Ge­sucht: Ein Re­gie­rungs-Chef für Deutsch­land

Bleibt An­ge­la Mer­kel Bun­des­kanz­le­rin oder löst Mar­tin Schulz sie ab? – Die Ant­wort gibt es erst nach der Wahl im Sep­tem­ber

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Hell sieht das Ge­bäu­de aus, mit viel Glas und wei­ßen Säu­len. Die­ses gro­ße Haus heißt Kanz­ler­amt und steht in un­se­rer Haupt­stadt Ber­lin. Be­su­cher dür­fen hier nur sel­ten rein. Da­für läuft je­mand an­ders hier um­so öf­ter her­um: die deut­sche Bun­des­kanz­le­rin An­ge­la Mer­kel. Denn das Kanz­ler­amt ist ihr Ar­beits­platz. Hier hat sie zum Bei­spiel ihr Bü­ro.

Her­aus­for­de­rer An­ge­la Mer­kel wur­de vor zwölf Jah­ren zum ers­ten Mal Kanz­le­rin. Die Po­li­ti­ke­rin von der Par­tei CDU wür­de auch nach der Bun­des­tags­wahl im Sep­tem­ber ger­ne wei­ter als Kanz­le­rin ar­bei­ten. Doch das will auch ihr wich­tigs­ter Her­aus­for­de­rer: Mar­tin Schulz von der Par­tei SPD. Ob An­ge­la Mer­kel bleibt oder ob Mar­tin Schulz der neue Kanz­ler wird, ent­schei­det sich nach der Wahl am 24. Sep­tem­ber. Im Mo­ment lie­gen An­ge­la Mer­kel und ih­re Par­tei bei Be­fra­gun­gen vor­ne.

Al­ler­dings wäh­len die Men­schen in Deutsch­land die Kanz­le­rin oder den Kanz­ler nicht di­rekt. Statt­des­sen stim­men sie dar­über ab, von wel­chen Par­tei­en und Po­li­ti­kern sie im Bun­des­tag ver­tre­ten wer­den möch­ten. Da­her auch der Na­me der Wahl: Bun­des­tags­wahl. Die Mit­glie­der des Bun­des­tags wäh­len dann den Kanz­ler. Nor­ma­ler­wei­se ge­hört er zu der Par­tei, die bei der Bun­des­tags­wahl die meis­ten Stim­men be- kom­men hat. Als Bun­des­kanz­ler hat man wich­ti­ge Auf­ga­ben. Schließ­lich ist man der Chef der Re­gie­rung.

Ein Re­gie­rungs-Fach­mann er­klärt das am Bei­spiel von An­ge­la Mer­kel: „Die Kanz­le­rin schlägt zum Bei­spiel dem Bun­des­prä­si­den­ten vor, wer Mi­nis­te­rin und Mi­nis­ter wer­den soll.“Der­je­ni­ge kann auch ent­schei­den, für was ein Mi­nis­ter mit sei­nem Team genau zu­stän­dig sein soll.

In der Re­gie­rung gibt es Mi­nis­ter für ver­schie­de­ne Be­rei­che – et­wa für Ge­sund­heit oder Bil­dung. Um sei­nen Be­reich küm­mert sich je­der Mi­nis­ter selbst. Doch die grund­le­gen­den Din­ge be­stimmt die Bun­des­kanz­le­rin: in wel­che Rich­tung die po­li­ti­schen Ent­schei­dun­gen ge­hen sol­len zum Bei­spiel. Die Kanz­le­rin gibt al­so ein po­li­ti­sches Ziel vor. Und das Mi­nis­te­ri­um be­stimmt, wie es dort­hin kommt.

Neu­es Ge­setz Es ist al­so klar: Die Kanz­le­rin ist die Che­fin! Des­halb ist es auch ziem­lich lo­gisch, dass sie die Sit­zun­gen des Ka­bi­netts lei­tet. Bei die­sen Tref­fen über­le­gen die Mi­nis­ter und die Kanz­le­rin, wel­che Din­ge ge­ra­de für die Men­schen in Deutsch­land wich­tig sind. Sie dis­ku­tie­ren et­wa auch, ob es für ein Pro­blem ein neu­es Ge­setz ge­ben soll.

Aus­lands­rei­se Das kön­nen sie al­ler­dings nicht ein­fach als Re­gie­rung be­schlie­ßen. Ein neu­es Ge­setz kön­nen sie den Po­li­ti­kern des Bun­des­tags nur vor­schla­gen. Dann stim­men die­se dar­über ab. Im Bun­des­tag sit­zen Po­li­ti­ker meh­re­rer Par­tei­en, nicht nur der Re­gie­rung. Oft ha­ben auch noch an­de­re Po­li­ti­ker mit den neu­en Ge­set­zen zu tun.

Ne­ben ih­rer Ar­beit in Ber­lin reist die Kanz­le­rin re­gel­mä­ßig ins Aus­land. Dort be­spricht sie sich zum Bei­spiel mit an­de­ren Po­li­ti­kern. Oder sie lädt die­se Po­li­ti­ker nach Deutsch­land ein. Kom­men die­se dann zu Be­such, be­grüßt sie die Kanz­le­rin oft in dem hel­len Haus mit dem vie­len Glas: im Bun­des­kanz­ler­amt.

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