Fi­nanz­mi­nis­ter Schäu­b­le sagt vor dem Cum-Ex-Un­ter­su­chungs­aus­schuss aus.

Un­ter­su­chungs­aus­schuss be­fragt Fi­nanz­mi­nis­ter Schäu­b­le zu Cum-Ex-Ge­schäf­ten

Heilbronner Stimme Stadtausgabe - Heilbronner Stimme Ausgabe Schozach und Bottwartal - - VORDERSEITE -

Bun­des­fi­nanz­mi­nis­ter Wolf­gang Schäu­b­le (CDU) hat Vor­wür­fe zu­rück­ge­wie­sen, um­strit­te­ne Ak­ti­en­ge­schäf­te zu­las­ten der Staats­kas­sen zu spät per Ge­setz ge­stoppt zu ha­ben. Es ha­be kei­ne Ver­zö­ge­run­gen ge­ge­ben, sag­te Schäu­b­le ges­tern vor dem Un­ter­su­chungs­aus­schuss des Bun­des­ta­ges. Lin­ke und Grü­ne spra­chen da­ge­gen von schwe­ren Ver­säum­nis­sen von Re­gie­rung und Auf­sicht.

Schäu­b­le hielt da­ge­gen, we­ni­ge Mo­na­te nach sei­ner Amts­über­nah­me En­de Ok­to­ber 2009 ha­be er sich mit den „Cum-Ex“-Kon­struk­ten und den un­zu­rei­chen­den ge­setz­li­chen Re­ge­lun­gen be­fasst und dann im Som­mer 2010 ei­ne Sys­tem­um­stel­lung ein­ge­lei­tet.

Dass die neu­en Ge­set­zes­re­geln, mit de­nen das Steu­er­schlupf­loch ge­schlos­sen wur­de, dann erst zum 1. Ja­nu­ar 2012 in Kraft ge­tre­ten sei­en, ha­be auch an dem „au­ßer­ge­wöhn­lich kom­ple­xen“Ge­setz­ge­bungs­ver­fah­ren ge­le­gen. Auch sei die Um­stel­lung „au­ßer­ge­wöhn­lich an­spruchs­voll“ge­we­sen. Hin­zu ge­kom­men sei­en in­ten­si­ve Ab­stim­mun­gen mit den Län­dern. Da­bei sei es um die Auf­tei­lung des Auf­kom­mens aus der Ka­pi­tal­er­trag­steu­er ge­gan­gen. Ger­hard Schick von den Grü­nen sag­te nach der fast drei­stün­di­gen Ver­neh­mung des Mi­nis­ters, Schäu­b­le tra­ge ei­ne ent­schei­den­de Ver­ant­wor­tung da­für, dass es über Jah­re Mil­li­ar­den­ge­schen­ke durch Nichts­tun an deut­sche Ban­ken ge­ge­ben ha­be. Schick sprach nach der letz­ten Sit­zung des vor ei­nem Jahr ge­star­te­ten Un­ter­su­chungs­aus­schus­ses von mas­si­vem Or­ga­ni­sa­ti­ons­ver­sa­gen Schäu­bles und von des­sen Vor­gän- ger Peer St­ein­brück (SPD). Es kön­ne nicht sein, dass Steu­er­tricks im­mer erst nach Jah­ren ge­stoppt wer­den. Aus Sicht von Richard Pit­ter­le von den Lin­ken war es ein Ver­dienst des Aus­schus­ses, dass ähn­lich ge­la­ger­te Ak­ti­en­de­als („Cum-Cum“) 2016 un­ter­bun­den wur­den.

Scha­den Uni­on und SPD se­hen kein po­li­ti­sches Fehl­ver­hal­ten der Re­gie­rung und kei­ne Ver­säum­nis­se. Es ha­be kei­ne gra­vie­ren­den Män­gel in der Um­set­zung der Ge­setz­ge­bung ge­ge­ben, sag­te Chris­ti­an Hir­te von der CDU. Für SPD-Kol­le­ge Andre­as Schwarz hat der Aus­schuss Auf­schluss über kri­mi­nel­le Ener­gie ge­ge­ben. Er er­war­te von Ban­ken und Fi­nanz­dienst­leis­tern, dass sie jetzt rei­nen Tisch ma­chen. Die­se Ge­schäf­te sei­en nie le­gal ge­we­sen. Der Ge­samt­scha­den durch die Trans­ak­tio­nen wird auf zwölf Mil­li­ar­den Eu­ro ge­schätzt. Un­ter Ju­ris­ten ge­hen die Mei­nun­gen aus­ein­an­der, ob es il­le­ga­le Ge­schäf­te wa­ren. Das Bun­des­fi­nanz­mi­nis­te­ri­um stuft sie als rechts­wid­rig ein. Hin­wei­se auf die du­bio­sen Ge­schäf­te hat­te es schon Jah­re zu­vor ge­ge­ben.

HSt-Gra­fik/dpa

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