Schwe­re Brand­stif­tung: Ex-Kol­le­ge be­las­tet An­ge­klag­ten

Tat­ver­däch­ti­ger soll Au­to di­rekt am Wohn­haus mit Gril­lan­zün­der an­ge­steckt ha­ben – An­ony­mes Schrei­ben auf­ge­taucht

Heilbronner Stimme Stadtausgabe - Heilbronner Stimme Ausgabe Schozach und Bottwartal - - REGION HEILBRONN -

Im zwei­ten An­lauf hat der Haupt­zeu­ge im Pro­zess um schwe­re Brand­stif­tung und ver­such­ten Mord in Fran­ken­bach den An­ge­klag­ten deut­lich be­las­tet. „Er hat ge­sagt, er woll­te nur ei­nen klei­nen Scha­den an­rich­ten und nicht dass al­les brennt.“Die­se Aus­sa­ge noch in der Tat­nacht hat ein Ex-Ar­beits­kol­le­ge dem 36-Jäh­ri­gen am Frei­tag vor dem Heil­bron­ner Land­ge­richt zu­ge­schrie­ben. Von Gril­lan­zün­der, der rück­stands­los ver­brennt, soll der An- ge­klag­te auf sei­ne Nach­fra­ge be­rich­tet ha­ben, den er auf ei­nen Rei­fen am Au­to sei­ner Ex-Freun­din auf­ge­bracht und an­ge­zün­det ha­be.

Die Flam­men grif­fen in je­ner Nacht im März 2016 auf den Car­port, dann auf das Zwei­fa­mi­li­en­haus über, in dem die Be­woh­ner schlie­fen. Weil ei­ner im Haus auf­wach­te und die an­de­ren alar­mier­te, konn­ten sich al­le recht­zei­tig in Si­cher­heit brin­gen.

Der Zeu­ge, der bei der ers­ten Ver­neh­mung im No­vem­ber noch un­wil­lig auf Er­in­ne­rungs­lü­cken ver­wie­sen hat­te, be­stä­tig­te nun im Bei­sein ei­ner An­wäl­tin als Bei­stand zu­dem ein mög­li­ches Mo­tiv: Sein Ar­beits­kol­le­ge woll­te durch die Tat of­fen­bar er­rei­chen, dass sei­ne Ex-Freun­din wie­der zu ihm zu­rück­kommt.

Schwe­reVor­wür­fe An dem Abend, an dem sie zu­vor schon an dem Haus vor­bei­ge­lau­fen wa­ren, soll der 36Jäh­ri­ge auch da­von ge­re­det ha­ben, even­tu­ell die Rei­fen des Au­tos zu zer­stö­ren, Schei­ben ein­zu­wer­fen oder die Brems­schläu­che zu durch­schnei­den. Das ha­be er, der Zeu­ge, als Quatsch ab­ge­tan und sei­nem Kol­le­gen aus­re­den wol­len. „Weil man da je­mand um­brin­gen könn­te.“

Es sind schwe­re Vor­wür­fe ge­gen den Elek­tro­ni­ker und EDV-Spe­zia­lis­ten, der sich zu den Tat­vor­wür­fen bis­her nicht ge­äu­ßert hat. Als Mit­be­schul­dig­ter war der Zeu­ge erst­mals ver­nom­men wor­den, äu­ßer­te sich bei zwei Po­li­zei­ver­neh­mun­gen durch­aus wi­der­sprüch­lich. Auch ges­tern konn­ten nicht al­le Wi­der­sprü­che ge­klärt wer­den. Mit dem Brand­an­schlag, ver­si­cher­te der Mann, ha­be er nichts zu tun.

Bi­zarr ist der Fall nicht nur da­durch, dass die Ex-Freun­din und ih­re Mut­ter an ih­rer Adres­se kur­ze Zeit nach dem Feu­er an­ony­me Droh­brie­fe und ei­nen Um­schlag mit ei­ner le­ben­den Kö­nigsnat­ter er­hiel­ten. Vor we­ni­gen Ta­gen ging im Land­ge­richt auch ein an­ony­mer Brief ein, in dem ein un­be­kann­ter Ab­sen­der von der Brand­nacht be­rich­te­te. Auf dem Weg zur Ar­beit, so der Text, will der Zeu­ge ex­akt zur Tat­zeit ge­gen 2 Uhr nachts ei­ne blon­de Frau am Car­port ge­se­hen ha­ben. „Es war ei­ne Frau, kein Mann, der den Brand ge­legt hat“, steht da.

Rich­ter Ro­land Kleinschroth for­dert den Schrei­ber der Zei­len auf, sich „ver­trau­ens­voll an Po­li­zei oder Staats­an­walt­schaft“zu wen­den.

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