In­fek­tio­nen mit Han­ta­vi­rus ge­stie­gen

Heilbronner Stimme Stadtausgabe - Heilbronner Stimme Ausgabe Neckarsulm und Neckartal - - BADEN-WÜRTTEMBERG -

ge­gend gut ge­schla­fen ha­ben. Die Po­li­zis­ten durch­käm­men wie­der und wie­der die Gär­ten, spre­chen mit Nach­barn, su­chen per He­li­ko­pter mit der Wär­me­bild­ka­me­ra nach dem Flüch­ti­gen. Auch bei Ta­ges­licht set­zen die Be­am­ten ih­re Su­che fort. Am Frei­tag­mit­tag sind mehr als 250 Kräf­te mit dem Fall be­schäf­tigt. Auch die Be­reit­schafts­po­li­zei Bruch­sal ist da­bei so­wie Hun­de­füh­rer. Im Gar­ten des Hau­ses sind Ex­per­ten in wei­ßen Over­alls auf Spu­ren­su­che. We­der der Mann noch die Tat­waf­fe wer­den bis Frei­tag­nach­mit­tag ent­deckt. „Wir ge­hen da­von aus, dass er ei­ne Waf­fe hat“, sagt St­raub. Da­bei han­de­le es sich um ei­ne Lang­waf­fe aus mi­li­tä­ri­schen Be­stän­den Ex-Ju­go­sla­wi­ens. Das kön­ne ei­ne Ma­schi­nen­pis­to­le sein.

Des­halb hat die Po­li­zei ne­ben ei­nem Hin­weis- auch ein Bür­ger­te­le­fon ein­ge­rich­tet, an dem die Be­völ­ke­rung Ängs­te los­wer­den kann. Po­li­zist St­raub ver­si­chert: „Wir wer­den al­les tun, dass wir des Tä­ters hab­haft wer­den.“

Der Bür­ger­meis­ter des Or­tes mit 3300 Ein­woh­nern, Karl-Heinz Bu­cher (CDU), zeigt sich fas­sungs­los: „So et­was hat­ten wir noch nie in un­se­rer fried­li­chen Ge­mein­de.“Ei­ne Nach­ba­rin der Op­f­er­fa­mi­lie sagt, sie ha­be zu­nächst an um­fal­len­de Müll­ei­mer ge­dacht. Dann kämpft sie mit den Trä­nen. „Mein Nef­fe ist ges­tern auch ein­ge­schult wor­den.“

Die Zahl der In­fek­tio­nen mit dem Han­ta­vi­rus hat sich in Ba­den-Würt­tem­berg enorm er­höht. Seit Jah­res­be­ginn wur­den im Land bis­lang 689 Fäl­le der In­fek­ti­on ge­zählt, die durch Kon­takt mit Mäu­se­kot über­tra­gen wird, wie die Kran­ken­kas­se DAK un­ter Be­ru­fung auf das Ro­bert-Koch-In­sti­tut (RKI) in Stutt­gart be­rich­te­te. Im ge­sam­ten Jahr 2016 wa­ren es nur 71 Er­krank­te, die in der Re­gel mit drei bis vier Ta­gen Fie­ber so­wie mit Kopf-, Bauch- und Rü­cken­schmer­zen zu kämp­fen ha­ben. Das be­son­de­re Ge­sund­heits­ri­si­ko be­steht der DAK zu­fol­ge da­rin, dass das Vi­rus die Nie­ren an­greift – bis hin zum Nie­ren­ver­sa­gen. Fast je­de zwei­te in Deutsch­land re­gis­trier­te In­fek­ti­on stammt der­zeit aus dem Süd­wes­ten. Auch in Bay­ern gab es dem­nach ei­nen star­ken An­stieg. Das Vi­rus wird durch Aus­schei­dun­gen von in­fi­zier­ten Tie­ren wie Rö­tel-, Brand­mäu­sen und Wan­der­rat­ten über­tra­gen.

Po­li­zis­ten der Spu­ren­si­che­rung in Vil­lin­gen­dorf sind zum Tat­ort ge­eilt. Ih­nen bie­ten sich fürch­ter­li­che Bil­der.

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