Men­schen in Deutsch­land im­mer ver­mö­gen­der

Trotz der nied­ri­gen Zin­sen ste­hen Bank­ein­la­gen und Ver­si­che­run­gen bei den Bun­des­bür­gern wei­ter hoch im Kurs

Heilbronner Stimme Stadtausgabe - Heilbronner Stimme Ausgabe Schozach und Bottwartal - - SERVICE - Von Frie­de­ri­ke Marx, dpa

Das Geld­ver­mö­gen der Men­schen in Deutsch­land ist trotz des Zin­stiefs auf ein Re­kord­hoch ge­stie­gen. Wert­zu­wäch­se bei Ak­ti­en und In­vest­ment­fonds lie­ßen das Ver­mö­gen der pri­va­ten Haus­hal­te zum En­de des drit­ten Quar­tals 2016 ge­gen­über dem zwei­ten Vier­tel­jahr deut­lich um 76 Mil­li­ar­den Eu­ro oder 1,4 Pro­zent auf 5478 Mil­li­ar­den Eu­ro klet­tern, wie die Deut­sche Bun­des­bank am Frei­tag in Frank­furt mit­teil­te. Dar­un­ter wa­ren den An­ga­ben zu­fol­ge al­lein gut 33 Mil­li­ar­den Eu­ro Be­wer­tungs­ge­win­ne, ins­be­son­de­re bei Ak­ti­en und An­tei­len an In­vest­ment­fonds. Die Bun­des­bank be­rück­sich­tigt für die Aus­wer­tung Bar­geld, Wert­pa­pie­re, Bank­ein­la­gen so­wie An­sprü­che an Ver­si­che­run­gen.

Nach vor­läu­fi­gen Be­rech­nun­gen der DZ Bank dürf­te das Geld­ver­mö- gen der pri­va­ten Haus­hal­te im ver­gan­ge­nen Jahr ins­ge­samt um knapp 230 Mil­li­ar­den Eu­ro auf gut 5700 Mil­li­ar­den Eu­ro ge­stie­gen sein. Ne­ben Kurs­ge­win­nen ha­be vor al­lem „der an­hal­ten­de Spar­fleiß der Bür­ger“für den Auf­bau des Geld­ver­mö­gens ge­sorgt, hieß es in der jüngst ver­öf­fent­lich­ten Stu­die.

An­la­gen Dank des ro­bus­ten Ar­beits­mark­tes und stei­gen­der Re­al­löh­ne konn­ten vie­le Men­schen mehr Geld auf die ho­he Kan­te le­gen. Hoch im Kurs ste­hen bei den Bun­des­bür­gern wei­ter als ri­si­ko­arm wahr­ge­nom­me­ne An­la­gen. Der Bun­des­bank zu­fol­ge flos­sen im drit­ten Quar­tal 20 Mil­li­ar­den Eu­ro in Bar­geld und Bank­ein­la­gen so­wie in Ver­si­che­run­gen und Pen­si­ons­ein­rich­tun­gen (19 Mil­li­ar­den Eu­ro).

Aus Spar­ein­la­gen zo­gen die pri­va­ten Haus­hal­te da­ge­gen Geld ab. Seit die Eu­ro­päi­sche Zen­tral­bank im Kampf ge­gen die nied­ri­ge In­fla­ti­on die Zin­sen prak­tisch ab­ge­schafft hat, wer­fen Spar­buch und Co. kaum noch et­was ab. Nach An­ga­ben der Bun­des­bank en­ga­gier­ten sich die als eher bör­sen­scheu gel­ten­den Deut­schen ver­gleichs­wei­se stark am Ka­pi­tal­markt. Al­ler­dings setz­ten sie vor al­lem auf In­vest­ment­fonds, ins­be­son­de­re Ak­ti­en- und Im­mo­bi­li­en­fonds. In Ak­ti­en und sons­ti­ge An­teils­rech­te steck­ten sie mit gut drei Mil­li­ar­den Eu­ro da­ge­gen we­ni­ger als in den Vor­quar­ta­len. Ge­kauft wur­den den An­ga­ben zu­fol­ge vor al­lem aus­län­di­sche Pa­pie­re. „Trotz leicht rück­läu­fi­ger Mit­tel­zu­flüs­se in Ak­ti­en ver­stärkt die­se Ent­wick­lung den Ein­druck ei­nes ge­wis­sen Ren­di­te­be­wusst­seins, da aus­län­di­sche An­la­gen ty­pi­scher­wei­se als ris­kan­ter wahr­ge­nom­men wer­den und folg­lich ge­kauft wer­den, um hö­he­re Ren­di­ten zu er­zie­len“, er­klär­te die Bun­des­bank.

Kre­di­te Zu­gleich nutz­ten die Bun­des­bür­ger die nied­ri­gen Zin­sen, um sich güns­tig Kre­di­te zu ver­schaf­fen, vor al­lem für den Woh­nungs­bau, aber auch für den Kon­sum. Die ge­sam­ten Ver­bind­lich­kei­ten der pri­va­ten Haus­hal­te stie­gen um ein Pro­zent auf 1662 Mil­li­ar­den Eu­ro. Un­ter dem Strich er­höh­te sich das Net­to­geld­ver­mö­gen da­mit um 1,6 Pro­zent auf 3816 Mil­li­ar­den Eu­ro. Im­mo­bi­li­en oder Kunst­wer­ke sind in der Sta­tis­tik nicht ent­hal­ten.

Fo­to: dpa

Pri­va­tes Geld­ver­mö­gen in Deutsch­land klet­ter­te zu­letzt laut Bun­des­bank auf ein Re­kord­ni­veau. Wie das Ver­mö­gen ver­teilt ist, geht aus der Stu­die nicht her­vor.

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