Po­si­tiv über­rascht: Er ist gar nicht so bier­ernst

Beim Pu­bli­kum kommt der Bun­des­in­nen­mi­nis­ter als „Po­li­ti­ker mit Pro­fi­fil“gut an

Heilbronner Stimme Stadtausgabe - Heilbronner Stimme – Landkreis Ost (O / Ost-Ausgabe) - - HINTERGRUND - Von un­se­rer Re­dak­teu­rin Ger­trud Schu­bert

Er hat Hu­mor. Das hät­ten Tho­mas de Mai­ziè­re vie­le Zu­hö­rer beim Stim­me-Wahl­check am Di­ens­tag­abend gar nicht zu­ge­traut. Doch hier be­wies der Bun­des­in­nen­mi­nis­ter: Er kann auch an­ders als tro­cken ins Mi­kro­fon spre­chen. In Heil­bronn ver­tei­dig­te er sich noch kurz: „Ich ha­be erns­te The­men“, doch dann wur­de er lo­cke­rer.

„Er ist mensch­lich rü­ber­ge­kom­men“, Vol­ker En­sin­ger (55) aus Lein­gar­ten ist po­si­tiv über­rascht: „Er ist gar nicht so, wie man ihn aus Funk und Fern­se­hen kennt.“Sei­ne Frau Kon­stan­ze En­sin­ger (51) nickt be­stä­ti­gend, auch sie hat Tho­mas de Mai­ziè­re ganz an­ders wahr­ge­nom­men. Ihr Schluss: „Bei so ei­ner Ver­an­stal­tung lernt man die Leu­te von ei­ner an­de­ren Sei­te ken­nen.“Wo­bei sie wet­ten könn­te, der Witz, den der Mi­nis­ter zum Bes­ten gab, war nicht spon­tan, aber „er war der Lo­ca­ti­on an­ge­passt“. Das Ehe­paar emp­fin­det de Mai­ziè­re als ei­nen „Po­li­ti­ker mit Pro­fil“, Vol­ker En­sin­ger: „Er hat ei­ne Mei­nung. Das fin­de ich gut.“

Klar und dif­fe­ren­ziert „Die kla­re Li­nie“ist es auch, die Mar­kus Beil (27), dem Heil­bron­ner Kreis­vor­sit­zen­den der Jun­gen Uni­on, am CDUIn­nen­mi­nis­ter so gut ge­fällt. Mit zwei jun­gen Rechts­re­fe­ren­dar­kol­le­gen ist er zum Wahl­check ge­kom­men. Do­mi­nik Stolz (28), der sich po­li­tisch et­was wei­ter links ver­or­tet, be­ein­druckt, wie dif­fe­ren­ziert Tho­mas de Mai­ziè­re ar­gu­men­tier­te, ge- ra­de bei den The­men Flücht­lin­ge, in­ne­re Si­cher­heit. „Sehr glaub­wür­dig“fin­det Ale­na Ma­ser (24), die Ar­gu­men­ta­ti­on zur „Flücht­lings­kri­se“, das zeu­ge von gro­ßem Hin­ter­grund­wis­sen. Sie selbst kann­te zum Bei­spiel den Be­griff sub­si­diä­re Flücht­lin­ge nicht. In­nen­mi­nis­ter de Mai­ziè­re un­ter­schied beim Blei­be­recht nicht nur nach Na­tio­na­li­tä­ten. Es kä­me auch auch dar­auf an, ob ein Flücht­ling nur „sub­si­di­är“, al­so vor­über­ge­hend Hil­fe su­chend, aus ei­nem Bür­ger­krieg ge­flo­hen sei oder ob er nicht auch wei­ter­ge­hend in­di­vi­du­ell ver­folgt ist.

Auch Gott­fried No­t­hof (59) aus Ell­ho­fen re­gis­triert po­si­tiv, dass „man das Pro­blem mit den Flücht­lin­gen er­kannt hat und sie ei­ne Lö­sung er­ar­bei­ten“. Das Ver­bot des In­ter­net­auf­tritts von „Links­un­ten“sei „längst über­fäl­lig ge­we­sen“. All­zu oft sei die CDU bei der in­ne­ren Si­cher­heit von der SPD aus­ge­bremst wor­den, fin­det No­t­hof. Er schöpft Hoff­nung: „Wenn sie mit der FDP ko­aliert, wird es bes­ser.“Mo­ni­ka No­t­hof (57) sieht das ge­nau­so: „Rot, Rot, Grün wä­re das Cha­os.“

Schlech­te Akus­tik Nicht we­ni­ge Zu­hö­rer hat­ten die­ses Mal beim Wahl­check Pro­ble­me mit der Akus­tik. Ob es dar­an lag, dass der Ton­tech­ni­ker von ei­nem Po­li­zei­hund ge­bis­sen wor­den war, und jetzt ein Er­satz am Misch­pult saß? „Lindner ha­ben wir im­mer gut ver­stan­den“, sagt Wal­traud Da­ni­el. Mit de Mai­ziè­re sei sie in vie­len Punk­ten ei­nig, be­son­ders wich­tig ist ihr, dass er „un­se­re Wer­te“hoch­hält und sie be­wusst ge­lebt wis­sen will.

Wal­ter Bren­ner (66) im­po­nie­ren de Mai­ziè­res Ide­en zur Be­gren­zung der Zu­wan­de­rung und zur in­ne­ren Si­cher­heit. Der Mi­nis­ter zei­ge „kla­re Kan­te“nach links und rechts: „Es kann nicht sein, dass Leu­te mit Vor­an­kün­di­gung un­ser Land ka­putt­ma­chen.“Beim Die­selskan­dal sol­le die Po­li­tik vor­sich­tig den Druck auf die Au­to­in­dus­trie er­hö­hen. Wal­traud Da­ni­el wür­de da­ge­gen „den In­ge­nieu­ren Zeit las­sen, den rich­ti­gen Weg ein­zu­schla­gen“.

Fin­den den Wahl­check gut: Mar­kus Beil, Ale­na Ma­ser, Do­mi­nik Stolz (v.l.)

Kon­stan­ze und Vol­ker En­sin­ger lo­ben die mensch­li­che Sei­te des Mi­nis­ters.

Fo­tos: Vei­gel

Wal­traud Da­ni­el und Wal­ter Bren­ner über­zeugt die kla­re Hal­tung.

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