Wie mit der Ter­ror­ge­fahr um­ge­hen?

De­bat­te nach Bar­ce­lo­na- An­schlag – Bun­des­tags­wahl­kampf in der Kri­tik

Heilbronner Stimme Stadtausgabe - Heilbronner Stimme Ausgabe Weinsberger Tal - - LESERFORUM - Kurt Bengs, Öh­rin­gen Ro­land Ma­der, Heil­bronn Wolf­gang Hah­nen, Leh­ren­steins­feld Hans Jür­gen Rühl, Bad Fried­richs­hall Wolf­gang Buck, Heil­bronn Ge­rald Dietz, Ils­feld Micha­el Her­kert, Haß­mers­heim Fred St­ei­nin­ger, Heil­bronn Hart­mut Lauk­huf, Öh­rin­gen

Schrö­der kein Buh­mann

Zur Dis­kus­si­on um Alt­bun­des­kanz­ler Schrö­der und des­sen Russ­land-Ver­bin­dun­gen.

Zu­ge­ge­ben, das Ar­beits­ver­hält­nis des Alt­kanz­lers Schrö­der ist sehr ge­wöh­nungs­be­dürf­tig. Ist es je­doch nicht auch rich­tig und von Nö­ten, sich nicht fort­wäh­rend auf ein­und aus­ge­fah­re­nen Glei­ses zu be­we­gen, wenn das welt­po­li­ti­sche Ge­sche­hen ge­ra­de­zu nach neu­en We­gen schreit? Nur ein Ne­ga­ti­vBei­spiel: Sind die deut­schen Pan­zer, die an rus­si­schen Gren­zen in Stel­lung ge­fah­ren sind, nicht ei­ne Bank­rott­er­klä­rung der Po­litk? Die deut­sche Au­ßen- und In­nen­po­litk ist mit zu vie­len Feh­lern be­haf­tet. Un­se­re Bür­ger sor­gen sich mehr und mehr um die Si­cher­heit un­se­res Lan­des. Un­se­re Bun­des­wehr soll­te drin­gend dar­auf vor­be­rei­tet wer­den, hier Ver­ant­wor­tung zu über­neh­men und Bür­ger­nä­he zei­gen, da­mit kein Son­der­le­ben ent­ste­hen kann. Schrö­der soll­te nicht zum Buh­mann ge­macht wer­den, wenn er neue po­li­ti­sche We­ge be­schrei­tet, son­dern die ver­ant­wort­li­chen Po­li­ti­ker soll­ten sich fra­gen, war­um so nach und nach das Ver­trau­en zu ih­ren Bür­gern ab­han­den kommt. Wenn der Kanz­ler-Ren­ter dem­nächst sei­nen zwei­ten Wohn­sitz in Russ­land an­mel­det und der Welt­raum­flie­ger Gerst von Russ­land aus sich zum Mars auf den Weg macht, be­rei­tet mir dies kei­ne schlaf­lo­sen Näch­te!

Zwei­er­lei Maß

Zum Kom­men­tar von Bern­hard Jun­gin­ger, 17.8.

Ver­ständ­nis für­ein­an­der und un­ter­ein­an­der sich ver­ste­hen: ist das nicht wun­der­bar? Doch halt! Ei­nes kann und darf nicht sein: Russ­land ver­ste­hen – das geht gar nicht! Und so ist Alt­kanz­ler Schrö­der auch ei­ner die­ser üb­len Ge­sel­len: ein Russ­land-Ver­ste­her! Da wird ei­nem ja angst und ban­ge! Für den Auf­sichts­rat von Ros­neft be­wirbt er sich, wo auch Tau­sen­de Deut­sche be­schäf­tigt sind. Das sind wohl auch so schlim­me Russ­land-Ver­ste­her! Stim­me-Kor­re­spon­dent Jun­gin­ger wirft Ros­neft die Zer­stö­rung der Le­bens­grund­la­ge in­di­ge­ner Völ­ker in der Ark­tis und Si­bi­ri­en vor. Recht hat er. Aber sieht er auch den Spon­sor Na­men Pe­tro­nas auf den Sil­ber­pfei­len der For­mel 1, der DTM und For­mel 3? Pe­tro­nas ver­seucht das Trink­was­ser im Süd­su­dan mit Schwer­me­tal­len und Che­mi­ka­li­en, was zu dau­er­haf­ten Schä­den am Ner­ven­sys­tem, der Nie­ren und zu Miss­bil­dun­gen bei Säug­lin­gen führt. Mil­lio­nen Men­schen im ver­äs­tel­ten Nil­del­ta sind be­droht, und Daim­ler weiß da­von. Aber das sind halt kei­ne üb­len Russ­land-Ver­ste­her! Wä­re es nicht schön, jour­na­lis­tisch sau­ber, aus­ge­wo­gen zu be­rich­ten?

