Thea­ter­preis Faust für El­frie­de Je­linek

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Die ös­ter­rei­chi­sche Schrift­stel­le­rin und No­bel­preis­trä­ge­rin El­frie­de Je­linek be­kommt den Deut­schen Thea­ter­preis Der Faust 2017 für ihr Le­bens­werk. Die 70-Jäh­ri­ge sei ei­ne un­über­hör­ba­re Stim­me im öf­fent­li­chen Ge­sche­hen, seit Be­ginn ih­res Schaf­fens gel­te sie als Pro­vo­ka­teu­rin, teil­te der Deut­sche Büh­nen­ver­ein in Leip­zig mit. Die Ju­ry wür­di­ge ein Le­bens­werk, das schon jetzt un­aus­lösch­li­che Spu­ren in Li­te­ra­tur, Thea­ter und Film hin­ter­las­sen ha­be.

Die Au­to­rin soll die Aus­zeich­nung am 3. No­vem­ber bei ei­ner Ga­la im Schau­spiel Leip­zig er­hal­ten. Der Faust ist der be­deu­tends­te Thea­ter­preis in Deutsch­land. Ne­ben dem Preis für das Le­bens­werk wer­den Aus­zeich­nun­gen in acht Ka­te­go­ri­en ver­ge­ben. Ins­ge­samt gibt es 24 Vor­schlä­ge. No­mi­niert sind un­ter an­de­ren Kor­nel Mun­druc­zó in der Ka­te­go­rie Re­gie Schau­spiel („Láts­z­a­t­é­let/Imi­ta­ti­on of Life“, Thea­ter Ober­hau­sen) und Ka­rin Neu­häu­ser als Darstel­le­rin Schau­spiel („Wut/ Ra­ge“, Tha­lia Thea­ter Ham­burg). In der Ka­te­go­rie Re­gie Mu­sik­thea­ter ge­hört Paul-Ge­org Dittrich („La dam­na­ti­on de Faust“, Thea­ter Bremen) zu den No­mi­nier­ten.

Die­se un­do­tier­te Aus­zeich­nung wird seit dem Jahr 2006 ver­lie­hen. Mit dem Preis wer­den Künst­le­rin­nen und Künst­ler ge­ehrt, die sich durch ih­re weg­wei­sen­de Leis­tung für das deut­sche Thea­ter her­vor­ge­tan ha­ben. Im ver­gan­ge­nen Jahr wur­de der Re­gis­seur, Schrift­stel­ler und Fil­me­ma­cher Hans Neu­en­fels mit dem Faust für sein Le­bens­werk aus­ge­zeich­net. Der künst­le­ri­sche Lei­ter der Do­cu­men­ta, Adam Szymc­zyk, hat sein Kon­zept ver­tei­digt. „Wir er­ken­nen die Ver­ant­wor­tung an, die mit der Or­ga­ni­sa­ti­on ei­ner Aus­stel­lung, die teil­wei­se mit öf­fent­li­chen Gel­dern fi­nan­ziert wird, ver­bun­den ist“, schrie­ben Szymc­zyk und das Ku­ra­to­ren­team in ei­ner mehr­sei­ti­gen Er­klä­rung. Das Bud­get sei seit 2012 nicht we­sent­lich er­höht wor­den, „trotz der Tat­sa­che, dass die­ses neue Pro­jekt not­wen­di­ger­wei­se grö­ße­re und of­fen­sicht­li­che Fol­gen für die fi­nan­zi­el­le Sei­te ha­ben wür­de“. Szymc­zyk hat­te die Aus­stel­lung auf 163 Tage ver­län­gert und ne­ben Kas­sel in Athen statt­fin­den las­sen. Sei­ne Plä­ne ha­be er „deut­lich kom­mu­ni­ziert“, die­ses Kon­zept „mit den ihm in­ne­woh­nen­den und vor­her­seh­ba­ren Her­aus­for­de­run­gen“ha­be die Fin­dungs­kom­mis­si­on über­zeugt. Nun se­he er, „dass die­se Zu­stim­mung sehr viel mehr an Be­din­gun­gen ge­knüpft und be­grenzt war, als man uns glau­ben ließ“.

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