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Nord­ko­rea pro­vo­ziert er­neut mit ei­nem Ra­ke­ten­test: Da­zu mei­nen:

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Nord­ko­reas Macht­ha­ber Kim Jong Un da­ge­gen ge­nießt das zwei­fel­haf­te Pri­vi­leg, im Grun­de al­les ris­kie­ren zu kön­nen, was er will. Wo­für er will. Statt mit Wi­der­spruch darf er mit fre­ne­ti­schem Ju­bel sei­ner Lands­leu­te rech­nen. (...) Kim will, dass sein Staat als Atom­staat an­er­kannt wird; dass sein Land in den Club die­ser Mäch­ti­gen auf­ge­nom­men wird. Na­tür­lich ah­nen der De­s­pot und sei­ne Mi­li­tärs, dass sie ei­nen An­griffs­krieg nie­mals wür­den ge­win­nen kön­nen. Aber Kim wird das Spiel aus­rei­zen – bis ein an­de­rer ner­vös zuckt. Und da­bei vi­el­leicht den fal­schen Knopf drückt.

Nach­dem Kim Jong Un bei sei­nen Dro­hun­gen ge­gen die ame­ri­ka­ni­sche Pa­zi­fik­in­sel Guam zu­letzt zu­rück­ge­ru­dert war, folgt nun der nächs­te Schritt der Es­ka­la­ti­on. Die­ser kommt frei­lich nicht ganz über­ra­schend. Denn mit dem jüngs­ten Ra­ke­ten­test re­agiert Nord­ko­reas Dik­ta­tor vor al­lem auf das all­jähr­li­che Ma­nö­ver der USA mit Süd­ko­rea, das Pjöng­jang als ge­ziel­te Pro­vo­ka­ti­on auf­fasst. Zugleich de­mons­triert das Re­gime ge­gen­über der ei­ge­nen Be­völ­ke­rung Stär­ke – und si­gna­li­siert der Welt­ge­mein­schaft, dass es sich durch die in­ter­na­tio­na­len Sank­tio­nen nicht in die Knie zwin­gen lässt.

Je­de Re­form und je­de Öff­nung nach au­ßen könn­te das nord­ko­rea­ni­sche Re­gime ge­fähr­den – al­so lässt man es. Das be­deu­tet aber nicht, dass man nicht mit dem Ge­dan­ken dar­an spielt. In Nord­ko­rea gibt es of­fen­bar Ängs­te vor dem “Freund„ Chi­na. Sieht Pjöng­jang in Pe­king über­haupt noch die Schutz­macht von ehe­dem, oder eher ei­ne wach­sen­de Ge­fahr für sei­ne Un­ab­hän­gig­keit?

Sank­tio­nen be­ein­dru­cken Kim nicht, er macht ein­fach wei­ter. Und die­se er­pres­se­ri­sche Bot­schaft scheint zu wir­ken. Laut und deut­lich hat sich Chi­na je­den­falls in ei­ner ers­ten Re­ak­ti­on auf den Ra­ke­ten­ab­schuss von wei­te­ren Straf­maß­nah­men dis­tan­ziert.

Mar­tin Schulz kann zu Mer­kel nicht auf­schlie­ßen. Das kom­men­tie­ren die

Schulz ver­sucht – al­len seit Lan­gem für ihn zu­neh­mend ent­täu­schen­den, gleich­wohl sta­bi­len Um­fra­gen zum Trotz –, auf Au­gen­hö­he zu Mer­kel zu kom­men, in­halt­lich das Tem­po zu er­hö­hen. Auch vor per­sön­li­chen An­wür­fen scheut er mitt­ler­wei­le nicht mehr zu­rück. Doch sei­ne Kam­pa­gne lässt wei­ter die kla­re Stoß­rich­tung ver­mis­sen.

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