Gens­hei­mer macht den Un­ter­schied

Deut­scher 27:23-Sieg ge­gen Un­garn zum Auf­takt der Welt­meis­ter­schaft – Spät zum Team ge­sto­ße­ner Ka­pi­tän wirft 13 To­re

Heilbronner Stimme Stadtausgabe - Heilbronner Stimme Ausgabe Schozach und Bottwartal - - SPORT - Von Nils Bas­tek und Eric Do­bi­as, dpa

Der Ka­pi­tän ging vor­an: Dank ei­ner Ga­la-Vor­stel­lung von Uwe Gens­hei­mer ha­ben die deut­schen Hand­bal­ler zum WMAuf­takt ei­nen 27:23 (16:11)-Zit­ter­sieg ge­gen Un­garn ge­fei­ert. Der kurz vor den Ti­tel­kämp­fen vom Tod sei­nes Va­ters er­schüt­ter­te Links­au­ßen lie­fer­te am Frei­tag vor 5000 Zu- schau­ern in Rou­en ei­ne Klas­se-Leis­tung ab und war mit 13 To­ren bes­ter Wer­fer der Bad Boys, die in Tor­wart Sil­vio Hei­ne­vet­ter auch ei­nen über­ra­gen­den Rück­halt hat­ten.

„Es gibt den Men­schen Uwe und es gibt den Hand­bal­ler Uwe. Heu­te hat man ge­se­hen, was für ein groß­ar­ti­ger Hand­bal­ler er ist“, sag­te Hei­ne­vet­ter zum Auf­tritt von Gens­hei­mer. Der 30-Jäh­ri­ge war nach dem Schick­sals­schlag erst am Don­ners­tag­abend zur deut­schen Mann­schaft ge­sto­ßen und zeig­te sich trotz des tra­gi­schen Er­eig­nis­ses men­tal voll auf der Hö­he.

„Das war groß­ar­tig. Re­spekt“, lob­te Bun­des­trai­ner Da­gur Si­gurds­son den Ka­pi­tän. Sei­ne Schütz­lin­ge, die nach ei­ner über­zeu­gen­den ers­ten Hälf­te schwä­chel­ten, kön­nen dem zwei­ten Vor­run­den­spiel am Sonn­tag (14.45 Uhr) ge­gen Chi­le nun ge­las­se­ner ent­ge­gen­se­hen. „Wir wa­ren das bes­se­re Team, ha­ben das gan­ze Spiel über ge­führt und ver­die­nen es, zu ge­win­nen. Ich bin sehr glück­lich über den Sieg“, mein­te Si­gurds­son nach dem Hand­ball-Kri­mi ge­gen die Ma­gya­ren. Nach son­der­lich viel Span­nung sah es zu­nächst nicht aus, denn der Is­län­der hat­te sei­ne Mann­schaft per­fekt ein­ge­stellt. Der Eu­ro­pa­meis­ter star­te­te hell­wach in die Par­tie, vor al­lem die deut­sche Ab­wehr prä­sen­tier­te sich in star­ker Ver­fas­sung. An­ge­führt von De­fen­si­v­chef Finn Lem­ke block­te der Sech­ser­ver­bund zahl­rei­che Wurf­ver­su­che des Ri­va­len. Im Tor lief Sil­vio Hei­ne­vet­ter, der den Vor­zug vor EM-Held Andre­as Wolff er­hal­ten hat­te, so­fort heiß. Der Kee­per von den Füch­sen Ber­lin sorg­te mit sei­nen Pa­ra­den da­für, dass die DHB-Aus­wahl von Be­ginn an nie in Rück­stand ge­riet. Schon nach zwei Mi­nu­ten hat­te er zwei star­ke Wür­fe ab­ge­wehrt, am En­de des ers­ten Durch­gangs wa­ren es ins­ge­samt 45 Pro­zent der un­ga­ri­schen Ver­su­che.

Mit 16:11 lag die deut­sche Na­tio­nal­mann­schaft zur Pau­se vor­ne. Kurz zu­vor hat­te das Team so­gar mit 16:9 ge­führt. Aber dann wan­del­te sich das Bild gra­vie­rend. Fast acht Mi­nu­ten be­nö­tig­te die Si­gurds­sonT­rup­pe nach dem Wech­sel für das ers­te Tor durch Kai Häf­ner. Die Wür­fe des ein­zi­gen Links­hän­ders im Rück­raum, der ins­ge­samt sie­ben­mal traf, wur­den un­prä­zi­ser. „Es war ein sehr um­kämpf­tes Spiel. Wir sind ex­trem glück­lich, dass wir es am En­de ge­won­nen ha­ben“, sag­te Häf­ner. Auch bei sei­nen Team­kol­le­gen war of­fen­siv plötz­lich der Wurm drin. Ein­zig Schluss­mann Hei­ne­vet­ter war es zu ver­dan­ken, dass die Un­garn nie nä­her als auf ein Tor her­an­ka­men. „Wir ha­ben in der zwei- ten Halb­zeit den Fa­den ver­lo­ren und sind froh, dass wir ihn am En­de wie­der­ge­fun­den ha­ben“, sag­te Rück­raum­spie­ler Stef­fen Fäth. Kom­men­tar „Black­outs“

„Wir ha­ben das gan­ze Spiel über ge­führt und ver­die­nen es, zu ge­win­nen.“Da­gur Si­gurds­son

„Wir ha­ben den Fa­den ver­lo­ren und sind froh, dass wir ihn wie­der­ge­fun­den ha­ben.“Stef­fen Fäth

Fo­tos: dpa

Ab­klat­schen: Patrick Gro­etz­ki ju­belt mit Tor­hü­ter Sil­vio Hei­ne­vet­ter. Der Schluss­mann zeig­te vor al­lem in der ers­ten Halb­zeit ei­ne ganz star­ke Leis­tung. Im­mer wie­der ver­hin­der­te er Tor­er­fol­ge der un­ga­ri­schen Mann­schaft.

Über­ra­gend: Ka­pi­tän Uwe Gens­hei­mer er­ziel­te 13 To­re. Bei acht Sie­ben­me­tern traf der ge­bür­ti­ge Mann­hei­mer acht­mal. Da­bei war kurz zu­vor sein Va­ter ge­stor­ben. Zu Be­ginn der Hand­ball-WM gab es pha­sen­wei­se Aus­set­zer, im DHBTeam und bei der Über­tra­gung.

Vor­sicht: Bun­des­trai­ner Da­gur Si­gurds­son hat beim WM-Auf­takt auch schwa­che Mo­men­te sei­ner Mann­schaft ge­se­hen, be­son­ders in der Pha­se nach der Pau­se.

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