Be­griffs­er­klä­rung

Heilbronner Stimme Stadtausgabe - Heilbronner Stimme Ausgabe Neckarsulm und Neckartal - - HINTERGRUND · ROMAN · SCHACHECKE -

Eth­ni­sche Säu­be­run­gen wer­den von ei­nem Staat ge­dul­det oder in­iti­iert, um ein kul­tu­rell ho­mo­ge­nes Ge­biet oh­ne Min­der­heit zu schaf­fen. Für die Ver­trei­bung ei­ner na­tio­na­len oder re­li­giö­sen Grup­pe wird auf sys­te­ma­ti­sche Maß- nah­men zu­rück­ge­grif­fen: De­mü­ti­gun­gen, Dro­hun­gen und wirt­schaft­li­cher Druck bis zu Ge­walt mit De­por­ta­tio­nen und Völ­ker­mord. Min­der­hei­ten gel­ten als Sün­den­bö­cke, Ängs­te wer­den an­ge­facht, Be­dro­hungs­sze­na­ri­en kon­stru- iert. Eth­ni­sche Säu­be­run­gen gibt es nicht als ju­ris­ti­schen Be­griff. Da­her wur­den in der Ver­gan­gen­heit die Maß­nah­men als Ver­bre­chen ge­gen die Men­sch­lich­keit, Kriegs­ver­bre­chen oder Völ­ker­mord ver­folgt. Kri­ti­kern gilt der Aus- druck eth­ni­sche Säu­be­rung als be­schö­ni­gen­de Be­zeich­nung für schlimms­te Men­schen­rechts­ver­let­zun­gen und Kriegs­g­räu­el. Mit Blick auf die Bal­kan­krie­ge wur­de 1992 der Be­griff zum „Un­wort des Jah­res“ge­wählt.

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