Ope­ra­ti­on ge­glückt, Por­sche futsch

Yng­ve Ho­len er­hielt den 12. Ro­bert- Ja­cob­sen-Preis der Stif­tung Würth

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sprüch­li­ches nicht aus­schließt, son­dern, ähn­lich dem Prin­zip von De­mon­ta­ge und Montage, das Ki­no im Kopf an­kur­beln.

„But­ter­fly“, ein Stück Alu-Zaun­git­ter wie ein Ge­mäl­de ge­hängt, ist für ei­nen Schmet­ter­ling kein Hin­der­nis, er könn­te eben­so gut hin­durch oder drü­ber­weg flat­tern. „Ex­ten­ded Ope­ra­ti­ons XWB“, ein auf Wa­ben­po­dest aus­ge­leg­ter Not­fall­bo­den, auf dem ein läng­li­ches Mar­mor-Stück ne­ben ei­nem sta­che­li­gen Draht zur Ab­wehr von Tau­ben liegt, lässt an den ma­ka­bren Satz den­ken: „Ope­ra­ti­on ge­glückt, Pa­ti­ent tot“.

Drei ne­ben­ein­an­der plat­zier­te Wasch­trom­meln re­prä­sen­tie­ren in ih­rer Hoch­glanz-Trini­tät qua­si gött­li­che Rein­heit, was der In­halt ver­meint­lich kon­ter­ka­riert – ein ge­schlach­te­tes Hühn­chen, vom Au­to platt ge­fah­ren, ein ver­dreck­ter Hau­fen vol­ler Bak­te­ri­en – hat als wei­ßer 3D-Aus­druck sei­ne an Ste­ri­li­tät gren­zen­de Rein­heit zu­rück­ge­won­nen. Die In­stal­la­ti­on „Sen­si­ti­ve 8 De­ter­gent“– Be­grif­fe der Wasch­mit­tel­wer­bung, ver­bun­den durch das senk­recht ste­hen­de Unend­lich­keits­zei­chen – als ei­ne ewig kor­re­spon­die­ren­de Dia­lek­tik von Ver­schmut­zung und Rein­heit. Auch auf die von Ho­len (eng­lisch ho­le = Loch) the­ma­ti­sier­te Angst vor Lö­chern (Try­po­pho­bie) ver­wei­sen die bei­den jüngs­ten Ar­bei­ten.

Der 1982 in Braun­schweig ge­bo­re­ne, in Wi­en und Frank­furt aus­ge­bil­de­te und in Ber­lin le­ben­de Künst­ler deutsch-nor­we­gi­scher Her­kunft be­schäf­tigt sich an der Schnitt­stel­le von Bio­lo­gie und Tech­no­lo­gie mit dem Ver­hält­nis von Kör­per und Ma­schi­ne. Ho­len gibt sich bei der Preis­ver­lei­hung schüch­tern bis cool, ei­ne Hal­tung, die an Bob Dy­lan und den Li­te­ra­tur­no­bel­preis er­in­nert. „Ho­lens bis­he­ri­ges Werk er­weist sich als ent­schei­den­der und ana­ly­ti­scher Bei­trag zum 21. Jahr­hun­dert“, so Lau­da­tor Ar­min Zwei­te.

Der deutsch-nor­we­gi­sche Künst­ler Yng­ve Ho­len bei der Preis­ver­lei­hung in Ber­lin vor sei­nem Werk „Ta­xi B-OS 6476 kommt vor­aus­sicht­lich in 2 Mi­nu­ten“(2017).

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