt Fähn­le. Trotz­dem hat der 35-Jäh­ri­ge den gu­ten Draht zu sei­nem frü­he­ren Hork­hei­mer Team­kol­le­gen Fred Gries­bach ge­nutzt, um sich ein paar hei­ße Tipps zu ho­len. Denn im Du­ell der Auf­stei­ger trotz­ten die Süd­hes­sen zum Auf­takt der SV Rems­hal­den ein 27:27-Un­ent­schie­den ab. Zur Pau­se hat­te die Gries­bach-Trup­pe noch mit 16:10 ge­führt.

„An­fangs hat die of­fen­si­ve Rems­hal­de­ner Ab­wehr do­mi­niert. Ab der 20. Mi­nu­te hat Vi­ern­heim bis zum En­de mit dem sieb­ten Feld­spie­ler agiert und so das Spiel bei­na­he noch ge­dreht“, be­rich­tet Fähn­le. Nicht ein Tref­fer ins lee­re Tor sei den Rems­hal­de­nern ge­lun­gen. „Vi­ern­heim spielt das sehr gut, mit zwei ro­bus­ten Kreis­läu­fern und wech­selt den Tor­hü­ter im­mer wie­der recht­zei­tig ein“, hat Fähn­le er­kannt.

Falls die Gäs­te es wa­gen soll­ten, auch in der Wei­ber­treu­hal­le die­se tak­ti­sche Va­ri­an­te aus­zu­pa­cken, hat sich Fähn­le ei­ne Ge­gen­maß­nah­me aus­ge­dacht. In ers­ter Li­nie hat der Coach aber ein Au­ge auf der ei­ge­nen De­fen­si­ve. „In der Ab­wehr müs­sen wir uns stei­gern. Da wa­ren wir zu Be­ginn der Vor­be­rei­tung teil­wei­se si­che­rer als in der zwei­ten Halb­zeit ge­gen Blaustein.“In den ers­ten 25 Mi­nu­ten hat­ten die Weins­ber­ger le­dig­lich acht Ge­gen­tref­fer hin­neh­men müs­sen. „Das ist das Le­vel, was wir über 60 Mi­nu­ten hal­ten müs­sen“, for­dert Fähn­le.

Bis auf den Lang­zeit­ver­letz­ten Den­nis Gei­ger hat er den kom­plet­ten Ka­der zur Ver­fü­gung. Fe­lix Rei­chert plagt sich noch mit ei­ner Leis­ten­zer­rung, wird aber wohl zu­min­dest auf der Bank sit­zen. „Wir wer­den de­fen­siv ein biss­chen was pro­bie­ren. Wir sind aber sehr, sehr gut auf den Geg­ner vor­be­rei­tet“, ist Fähn­le über­zeugt.

Ro­land Kroll und der TSV Weinsberg sind im Heim­spiel ge­gen Auf­stei­ger TSV Vi­ern­heim der kla­re Fa­vo­rit.

Florian Möck

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