Der Au­tor als Un­ter­hal­ter be­trach­tet

Hanns-Jo­sef Ort­heil las bei Osi­an­der aus sei­nem Ro­man „Der Typ ist da“

Heilbronner Stimme Stadtausgabe - Heilbronner Stimme Ausgabe Weinsberger Tal - - KULTUR REGIONAL -

heil sei­ne vier gleich­be­rech­tig­ten Prot­ago­nis­ten. Oder, um es mit Ort­heil zu sa­gen: An­ge­lehnt an Goe­thes „Wahl­ver­wandt­schaf­ten“wer­den sich sei­ne Hel­den, von de­nen im­mer ei­ner pro Ka­pi­tel im Fo­kus ste­hen wird, ste­tig ver­än­dern. Ra­send schnell, so Ort­heil, und auf die Ge­fahr hin, dass die Le­bens­ent­wür­fe in­fra­ge ge­stellt wer­den müs­sen.

„Die Ge­schich­te“, so der Au­tor, der wäh­rend der Le­sung im­mer im en­gen Kon­takt zum Pu­bli­kum bleibt, „hat ge­wis­ser­ma­ßen ei­nen Ka­rus­sell­cha­rak­ter.“Al­les klar? Doch noch wäh­rend der Zu­hö­rer die Me­ta­pher in Ein­klang mit dem Ge­hör­ten brin­gen will, ist Ort­heil, der sich, wie Hitch­cock, ei­nen Ca­me­oAuf­tritt in den Ro­man hin­ein­ge­schrie­ben hat, schon längst wei­ter. Ein paar rät­sel­haf­te Spu­ren möch­te er noch le­gen. Wes­halb Mat­teo sich mit dem Zei­chen­block be­waff­net in den Köl­ner Dom be­gibt? Ist es nur ei­ne Fin­te? Man weiß es nicht. Re­cher­chiert, merkt Ort­heil auf die ge­wis­se jo­via­le Wei­se an, die al­le Fra­gen of­fen lässt, ha­be er di­rekt in Ve­ne­dig: In der Kir­che San Se­bas­tia­no, wo er auf herr­li­che Fres­ken Pao­lo Ve­ro­ne­ses ge­sto­ßen sei.

Le­se­tipp

Hanns-Jo­sef Ort­heil: „Der Typ ist da“. Kie­pen­heu­er & Witsch, Köln. 305 Sei­ten, 20 Eu­ro.

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