Der Ter­ror­an­schlag von Bar­ce­lo­na ist auf­ge­klärt, der Haupt­at­ten­tä­ter er­schos­sen. Doch vie­le Fra­gen blei­ben un­ge­klärt. Und die Dis­kus­si­on, wie mit der Ge­fahr des is­la­mis­ti­schen Ter­ro­ris­mus auch in Deutsch­land um­zu­ge­hen ist, ist neu ent­brannt. Auch der lau­fen­de Bun­des­tags­wahl­kampf be­schäf­tigt die Le­ser.

Ge­fähr­der zu­rück­füh­ren

Zur Dis­kus­si­on um Ter­ro­ris­mus. Schon wie­der ha­ben sich Ter­ro­ris­ten er­mäch­tigt ge­fühlt, fried­li­che Men­schen um­zu­brin­gen. Das kann und darf so nicht wei­ter ge­hen. Er­kann­te Ge­fähr­der müs­sen eu­ro­pa­weit, vor­sorg­lich aus dem Ver­kehr ge­zo­gen und in das Hei­mat­land zu­rück ge­führt wer­den. Egal wel­che Zu­stän­de dort herr­schen oder ihn dort er­war­ten. Der Schutz der Be­völ­ke­rung hat Vor­rang! Man kann nicht war­ten, bis un­schul­di­ge Men­schen ver­letzt oder um­ge­bracht wor­den sind. Rei­chen da­zu un­se­re li­be­ra­len Ge­set­ze nicht aus, müs­sen sie ge­än­dert wer­den.

Ver­fehl­te Po­li­tik

Wie viel Un­schul­di­ge müs­sen noch ster­ben oder ver­letzt wer­den, da­mit die EU-Po­li­ti­ker, al­len vor­an die deut­sche Bun­des­kanz­le­rin, er­ken­nen, wie ver­fehlt die Flücht­lings­po- li­tik ge­stal­tet ist? Un­ter dem Deck­man­tel der Flücht­lings­wel­le, aus­ge­löst von An­ge­la Mer­kel, wer­den Tod und Ver­bre­chen nach Eu­ro­pa ein­ge­schleust.

War­um Auf­merk­sam­keit?

Zu den Haupt-In­ter­es­sen des IS und auch zu den Trieb­fe­dern der ein­zel­nen Ter­ro­ris­ten ge­hört der Wunsch nach Me­di­en-Auf­merk­sam­keit. War­um ver­der­ben wir ih­nen nicht we­nigs­tens den „Spaß“an ih­rem öf­fent­li­chen „Ruhm“und be­han­deln die Meldungen über ih­re Schand­ta­ten um min­des­tens drei Stu­fen we­ni­ger sen­sa­tio­nell? Nur noch knap­pe Meldungen über die Fak­ten – oh­ne Son­der­mel­dun­gen, Son­der­sen­dun­gen, In­ter­views mit Au­gen­zeu­gen, Be­trof­fe­nen und Hin­ter­blie­be­nen? Oder wür­de das ge­gen das „Recht auf In­for­ma­ti­on“un­se­rer Bür­ger ver­sto­ßen?

Enor­me Sum­men

Zum Ar­ti­kel von Mar­tin Ferber „Haus­halt der Re­kor­de“,15.8.

Die Steu­er­ein­nah­men klet­ter­ten 2016 auf 248 Mil­lier­den, 2017 dürf­ten sie ähn­lich aus­fal­len. Da ver­spre­chen die Par­tei­en vor der Bun­des­tags­wahl im Herbst noch schnell 15 oder 30 Mil­li­ar­den Steu­er­ent­las­tun­gen oder noch mehr ih- rer je­wei­li­gen Kli­en­tel, oh­ne auf die Ri­si­ken in den Haus­hal­ten des Bun­des, der Län­der und den Ge­mein­den ein­zu­ge­hen. War­um will man erst 2020 den Schul­den­stand von der­zeit 68 Pro­zent auf un­ter 80 Pro­zent des Brut­to­in­land­pro­duk­tes ge­mäß den „Maas­tricht-Ober­gren­zen“drü­cken? Wie will man in der Flücht­lings­kri­se mit der Fi­nanz­pla­nung von 77,5 Mil­li­ar­den . imZei­t­raum 2018 bis 2020 aus­kom­men wenn wei­te­re tau­sen­de Ein­wan­de­rungs­wil­li­ge an Eu­ro­pas Gren­zen drän­gen und be­reits in 2016 die 171,5 Mrd. für all­ge­mei­ne So­zi­al­aus­ga­ben ge­braucht wur­den. Hier­zu kom­men die fi­nan­zi­el­len Ri­si­ken aus der lau­fen­den Eu­ro­Ret­tung.

Nah­ver­kehr för­dern

Zur Die­sel-Dis­kus­si­on.

