Mas­sen­de­mos für Spa­ni­ens Ein­heit

Re­gio­nal­prä­si­dent Pu­ig­de­mont gibt sich trotz Ent­mach­tung kämp­fe­risch

Heilbronner Stimme Stadtausgabe - Heilbronner Stimme – Landkreis Nord (N / Nord-Ausgabe) - - VORDERSEITE -

Nach dem vor­läu­fi­gen Hö­he­punkt der Ka­ta­lo­ni­en-Kri­se mit der Ent­mach­tung der Se­pa­ra­tis­ten sind Zehn­tau­sen­de Men­schen für die Ein­heit Spa­ni­ens auf die Stra­ße ge­gan­gen. Bei ei­nem Pro­test­zug durch das Zen­trum Bar­ce­lo­nas skan­dier­ten die Men­schen am Sonn­tag „Vi­va España“, „Ich bin Spa­nier“oder „Barcelona ge­hört zu Spa­ni­en“. Die Or­ga­ni­sa­to­ren spra­chen von „mehr als ei­ner Mil­li­on Teil­neh­mer“, Me­di­en der­weil von „Zehn­tau­sen­den“.

Die all­ge­mein be­fürch­te­ten Pro­tes­te der Sym­pa­thi­san­ten der von Madrid ab­ge­setz­ten Re­gie­rung von Carles Pu­ig­de­mont blie­ben un­ter­des­sen am Wo­che­n­en­de so­wohl in der ka­ta­la­ni­schen Haupt­stadt als auch in an­de­ren Ge­bie­ten Ka­ta­lo­ni­ens zu­nächst aus.

Ver­söh­nung Vie­le De­mons­tran­ten for­der­ten die Fest­nah­me von Pu­ig­de­mont. Man wol­le da­für ar­bei­ten, dass es zu ei­ner Ver­söh­nung zwi­schen Unio­nis­ten und Se­pa­ra­tis­ten kommt und in der Re­gi­on im Nord­os­ten Spa­ni­ens künf­tig Be­son­nen­heit und ein fried­li­ches Zu­sam­men­le­ben herr­schen, teil­te die pro­s­pa­ni­sche So­cie­dad Ci­vil Ca­ta­la­na (SCC) mit, die zu der Kund­ge­bung auf­ge­ru­fen hat­te. Vor drei Wo­chen hat­te ein Marsch ge­gen die Un­ab­hän­gig­keit in Barcelona rund 350 000 Men­schen mo­bi­li­siert.

„Un­se­re Zu­kunft ist bes­ser in­ner­halb Spa­ni­ens und in­ner­halb Eu­ro- pas. Des­we­gen sind wir heu­te hier“, sag­te die Spre­che­rin der li­be­ra­len Ci­u­dad­a­nos, Inés Ar­ri­ma­das. Die Par­tei war 2006 in Ka­ta­lo­ni­en als Ge­gen­be­we­gung zu se­pa­ra­tis­ti­schen Grup­pen der Re­gi­on ge­grün­det wor­den. Ar­ri­ma­das be­ton­te: „Ich möch­te, dass sich al­le Ka­ta­la­nen wie­der die Hand ge­ben kön­nen und wir wie­der ge­mein­sam wei­ter­ge­hen.“

Wen­dung Kurz nach­dem das ka­ta­la­ni­sche Par­la­ment am Frei­tag für ei­nen Pro­zess zur Los­lö­sung von Spa­ni­en und zur Grün­dung ei­nes un­ab­hän­gi­gen Staa­tes ge­stimmt hat­te, kam die ent­schei­den­de Wen­dung im Kon­flikt. Der spa­ni­sche Se­nat mach­te mit der Bil­li­gung des nie zu­vor an­ge­wand­ten Ver­fas­sungs­ar­ti­kels 155 den Weg für die Ent­mach­tung der Re­gio­nal­re­gie­rung in Barcelona und für Neu­wah­len am 21. De­zem­ber frei. Am Sams­tag wur­de die Au­to­no­me Ge­mein­schaft un­ter Zwangs­ver­wal­tung ge­stellt. Die täg­li­chen Amts­ge­schäf­te in Ka­ta­lo­ni­en soll Me­dien­be­rich­ten zu­fol­ge Ra­joys Vi­ze Sora­ya Sáenz de Santa­ma­ría über­neh­men.

Pu­ig­de­mont hat­te am Sams­tag an­ge­deu­tet, dass er sei­ne Amts­ent­he­bung durch die Zen­tral­re­gie­rung in Madrid nicht an­er­kennt. Man wol­le wei­ter da­für ar­bei­ten, ein „frei­es Land“zu grün­den, auch wenn man sich „der ak­tu­el­len Schwie­rig­kei­ten“be­wusst sei, sag­te er und rief zum fried­li­chen „de­mo­kra­ti­schen Wi­der­stand“auf. Nach Me­dien­be­rich­ten könn­te der Ge­ne­ral­staats­an­walt heu­te die Fest­nah­me des li­be­ra­len Po­li­ti­kers an­ord­nen. Soll­te er we­gen Auf­leh­nung ge­gen die Staats­ge­walt oder gar Re­bel­li­on ver­ur­teilt wer­den, dro­hen ihm bis zu 30 Jah­re Haft. Auch die üb­ri­gen Mit­glie­der der Re­gie­rung in Barcelona wur­den mit der Ver­öf­fent­li­chung im Amts­blatt am Sams­tag für ab­ge­setzt er­klärt. Ins­ge­samt muss­ten 150 Re­gie­rungs­mit­ar­bei­ter ge­hen. Kommentar „Neue Chan­ce“

„Ich möch­te, dass sich al­le Ka­ta­la­nen wie­der die Hand ge­ben kön­nen und wir wie­der ge­mein­sam wei­ter­ge­hen.“Inés Ar­ri­ma­das

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