Bank­kun­den set­zen auf Schließ­fä­cher

In­sti­tu­te re­gis­trie­ren stei­gen­de Nach­fra­ge – Sor­ge vor Ein­brü­chen und An­la­ge­not­stand als Ur­sa­chen

Heilbronner Stimme Stadtausgabe - Heilbronner Stimme Ausgabe Schozach und Bottwartal - - REGION HEILBRONN -

Die Angst der Bür­ger vor Ein­brü­chen und die an­hal­tend nied­ri­gen Zin­sen trei­ben die Nach­fra­ge nach Schließ­fä­chern in die Hö­he. Auch die Ban­ken in der Re­gi­on re­gis­trie­ren ein stei­gen­des In­ter­es­se der Kun­den nach die­ser Ver­wahr­mög­lich­keit.

„Seit et­wa drei Jah­ren wer­den Schließ­fä­cher ver­mehrt nach­ge­fragt“, hat die Kreis­spar­kas­se (KSK) Heil­bronn fest­ge­stellt. Das größ­te Kre­dit­in­sti­tut der Re­gi­on hält ak­tu­ell 9700 Schließ­fä­cher für ih­re Kun­den vor, da­von 2800 in der Haupt­stel­le Am Woll­haus. Bei den be­son­ders be­lieb­ten klei­nen und mitt­le­ren Fä­chern gibt es mitt­ler­wei­le ei­ne War­te­lis­te, weil die Nach­fra­ge das An­ge­bot über­steigt. Die KSK re­agiert auf den Boom: In der Zen­tra­le sol­len dem­nächst 700 zu­sätz­li­che Schließ­fä­cher ein­ge­baut wer­den.

Vie­le An­fra­gen Von ei­ner sehr gro­ßen Nach­fra­ge nach Schließ­fä­chern be­rich­tet auch die Volks­bank Heil­bronn. „Ak­tu­ell ha­ben wir im Schnitt zwei An­fra­gen pro Tag“, teilt ein Spre­cher mit. Den­noch rei­chen die der­zeit 4400 Schließ­fä­cher, da­von 1600 in der Haupt­stel­le an der Al­lee, noch aus, War­te­lis­ten gibt es nicht. Die Com­merz­bank stellt ih­ren Kun­den in Heil­bronn rund 700 Schließ­fä­cher zur Ver­fü­gung, ak­tu­ell sind noch mehr als 400 frei. Gleich­wohl re­gis­triert Nie­der­las­sungs­lei­ter Jo­han­nes Haas in letz­ter Zeit ei­ne stei­gen­de Nach­fra­ge der Kun­den nach den Fä­chern.

Er­klä­run­gen Die Grün­de für den Schließ­fach-Boom lie­gen für die Bank­ex­per­ten auf der Hand. Die zu­neh­men­de Zahl der Woh­nungs­ein­brü­che in der Re­gi­on sor­ge für Un­si­cher­heit bei den Men­schen, ha­ben Kreis­spar­kas­se und Volks­bank fest­ge­stellt. Dies füh­re da­zu, dass Wert­ge­gen­stän­de wie Schmuck, Gold, Bar­geld oder wich­ti­ge Do­ku­men­te lie­ber an ei­nem si­che­ren Ort in der Bank auf­be­wahrt wer­den als zu Hau­se. Und der all­ge­mei­ne An­la­ge­not­stand ha­be zur Fol­ge, dass die Spa­rer ihr Geld nicht mehr auf dem schlecht ver­zins­ten Kon­to las­sen, son­dern in Edel­me­tal­le oder Mün­zen in­ves­tie­ren, die dann ins Bank­schließ­fach ge­legt wer­den, er­läu­tert Com­merz­ban­ker Jo­han­nes Haas.

Über aus­rei­chend Schließ­fä­cher für ih­re Kun­den ver­fügt nach ei­ge­nen An­ga­ben die Deut­sche Bank in Heil­bronn, oh­ne ge­naue Zah­len zu nen­nen. Ein Spre­cher spricht von ei- ner „sta­bi­len Nach­fra­ge nach Schließ­fä­chern“.In glei­cher Wei­se äu­ßert sich auch die Süd­west­bank Heil­bronn. Von den 704 Schließ­fä­chern sei­en ak­tu­ell 201 be­legt. Die Ba­den-Würt­tem­ber­gi­sche Bank (BW-Bank) hat in Heil­bronn eben­falls noch freie Schließ­fach­ka­pa­zi­tä­ten. Fi­li­al­di­rek­tor Ha­rald Rum­mel re­gis­triert aber ge­ne­rell ei­ne ho­he Nach­fra­ge nach Schließ­fä­chern.

Die Si­cher­heit ei­nes Bank- schließ­fa­ches hat frei­lich ih­ren Preis. Je nach In­sti­tut und Fach­grö­ße zah­len Kun­den zwi­schen 27 und 476 Eu­ro pro Jahr für ihr Schließ­fach (sie­he Ta­bel­le).

Ge­büh­ren Die meis­ten Ban­ken dre­hen trotz des Booms bis­lang nicht an der Ge­büh­ren­schrau­be. Aus­nah­men sind die BW-Bank und die Kreis­spar­kas­se Heil­bronn: Die BWBank plant in die­sem Jahr ei­ne nicht nä­her de­fi­nier­te Preis­er­hö­hung. Und die KSK er­höht die Mie­ten für ih­re Fä­cher zum Fe­bru­ar um 15 bis 35 Eu­ro pro Jahr, was bei ei­ni­gen Kun­den für Un­mut sorgt. Die Kreis­spar­kas­se recht­fer­tigt die Er­hö­hung um gut 40 Pro­zent da­mit, dass sie die Prei­se für die Schließ­fä­cher in den ver­gan­ge­nen 15 Jah­ren sta­bil ge­hal­ten ha­be, wäh­rend in die­ser Zeit al­lein die Per­so­nal­kos­ten um rund 40 Pro­zent ge­stie­gen sei­en.

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