Lin­ke Platt­form wie­der kurz im Netz

Ser­ver von links­un­ten.in­dy­me­dia.org nun in Ka­na­da

Heilbronner Stimme Stadtausgabe - Heilbronner Stimme Ausgabe Weinsberger Tal - - BADEN-WÜRTTEMBERG -

Die ver­bo­te­ne links­ex­tre­mis­ti­sche In­ter­net­platt­form „links­un­ten.in­dy­me­dia.org“ist vor­über­ge­hend im Netz wie­der zu­gäng­lich ge­we­sen. „Wir sind bald wie­der zu­rück“, war am Sams­tag auf der Home­page zu le­sen. „Der Cy­ber­space liegt nicht in­ner­halb Eu­rer Ho­heits­ge­bie­te. Glaubt nicht, Ihr könn­tet ihn gestal­ten, als wä­re er ein öf­fent­li­ches Pro­jekt. Ihr könnt es nicht“, schrie­ben die nicht na­ment­lich ge­nann­ten Ver­fas­ser. Ges­tern war die Platt­form nicht mehr er­reich­bar: „Wir sind zur Zeit off­line“, er­schien beim Auf­ruf der Adres­se. Bei dem Text vom Sams­tag han­delt es sich um Aus­zü­ge der 1996 von John Per­ry Bar­low ver­öf­fent­lich­ten „Un­ab­hän­gig­keits­er­klä­rung des Cy­ber­space“. Der Netz­pio­nier und Bür­ger­recht­ler hielt da­rin ein Plä­doy­er für Frei­heit und ge­gen staat­li­che Kon­trol­le im In­ter­net.

„Das Bun­des­kri­mi­nal­amt be­ob­ach­tet das“, sag­te ei­ne Spre­che­rin des Bun­des­in­nen­mi­nis­te­ri­ums am Sams­tag auf An­fra­ge. In dem Mo­ment, wo die Sei­te trotz des Ver­bots wei­ter be­trie­ben wer­de, mach­ten sich die Ver­ant­wort­li­chen straf­bar. Da­bei spie­le es kei­ne Rol­le, ob dort neue oder al­te In­hal­te ein­ge­stellt wür­den. Die Be­trei­ber der Sei­te hät­ten ei­nen Mo­nat Zeit, um da­ge­gen zu kla­gen. Nach Ablauf die­ser Frist ha­be das Ver­bot Be­stand.

Das Bun­des­in­nen­mi­nis­te­ri­um hat­te die Platt­form sie­ben Wo­chen nach den Kra­wal­len am Ran­de des G20-Gip­fels ver­bo­ten. Nach dem Ver­bot wur­de die Un­ter-Do­main „links­un­ten.in­dy­me­dia.org“von ei­nem Ser­ver in Frank­reich auf Rech­ner in Ka­na­da um­ge­zo­gen. dpa

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