Ma­gi­schen Abend von Kat­to­witz wie­der­ho­len

DVV-Aus­wahl be­strei­tet heu­te ihr EM-Vier­tel­fi­fi­fi­na­le ge­gen Tsche­chi­en – Ers­te Me­dail­le in der Ver­bands­his­to­rie ist das er­sehn­te Ziel

Heilbronner Stimme Stadtausgabe - Heilbronner Stimme Ausgabe Schozach und Bottwartal - - SPORT -

In ih­rer Wohl­fühl­hal­le in Kat­to­witz wol­len die deut­schen Vol­ley­bal­ler nun bei der EM das nächs­te klei­ne Ka­pi­tel Ge­schich­te schrei­ben. Knapp drei Jah­re nach dem sen­sa­tio­nel­len Ge­winn von WM-Bron­ze in der Spo­dek Are­na möch­ten Ge­org Gro­zer & Co. im Vier­tel­fi­na­le Über­ra­schungs­geg­ner Tsche­chi­en aus dem Weg räu­men und zum ers­ten Mal seit 24 Jah­ren wie­der ins Halb­fi­na­le bei der End­run­de ein­zie­hen. Die al­ler­ers­te EMMe­dail­le in der Ver­bands­his­to­rie ist das er­sehn­te Ziel.

Ma­gi­scher Abend „Es ist ei­ne be­son­de­re Hal­le für uns“, er­in­ner­te Ka­pi­tän Lu­kas Kam­pa an die ers­te WM-Me­dail­le nach 44 Jah­ren, als die Fran­zo­sen deut­lich ge­schla­gen wur­den. „Sie soll uns ein­fach be­flü­geln, die klei­nen Weh­weh­chen, die je­der mit­bringt, ver­ges­sen las­sen und hof­fent­lich ein Lä­cheln ins Ge­sicht zau­bern.“Noch sechs Spie­ler kön­nen von dem ma­gi­schen Abend vor 35 Mo­na­ten er­zäh­len. Vor dem ers­ten Auf­tritt der Mann­schaft von Na­tio­nal­trai­ner Andrea Gia­ni in der K.o.-Run­de heu­te (Li­vestream des CEV bei Youtu­be/Sport1+) sol­len die Bil­der noch­mals wach­ge­ru­fen wer­den.

„Ich hof­fe, dass das den­je­ni­gen, die da­bei wa­ren, ei­nen Schub gibt und Kräf­te frei­setzt, dass wir das auf die an­de­ren über­tra­gen kön­nen und ein neu­es Ka­pi­tel hin­zu­fü­gen kön­nen“, sag­te Zu­spie­ler Kam­pa wei­ter. Sie­ben deut­sche Vol­ley­bal­ler aus dem 14-Mann-Ka­der be­strei­ten ih­re ers­te EM, dar­un­ter der erst 17-jäh­ri­ge Li­nus We­ber oder der auch erst 18-jäh­ri­ge To­bi­as Krick. Und der Hü­ne ist so­gar schon Stamm­spie­ler.

„Ich ken­ne die Jun­gen noch nicht so gut, des­halb weiß ich noch nicht genau, wie sie re­agie­ren“, mein­te Gro­zer, der vor dem Ner­ven­spiel im Vier­tel­fi­na­le mit sei­nem Team zwei Ru­he­ta­ge hat­te. Für Orientierung auf und ne­ben dem Feld sind oh­ne- hin in ers­ter Li­nie der Dia­go­nal­star und Kam­pa ge­for­dert, der sei­ne Mit­spie­ler in Sze­ne set­zen soll.

„Ge­org gibt uns un­glaub­lich viel Kraft. Er ist ei­ne Per­sön­lich­keit, an dem sich die jun­gen Spie­ler auf­rich­ten kön­nen“, sag­te Kam­pa über Gro­zer. Mit 32 Jah­ren ist der Russ­lan­dLe­gio­när von VC No­wo­si­birsk der Ol­die im Team. Sei­ne Schmet­ter­bäl­le sind aber noch im­mer ein Rie­sen­spek­ta­kel. „Ich war schon im­mer ein Ener­gie­bün­del, ich brau­che Emo­tio­nen für mein Spiel. Oh­ne Ag­gres­si­vi­tät läuft im Spiel nicht viel“, er­läu­ter­te Gro­zer.

Viel Ri­si­ko Da­mit passt er her­vor­ra­gend ins Kon­zept von Gia­ni, der von sei­ner Mann­schaft viel Ri­si­ko und per­ma­nen­ten Ein­satz for­dert. Youngs­ter Krick be­schreibt Gro­zers Qua­li­tät als „un­glaub­li­che Men­ta­li­tät“und Ent­schlos­sen­heit, „al­les bis zum Schluss zu ge­ben.“Bis­her setz­te der EM-Ach­te von 2015 die Vor­ga­ben sei­nes ita­lie­ni­schen Na­tio­nal­trai­ners auch bis auf we­ni­ge Aus­nah­men glän­zend um. „In der EM wird es aber nie leich­ter. Je wei­ter du kommst, des­to schwe­rer wer­den die Geg­ner“, pro­gnos­ti­zier­te Gro­zer.

Für Au­ßen­an­grei­fer De­nis Ka­li­ber­da kommt es wie so oft auf ei­ne star­ke Ta­ges­leis­tung an. „Um ins Halb­fi­na­le zu kom­men, musst du ei­ne re­la­tiv star­ke Mann­schaft schla­gen. Da hat­ten wir bis­her bei ei­ner EM im­mer Pro­ble­me, die­ses Spiel 100 Pro­zent zu spie­len“, er­in­ner­te der 27-Jäh­ri­ge an 2013 und 2015, als im Vier­tel­fi­na­le je­weils ge­gen Bul­ga­ri­en End­sta­ti­on war.

Russ­land-Le­gio­när Ge­org Gro­zer (li.) ist mitt­ler­wei­le der Ol­die im deut­schen Team, sei­ne Schmet­ter­bäl­le sind aber nach wie vor ein un­ent­behr­li­cher Fak­tor.

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