Do­nald Trump Ju­ni­or rückt ins Zen­trum der Russ­land-Af­fä­re

Neue Ent­hül­lung: Prä­si­den­ten­sohn stand wäh­rend des Wahl­kampfs in di­rek­tem Kon­takt mit Wi­ki­leaks

Heilbronner Stimme Stadtausgabe - Heilbronner Stimme – Landkreis Nord (N / Nord-Ausgabe) - - POLITIK -

Die Russ­land-Af­fä­re lässt US-Prä­si­dent Do­nald Trump und des­sen nä­he­res Um­feld wei­ter nicht los: Prä­si­den­ten­sohn Do­nald Jr. muss­te nun di­rek­te Kon­tak­te mit der Ent­hül­lungs­platt­form Wi­ki­leaks ein­räu­men. Am Mon­tag­abend ver­öf­fent­lich­te Trump Ju­ni­or auf Twit­ter ei­ne um­fang­rei­che Kon­ver­sa­ti­on mit dem Twit­ter Ac­count von Wi­ki­leaks aus dem Som­mer Jahr 2016 – al­so vor der Wahl Trumps zum USPrä­si­den­ten. Der Wort­laut der Kom­mu­ni­ka­ti­on legt na­he, dass nicht Wi­ki­leaks-Grün­der Ju­li­an Ass­an­ge der Schrei­ber am an­de­ren En­de war. Ass­an­ge be­stä­tig­te die In­for­ma­tio­nen zu­nächst nicht.

Kon­tak­te Da­mit wird Trump Ju­ni­or im­mer mehr zur Per­son im Zen­trum des Er­mitt­ler­in­ter­es­ses bei der Aus­ar­bei­tung der so­ge­nann­ten Russ­land-Af­fä­re und in der Fra­ge, ob das Trump-Team im Wahl­kampf mit ei- ner aus­län­di­schen Macht zu­sam­men­ge­ar­bei­tet hat. Der 39-Jäh­ri­ge war be­müht, die Be­deu­tung der Mit­tei­lun­gen her­un­ter­zu­spie­len. Dar­un­ter be­fän­den sich gan­ze drei „ko­los­sa­le“Ant­wor­ten von ihm selbst, schrieb er auf Twit­ter. Er re­agier­te mit der Ver­öf­fent­li­chung auf ei­nen Ar­ti­kel des Ma­ga­zins „The At­lan­tic“, das über den In­halt der Nach­rich­ten be­rich­tet hat­te.

Die Neu­ig­kei­ten sind pi­kant, weil Wi­ki­leaks wäh­rend des Prä­si­dent­schafts­wahl­kampfs ei­ne be­deu­ten­de Rol­le in­ne hat­te. Die Platt­form ver­öf­fent­lich­te ge­hack­te E-Mails aus dem de­mo­kra­ti­schen La­ger um Hil­la­ry Cl­in­ton. Sie zeig­ten, wie in­ner­halb der de­mo­kra­ti­schen Par­tei Cl­in­ton ge­gen­über ih­rem Wi­der­sa­cher Ber­nie San­ders mög­li­cher­wei­se il­le­gal be­vor­zugt wur­de. Das scha­de­te wo­mög­lich der von den De­mo­kra­ten zur Kan­di­da­tin ge­kür­ten Cl­in­ton im Wett­streit mit Trump. US-Ge­heim­diens­te be­schul­di­gen die rus­si­sche Re­gie­rung, hin­ter den Ha­cker-An­grif­fen zu ste­hen. Ju­li­an Ass­an­ge hat­te je­doch mehr­mals be­tont, die In­for­ma­tio­nen stamm­ten nicht von ei­ner staat­li­chen Or­ga­ni­sa­ti­on. Der Aus­tra­li­er Ass­an­ge sitzt wei­ter­hin in der Bot­schaft Ecua­dors in Lon­don fest, wo­hin er we­gen Er­mitt­lun­gen der schwe­di­schen Staats­an­walt­schaft ge­gen ihn im Ju­ni 2012 ge­flo­hen war.

Aus den von Trump Ju­ni­or ver­öf­fent­lich­ten Nach­rich­ten geht her- vor, dass er mehr­mals An­fra­gen von Wi­ki­leaks be­kam – auch noch im Ju­li die­ses Jah­res. Ei­ni­ge der Nach­rich­ten stam­men aus der Zeit, als die Platt­form noch da­bei war, E-Mails von Cl­in­tons Wahl­kampf­ma­na­ger John Po­des­ta zu ver­öf­fent­li­chen.

Hei­kel Die An­ge­le­gen­heit ist für Trump Jr. hei­kel, weil er oh­ne­hin im Fo­kus der Russ­land-Af­fä­re steht. Im Ju­li hat­te er ein­räu­men müs­sen, wäh­rend des Wahl­kampfs ein Tref­fen mit ei­ner rus­si­schen An­wäl­tin ar­ran­giert zu ha­ben. Aus E-Mails geht her­vor, dass er der Be­geg­nung zu­ge­stimmt hat­te, weil ihm kom­pro­mit­tie­ren­des Ma­te­ri­al über Cl­in­ton ver­spro­chen wor­den war. Wi­ki­leaks-Grün­der Ju­li­an Ass­an­ge schrieb zu­nächst auf Twit­ter, er kön­ne die Nach­rich­ten nicht be­stä­ti­gen. Nach­dem Trump Jr. die­se ver­öf­fent­licht hat­te, ver­brei­te­te er sie aber in dem Kurz­nach­rich­ten­dienst wei­ter.

Fo­to: dpa/Archiv

Do­nald Trump Ju­ni­or un­ter­stütz­te sei­nen Va­ter im Wahl­kampf. Nun wer­den Vor­wür­fe ge­gen den 39-Jäh­ri­gen laut.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.