Die wich­tigs­te Fra­ge: Geht Na­gels­mann nach Mün­chen?

Bei der TSG Hof­fen­heim gibt es nach dem ent­täu­schen­den 1:2 in Ras­grad viel zu be­spre­chen, doch ei­ne Spe­ku­la­ti­on über­la­gert al­les

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Ju­li­an Na­gels­mann hat­te sein Laus­bu­ben­grin­sen wie­der­ge­fun­den, als er am Frei­tag im An­zug und mit Lap­top-Ta­sche zur Rück­rei­se am Flug­ha­fen von War­na ein­traf. Die 1:2-Nie­der­la­ge der TSG Hof­fen­heim beim bul­ga­ri­schen Meis­ter Lu­do­go­rez Ras­grad wurm­te den Trai­ner aber wei­ter mäch­tig. So sau­er wie nach dem Ab­pfiff hat­te man Na­gels­mann in sei­nen gut ein­ein­halb Jah­re als Chef­coach noch nicht er­lebt. „To­tal la­ri­fa­ri“ha­be sei­ne Mann­schaft das Spiel „ab­ge­schenkt“, schimpf­te der 30-Jäh­ri­ge.

Die Fra­ge nach dem Bay­ern-Trai­ner­kan­di­da­ten Na­gels­mann woll­ten we­der er selbst noch TSG-Sport­chef Alex­an­der Ro­sen hö­ren. Aber na­tür­lich ist das ein The­ma.

Ob er es denn aus­schlie­ßen kön­ne, dass er Hof­fen­heim wäh­rend der lau­fen­den Sai­son ver­lässt, wur­de der Er­folgs­coach ge­fragt? „Ich kann nur sa­gen, dass ich bes­ser Fuß­ball spie­len und das Spiel am Sonn­tag in Frei­burg ge­win­nen will“, sag­te Na­gels­mann schmal­lip­pig. Mehr, er­klär­te er dann am Frei­tag nach ei­ner kur­zen Nacht, ha­be er da­zu auch jetzt nicht zu sa­gen.

Ma­na­ger Ro­sen flüch­te­te nach dem Spiel lie­ber Rich­tung Mann­schafts­bus, als über ei­nen mög­li­chen Trai­ner-Ab­gang zu re­den. Er nutz­te die Ge­le­gen­heit je­den­falls nicht zu ei­nem kla­ren State­ment.

Die Ge­fahr ei­nes Wech­sels sei so ge­ring, er kön­ne gar nicht sa­gen, wie ge­ring, hat­te Ro­sen vor dem An­pfiff beim TV-Sen­der Sport 1 er­klärt. „Ich wür­de ja sa­gen, dass mich das The­ma nervt. Aber das tut es nicht mal. Es lang­weilt mich ein­fach nur.“Tak­ti­sches Ge­re­de oder die pu­re Wahr­heit?

Na­gels­mann wird je­den­falls als ei­ner der Kan­di­da­ten auf die Nach­fol­ge von Car­lo An­ce­lot­ti beim deut­schen Meis­ter aus Mün­chen ge­han­delt. Der ge­bür­ti­ge Bay­er hat­te erst im Ju­ni sei­nen Ver­trag in Hof­fen- heim bis zum Jahr 2021 ver­län­gert, kürz­lich aber ge­äu­ßert, dass es ein Le­benstraum von ihm sei, ei­nes Ta­ges den FC Bay­ern zu trai­nie­ren. Vor dem An­pfiff hat­te Na­gels­mann Fra­gen zur Trai­ner-Dis­kus­si­on in Mün­chen ab­ge­wehrt. „Ich be­fas­se mich nicht mit Spe­ku­la­tio­nen“, sag­te er nur.

Und was den­ken die TSG-Pro­fis? „Das spielt bei uns kei­ne Rol­le“, ver­si­cher­te Tor­hü­ter Oli­ver Bau­mann in Ras­grad. Wie schon beim 1:2 zum Auf­takt der Eu­ro­pa-Le­ague-Grup- pen­spie­le ge­gen die Por­tu­gie­sen von Sporting Bra­ga ver­lo­ren die Kraich­gau­er nach ei­ner Füh­rung. „Den Start ha­ben wir ver­saut“, sag­te Bau­mann.

Stimmt.

Pa­vel Ka­de­ra­bek traf früh. Dann ging es ab­wärts. „Ab der drit­ten Spiel­mi­nu­te hat­ten wir heu­te zu kei­ner Zeit den Sieg ver­dient ge­habt“, sag­te der an­ge­fres­se­ne Ju­li­an Na­gels­mann.

Die neun ver­let­zungs- und krank­heits­be­ding­ten Aus­fäl­le woll­te der TSG-Trai­ner nicht als Ent­schul­di­gung gel­ten las­sen. Für das ba­di­sche Bun­des­li­gaDu­ell am Sonn­tag (13.30 Uhr/Sky) sieht es wie­der et­was bes­ser aus: Na­tio­nal­stür­mer San­dro Wa­gner kehrt zu­rück, auch für Stamm­ver­tei­di­ger Ben­ja­min Hüb­ner könn­te es rei­chen. Da­für muss Ab­wehr­chef Ke­vin Vogt erst­mal auf die Zäh­ne bei­ßen: Er muss­te ei­ne Platz­wun­de am Schien­bein nä­hen las­sen.

Der Hof­fen­hei­mer Trai­ner Ju­li­an Na­gels­mann sam­melt der­zeit Er­fah­run­gen im in­ter­na­tio­na­len Pflicht­spiel­fuß­ball. Aber die Bay­ern ki­cken ei­ne Eta­ge hö­her.

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