Grü­ne rüt­teln am Ver­bren­nungs­mo­tor

Öz­de­mir macht En­de zur Be­din­gung für Ko­ali­ti­on – Kanz­le­rin spricht von Brü­cken­tech­no­lo­gie

Heilbronner Stimme Stadtausgabe - Heilbronner Stimme Ausgabe Weinsberger Tal - - VORDERSEITE -

Der Streit über die Zu­kunft von Ver­bren­nungs­mo­to­ren könn­te im Herbst zu ei­nem Knack­punkt bei Ko­ali­ti­ons­ver­hand­lun­gen wer­den. Wäh­rend die CSU ei­nen Aus­stieg als nicht ver­han­del­bar be­zeich­ne­te, be­kräf­tig­ten die Grü­nen, nur ei­ne Ko­ali­ti­on ein­zu­ge­hen, die das En­de die­ser Tech­nik ein­lei­te.

„Ein Ver­bot des Ver­bren­nungs­mo­tors legt die Axt an die Wur­zel un­se­res Wohl­stands“, sag­te CSU-Chef Horst See­ho­fer den Zei­tun­gen der Fun­ke Me­di­en­grup­pe. „Das ist in Ko­ali­ti­ons­ge­sprä­chen für die CSU ge­nau­so we­nig ver­han­del­bar wie Steu­er­er­hö­hun­gen, ei­ne Er­leich­te­rung der Zu­wan­de­rung und ei­ne Lo­cke­rung der Si­cher­heits­po­li­tik.“

Ära Grü­nen-Spit­zen­kan­di­dat Cem Öz­de­mir er­wi­der­te in den Mon­tags­aus­ga­ben der Fun­ke-Me­di­en­grup­pe: „Grü­ne ge­hen in kei­ne Ko­ali­ti­on, die nicht das En­de der Ära des fos­si- len Ver­bren­nungs­mo­tors ein­lei­tet und den Ein­stieg in den ab­gas­frei­en Ver­kehr schafft“. Nach Spie­gel-In­for­ma­tio­nen wol­len die Grü­nen je­des E-Au­tos mit 6000 Eu­ro för­dern. SPD-Kanz­ler­kan­di­dat Mar­tin Schulz sag­te im ARD-Som­mer­inter­view, der Ver­bren­nungs­mo­tor wer­de noch lan­ge ge­braucht. An­statt die Tech­no­lo­gie in Bausch und Bo­gen zu ver­dam­men, wä­re es bes­ser, jetzt in die Op­ti­mie­rung der Die­sel-Tech­no­lo­gie zu in­ves­tie­ren. In die­ser Fra- ge sei­en die Uni­on und die Grü­nen sehr weit von­ein­an­der ent­fernt. Auch Kanz­le­rin An­ge­la Mer­kel (CDU) ver­sucht, den Au­to­fah­rern in der Ab­gas-Af­fä­re die Angst vor ei­nem En­de der Die­sel- und an­de­ren Ver­bren­nungs­mo­to­ren zu neh­men. „Den Die­sel wird es noch vie­le, vie­le Jah­re ge­ben, ge­nau­so wie den Ver­bren­nungs­mo­tor“, sag­te Mer­kel am Sonn­tag im Som­mer­inter­view der ZDF-Sen­dung „Ber­lin di­rekt“. „Es hat kei­nen Sinn, jetzt die Men­schen zu ver­un­si­chern.“Sie ha­be im Zu­sam­men­hang mit dem Ver­bren­nungs­mo­tor „von ei­ner Brü­cken­tech­no­lo­gie ge­spro­chen und die­se Brü­cken­tech­no­lo­gie wer­den wir nicht Jah­re brau­chen, son­dern ich wür­de sa­gen: Jahr­zehn­te.“

Wi­der­stand Die Au­to­in­dus­trie wehrt sich ge­gen die For­de­run­gen nach tech­ni­schen Nach­rüs­tun­gen. Gut drei Wo­chen nach dem Die­sel­gip­fel sei es sinn­voll, erst ein­mal die Wir­kung der be­schlos­se­nen Maß­nah­men wie Soft­ware-Up­dates an­zu­se­hen, statt kurz nach dem Tref­fen wei­te­re Schrit­te zu for­dern, sag­te der Prä­si­dent des Bran­chen­ver­bands VDA, Mat­thi­as Wiss­mann. Un­ter an­de­rem Bun­des­um­welt­mi­nis­te­rin Bar­ba­ra Hend­ricks (SPD), auch Grü­ne, hat­ten die Au­to­in­dus­trie zu tech­ni­schen Nach­rüs­tun­gen der Fahr­zeu­ge auf­ge­for­dert. Up­dates reich­ten nicht aus. dpa Kom­men­tar „Ri­si­ko“

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