Har­vey bringt Tod und Zer­stö­rung

Die Aus­wir­kun­gen des Tro­pen­sturms im Sü­den der USA sind ver­hee­rend

Heilbronner Stimme Stadtausgabe - Heilbronner Stimme Ausgabe Weinsberger Tal - - BLICK IN DIE WELT -

Ver­hee­ren­de Re­gen­mas­sen und Über­schwem­mun­gen, Tod und Zer­stö­rung: Der Wir­bel­sturm Har­vey hat in Süd­te­xas dra­ma­ti­sche Ver­wüs­tun­gen an­ge­rich­tet. Vor al­lem Hous­ton hat­te ges­tern ein hoch­ge­fähr­li­ches Pro­blem: Sint­flut­ar­ti­ger Dau­er­re­gen führ­te in vie­len Tei­len der Mil­lio­nen­stadt zu mas­si­ven Über­flu­tun­gen. Men­schen wa­ren in Häu­sern ein­ge­schlos­sen, Au­tos stan­den bis zu den Dä­chern im Was­ser.

Auch in an­de­ren süd­li­chen Tei­len des US-Staa­tes, be­son­ders an der Küs­te am Golf von Me­xi­ko, spitz­te sich die La­ge zu. Ob­wohl Har­vey sich am Sams­tag von ei­nem Hur­ri­kan der zweit­stärks­ten Ka­te­go­rie vier zu ei­nem Tro­pen­sturm ab­ge­schwächt hat­te, schüt­te­te er Re­kord­was­ser­men­gen über der Re­gi­on ab. Hin­zu ka­men schwe­re Sturm­schä­den an Häu­sern, ent­wur­zel­te Bäu­me und um­ge­stürz­te Strom­mas­ten: Al­lein am Sams­tag wa­ren mehr als 300 000 Ein­woh­ner oh­ne Strom­ver­sor­gung. Und das al­les ist viel­leicht nur der An­fang: Ein Hoch­druck­ge­biet wei­ter nörd­lich ver­hin­der­te, dass Har­vey wei­ter ins In­land zie­hen konn­te: Statt­des­sen dreh­te er Schlei­fen – und soll­te die Re­gi­on nach Vor­her­sa­gen von Me­teo­ro­lo­gen noch bis zur Wo­chen­mit­te mit Re­gen über­zie­hen. Vie­le Or­te wür­den bald mög­li­cher­wei­se nur noch mit Boo­ten zu er­rei­chen sein, warn­ten die Be­hör­den, man­che Ge­bie­te sei­en viel­leicht auf Mo­na­te un­be­wohn­bar.

Bis­lang ka­men zwei Men­schen ums Le­ben: Ei­ne Frau aus Hous­ton blieb mit ih­rem Au­to in den Flu­ten ste­cken und er­trank beim Aus­stei­gen. Das zwei­te To­des­op­fer fan­den Hel­fer in der Küs­ten­stadt Rock­port bei Cor­pus Chris­ti. Dort hat­te Har­vey am spä­ten Frei­tag­abend (Orts­zeit) mit Wind­ge­schwin­dig­kei­ten von mehr als 200 St­un­den­ki­lo­me­tern das Fest­land er­reicht.

In Rock­port, we­gen sei­ner schö­nen Strän­de auch als „te­xa­ni­sche Ri­vie­ra“be­kannt, wur­den vie­le Häu­ser dem Erd­bo­den gleich­ge­macht. Bür­ger­meis­ter Charles Wax sprach von „ver­hee­ren­den Schä­den“und meh­re­ren Ver­letz­ten. Dem ört­li­chen She­riff zu­fol­ge hat­ten sich mehr als die Hälf­te der gut 10 000 Ein­woh­ner trotz Eva­ku­ie­rungs­auf­ru­fen zum Blei­ben ent­schlos­sen.

Wax emp­fahl ih­nen vor Ein­tref­fen des Sturms, Na­men und So­zi­al­ver­si­che­rungs­num­mer auf den Arm zu schrei­ben, da­mit sie im To­des­fall leich­ter iden­ti­fi­ziert wer­den könn­ten – so ernst wur­de die La­ge ein­ge­stuft. Vor die­sem Hin­ter­grund herrsch­te Er­leich­te­rung, dass es in Rock­port zu­min­dest zu­nächst nur ein To­des­op­fer gab.

In Hous­ton im US-Bun­des­staat Te­xas hat Har­vey für mas­si­ve Über­schwem­mun­gen ge­sorgt. Die Men­schen kön­nen sich nur noch mit Boo­ten fort­be­we­gen.

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