Luft­schnap­pen ist kei­ne Ar­beit

Heilbronner Stimme Stadtausgabe - Heilbronner Stimme – Landkreis Ost (O / Ost-Ausgabe) - - SERVICE -

Wer sei­nen Ar­beits­platz kurz ver­lässt, um Luft zu schnap­pen, ist nicht ge­setz­lich un­fall­ver­si­chert. Es liegt kei­ne Tä­tig­keit vor, die be­trieb­li­chen Zwe­cken dient, warnt die Ar­beits­ge­mein­schaft So­zi­al­recht des Deut­schen An­walt­ver­eins (DAV). Sie ver­weist auf ei­ne Ent­schei­dung des Lan­des­so­zi­al­ge­richts Ba­denWürt­tem­berg (Az.: L 3 U 4821/16).

Der Fall: Ei­ne Frau ar­bei­tet bei der ei­ner Volks­hoch­schu­le. Dort ver­ließ sie das Bü­ro und ging in den Hof, um Luft zu schnap­pen und we­gen Re­gens ihr Rad ins Tro­cke­ne zu stel­len. Durch ei­nen Wind­stoß fiel die Tür zu. Als sie über ei­nen Zaun klet­ter­te, rutsch­te sie ab und ver­letz­te sich. Sie mein­te, es lie­ge ein ver­si­cher­ter Ar­beits­un­fall vor.

Das sa­hen die Rich­ter an­ders. Ver­si­chert sind die We­ge zum und vom Ar­beits­platz. Auch Be­triebs­we­ge sind ver­si­chert. Vor­aus­set­zung ist aber, dass die­se We­ge we­gen des Be­schäf­ti­gungs­ver­hält­nis­ses zu­rück­ge­legt wer­den. tmn

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.