Schön, dass sich die „Ver­ant­wort­li­chen“zum Die­sel­gip­fel tref­fen. Ein schö­nes Bild, wenn die den­ken Sie sind am Gip­fel! Da­bei sind sie nach mei­ner Wahr­neh­mung bö­se ge­stürzt, im tie­fen Tal und der Gip­fel noch lan­ge nicht in Sicht. Gip­fel ver­bin­de ich mit Weit­sicht, und die fehlt hier. Füh­len sich die­se Per­so­nen über­haupt ver­ant­wort­lich für das, was da im­mer noch schief­läuft? Das wa­ren doch al­les die an­de­ren. Soft­ware-Up­date, dass ich net lach! Auf­klä­rung tut Not – will man aber (noch) nicht. Dass die Au­to­mo­bil­fir­men nur „Au­to“den­ken, kann ich noch nach­voll­zie­hen. Von un­se­ren Po­li­ti­kern er­war­te ich ein biss­chen mehr: Was sind die Her­aus­for­de­run­gen für die Zu­kunft? Was sind die Die­sel­al­ter­na­ti­ven, was ist tat­säch­lich das Pro­blem? 1. zu ho­he Schad­stoff­wer­te in Städ­ten und 2. der im­mer noch zu­neh­men­de In­di­vi­du­al­ver­kehr. Die Lö­sung den Die­sel „sau­ber“zu ma­chen oder durch ein E-Fahr­zeug zu er­set­zen, kann hier nur ganz be­dingt hel­fen. Was wir brau­chen, ist ein at­trak­ti­ver öf­fent­li­cher Nah­ver­kehr mit ei­nem zu­ver­läs­si­gen Takt <20 Mi­nu­ten und das zu ei­nem er­schwing­li­chen Preis. Und den Aus­bau des Fahr­rad­weg­net­zes, Park­sta­tio­nen für Fahr­rä­der mit La­de­mög­lich­keit für das E-Bi­ke. Aber das wä­re dann wahr­schein­lich oh­ne Au­to, und das geht im Au­to­land Ba­den Würt­tem­berg gar nicht.

Ma­chen­schaf­ten

Zum The­ma „Stra­ßen­lärm“.

„Ei­ne Klap­pe für mehr Krach im Aus­puff“stand als di­cke Über­schrift am 11.8. mit wei­te­ren De­tails zur so­ge­nann­ten Sound­ver­stär­kung. Über­all wer­den Maß­nah­men ge­gen Lärm­be­läs­ti­gung durch den Stra­ßen­ver­kehr mit ho­hem fi­nan­zi­el­len Auf­wand durch­ge­führt: Lärm­schutz­wän­de, Flüs­ter-

Kei­ne Lö­sun­gen ge­nannt

Zum Be­such von Bun­des­kanz­le­rin An­ge­la Mer­kel in Heil­bronn

Über 7000 Men­schen wa­ren auf dem Ki­li­ans­platz bis zur Stadt­ga­le­rie ge­kom­men, um die der­zei­ti­ge Re­gie­rungs­che­fin zu hö­ren und zu se­hen. Der Ver­an­stal­tungs­ort war nicht ge­ra­de ide­al, die The­re­si­en­wie­se wä­re bes­ser ge­we­sen. Die freie Re­de von Frau Mer­kel hat vie­le Pro­blem­punk­te in Deutsch­land auf­ge­zeigt, aber Lö­sun­gen wer­den nicht ge­nannt. Auch ge­mach­te Feh­ler wur­den ver­schwie­gen. z.B. die Lü­ge der Au­to­bau­er mit dem Die­selskan­dal, die Flücht­lings- und Asyl­po­li­tik, das Kran­ken­haus­we­sen, Kran­ken­häu­ser wer­den ge­schlos­sen, die Ren­ten und das Lern­sys­tem für Kin­der und Ju­gend­li­che wur­den nur am Ran­de er­wähnt. Die Fa­mi­li­en­po­li­tik hat ei­ni­ge Ne­ga­tiv­punk­te, und die Bil­lio­nen Eu­ro Schul­den, die wir ha­ben, wur­den ver­schwie­gen. Au­ßer­dem die Skan­da­le bei der Bun­des­wehr. Die mit­re­gie­ren­de SPD wur­de to­tal ver­ges­sen. Die­se Par­tei hat in ih­rem Wahl­pro­gramm po­si­ti­ve An­sät­ze. Sich sel­ber auf die Schul­ter klop­fen wur­de hier ge­zeigt. Herr Strobl sonnt sich im Schat­ten von An­ge­la Mer­kel, er selbst hat als In­nen­mi­nis­ter von BW noch kei­ne Bäu­me ver­setzt.

Aus dem Her­zen

Zum Le­ser­brief von Bir­git Michl, 17.8.

Vie­len Dank für die­sen sehr, sehr au­then­ti­schen Bei­trag zu La­ge in der Welt. Sie ha­ben mir und den Men­schen in mei­nem Um­feld aus dem Her­zen ge­spro­chen. Lei­der se­he ich nie­man­den, der die­se Miss­stän­de be­sei­tigt, auch kei­ne Par­tei in un­se­rem Deutsch­land.

Si­cher­heits­blö­cke vor dem Dom. Nach dem Ter­ror­an­schlag in Bar­ce­lo­na hat die Stadt Köln neue Maß­nah­men be­schlos­sen.

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