Gna­de für ei­nen She­riff

Heilbronner Stimme Stadtausgabe - Heilbronner Stimme Ausgabe Weinsberger Tal - - MEINUNGEN -

Mit die­sem Rechts­ver­ständ­nis öff­net Trump Tür und Tor für Po­li­zei­b­ru­ta­li­tät ge­gen Min­der­hei­ten. Do­nald Trump ver­höhnt mit der Begna­di­gung des „här­tes­ten She­riffs Ame­ri­kas“die ame­ri­ka­ni­sche Ver­fas­sung, auf die er im Ja­nu­ar sei­nen Amts­eid ab­ge­legt hat­te. Der Prä­si­dent si­gna­li­siert da­mit an sei­ne Ge­folgs­leu­te, sie hät­ten nichts zu be­fürch­ten, wenn sie sich über Recht und Ord­nung bei der Durch­set­zung sei­ner Agen­da hin­weg­setz­ten.

Mit die­sem Rechts­ver­ständ­nis öff­net Trump Tür und Tor für Po­li­zei­b­ru­ta­li­tät ge­gen Min­der­hei­ten, Fol­ter von ver­däch­ti­gen Ter­ro­ris­ten, Miss­ach­tung von Men­schen­und Bür­ger­rech­ten oder An­grif­fe auf die Pres­se­frei­heit. Din­ge, die Trump in sei­nem hass­er­füll­ten Re­den zum Teil of­fen pro­pa­giert hat.

Un­über­seh­bar er­mu­tigt er die mut­maß­li­chen Ver­schwö­rer in der Russ­land-Af­fä­re, nicht mit Son­der­er­mitt­ler Ro­bert Mu­el­ler zu ko­ope­rie­ren. Der Lohn ih­rer Ni­be­lun­gen­treue, so die un­miss­ver­ständ­li­che Bot­schaft, sei ein Gna­den­akt des Prä­si­den­ten; egal mit wel­chen Stra­fen Mu­el­ler auch dro­hen mag.

Kaum je­mand be­strei­tet das weit­ge­hen­de Recht von Prä­si­den­ten, Per­so­nen zu be­gna­di­gen. Auch an­de­re ha­ben da­von Ge­brauch ge­macht. Nicht im­mer wei­se, aber stets in sehr be­grenz­tem Um­fang am En­de ih­rer Amts­zeit und un­ter Mit­wir­kung des Jus­tiz­mi­nis­te­ri­ums.

Da­ge­gen lässt sich nur schwer ar­gu­men­tie­ren, dass die Ver­fas­sungs­vä­ter dem Prä­si­den­ten ei­ne Waf­fe in die Hand ge­ben woll­ten, den Rechts­staat zu un­ter­mi­nie­ren. Dies steht im of­fe­nen Ge­gen­satz zum er­klär­ten Ziel der Ver­fas­sung, Ame­ri­ka vor ei­ner Ty­ran­nei zu be­wah­ren.

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