Nie mehr Cha­os

Heilbronner Stimme Stadtausgabe - Heilbronner Stimme Ausgabe Schozach und Bottwartal - - MEINUNGEN - Von Bern­hard Junginger

Beim Fa­mi­li­en­nach­zug von Flücht­lin­gen gilt es für Po­li­tik und Be­hör­den, ge­nau hin­zu­schau­en. Kaum ein The­ma ist so hef­tig um­strit­ten wie der Fa­mi­li­en­nach­zug von Flücht­lin­gen: Es gibt haupt­säch­lich in lin­ken Krei­sen die­je­ni­gen, die for­dern, dass je­der, der es ir­gend­wie nach Deutsch­land ge­schafft hat, auch al­le An­ge­hö­ri­gen nach­ho­len darf. Auf der ent­ge­gen­ge­setz­ten Sei­te wird vor der dro­hen­den „Um­vol­kung“ge­warnt. Je­dem Flücht­ling, der schon da ist, heißt es, wer­den bald Scha­ren von Fa­mi­li­en­mit­glie­dern fol­gen. Weil das The­ma so be­wegt, neigt die Po­li­tik mit­un­ter zum Ver­such, es un­ter den Tisch zu keh­ren. Doch das ist falsch. Ge­ra­de we­gen der Tat­sa­che, dass wäh­rend des ge­wal­ti­gen Flücht­lings­zu­stroms seit 2015 und zur Ab­wehr dro­hen­der hu­ma­ni­tä­rer Ka­ta­stro­phen vie­le Feh­ler be­gan­gen wur­den, tut ei­ne nüch­ter­ne Be­trach­tung not.

Fakt ist: Vie­le der Mi­gran­ten wer­den für im­mer in Deutsch­land blei­ben, und sie wer­den ih­re An­ge­hö­ri­gen nach­ho­len. Sie ha­ben auch das Recht da­zu. Doch ge­ra­de weil das deut­sche Asyl­recht ein so ho­hes Gut ist, darf es bei der Ab­wick­lung des dar­in ga­ran­tier­ten Fa­mi­li­en­nach­zugs kei­nes­falls mehr zu Cha­os, Kon­troll­ver­lust und Be­hör­den­ver­sa­gen kom­men wie auf dem Hö­he­punkt der Flücht­lings­kri­se. Jetzt ist die Zeit, ge­ord­ne­te Ver­hält­nis­se zu schaf­fen. Al­le Asyl­ver­fah­ren sind ein­ge­hend zu über­prü­fen, zwei­fel­haf­te Alt­fäl­le neu auf­zu­rol­len. Wenn kei­ne Asyl­grün­de er­kannt wer­den, muss Aus­wei­sung er­fol­gen. Eben­so müs­sen die deut­schen Aus­lands­ver­tre­tun­gen je­den An­trag auf Fa­mi­li­en­nach­zug ge­nau kon­trol­lie­ren.

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