Drey­er legt bei när­ri­scher Wein­stra­fe noch was drauf

Tri­but an Stock­a­cher Nar­ren­ge­richt – Rhein­land-pfäl­zi­sche Mi­nis­ter­prä­si­den­tin lie­fert 200 Fla­schen hei­mi­sche Trop­fen ab

Heilbronner Stimme Stadtausgabe - Heilbronner Stimme – Landkreis Nord (N / Nord-Ausgabe) - - BADEN-WÜRTTEMBERG - Von Bir­git Rei­chert, dpa

Ma­lu Drey­er ist sich kei­ner Schuld be­wusst. Als die Ver­tre­ter des Nar­ren­ge­richts aus dem ba­den-würt­tem­ber­gi­schen Stockach in der Tür ste­hen, sagt die Mi­nis­ter­prä­si­den­tin von Rhein­lan­dP­falz: „Ich weiß selbst­ver­ständ­lich, dass ich un­schul­dig bin.“Aber die när­ri­sche Stra­fe, zu der sie das Ge­richt im Fe­bru­ar ver­don­nert hat, zah­le sie trotz­dem ger­ne, meint sie la­chend. Am Frei­tag­abend be­glich Drey­er (SPD) im Mo­sel­ort Mehring (Kreis Tri­er-Saar­burg) ih­re när­ri­schen Schul­den: Sie über­gab den an­ge­reis­ten Ge­richts­nar­ren die ver­lang­ten 150 Li­ter Wein plus drei Li­ter ex­tra als Ver­zugs­zin­sen.

Mi­schung Für die „Ver­ur­teil­te“war die Sa­che klar: „Wenn ich se­he, dass das ho­he Nar­ren­ge­richt ex­tra an die Mo­sel ge­fah­ren kommt, um die Stra­fe ab­zu­ho­len, zeigt das: Es ist bei dem gan­zen Ver­fah­ren nur dar­um ge­gan­gen, mög­lichst viel rhein­land­pfäl­zi­schen Wein nach Ba­den-Würt­tem­berg zu ho­len.“Und den schlepp­ten die Nar­ren mit ih­ren bun­ten Drei­spitz-Kap­pen in gut 200 Fla­schen kis­ten­wei­se weg: Den Wein hat­te Drey­er aus den sechs rhein­land-pfäl­zi­schen An­bau­ge­bie­ten zu­sam­men­ge­stellt – vier­mal weiß und zwei­mal rot.

„Wir freu­en uns über den gu­ten Wein“, sag­te Nar­ren­rich­ter Jür­gen Ko­ter­zy­na auf dem Wein­gut En­des­fel­der. Die bun­te Mi­schung kam gut an: „Da kön­nen wir uns durch­pro­bie­ren.“Die Trop­fen wer­den nun das Jahr über ge­nos­sen: „Die Ar­beits­sit­zun­gen zur Vor- und Nach­be­rei­tung der Fast­nacht könn­ten sonst zu tro­cken sein.“Das 666 Jah­re al­te Stock­a­cher Nar­ren­ge­richt ge­hört zu den Hö­he­punk­ten der schwä­bisch-ale­man­ni­schen Fast­nacht im Süd­wes­ten Deutsch­lands.

An­kla­ge Drey­er war von den Nar­ren aus dem Kreis Kon­stanz in zwei An­kla­ge­punk­ten für schul­dig be­fun­den wor­den: Ei­ner „wis­sent­li­chen Kar­ne­va­li­sie­rung der Lan­des­po­li­tik“so­wie ei­nem Ver­rat am an­geb­li­chen Grund­kon­sens der SPD, wo­nach sich Wahl­sie­ge nicht ge­hör­ten. Drey­er hat­te 2016 die Wahl in Rhein- land-Pfalz ge­won­nen. Der Rich­ter­spruch ha­be null Aus­wir­kung auf sie, sag­te Drey­er: Sie wer­de wei­ter „Po­li­tik mit gu­ter Lau­ne“ma­chen und für SPD-Wahl­sie­ge kämp­fen.

Die Wi­der­wor­te ka­men an: „Wir ha­ben hier ei­ne wun­der­ba­re, char­mant-fre­che Be­klag­te, mit al­len Was­sern ge­wa­schen, nicht nur po­li­tisch, auch persönlich“, sag­te Ko­ter­zy­na über Drey­er. Ei­ne klei­ne kar­ne­va­lis­ti­sche Rest­stra­fe in Form von ei­ner „So­zi­al­stun­de“steht für Drey­er aber noch aus: Sie muss beim Rhein­land-Pfalz-Tag im Ju­ni 2018 ei­ne St­un­de Wer­bung für die Tou­ris­mus­re­gi­on Stockach ma­chen.

Foto: dpa

Ma­lu Drey­er

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.