Die Fu­si­on der Raiff­ei­sen­bank Neu­denau und der Volks­bank Möck­mühl steht be­vor.

Fu­si­on der Raiff­ei­sen­bank Neu­denau und der Volks­bank Möck­mühl steht be­vor – Mit­glie­der müs­sen auch dies­mal zu­stim­men

Heilbronner Stimme Stadtausgabe - Heilbronner Stimme – Landkreis Nord (N / Nord-Ausgabe) - - VORDERSEITE - Von un­se­rem Re­dak­teur Chris­ti­an Gleich­auf

Die Raiff­ei­sen­bank in Neu­denau fu­sio­niert mit der sechs­mal grö­ße­ren Volks­bank aus Möck­mühl. Zu die­sem Schritt ha­ben sich die Vor­stän­de und Auf­sicht­rats­gre­mi­en der zwei In­sti­tu­te aus dem Jagst­tal ent­schlos­sen. Da­mit geht für Kun­den und Mit­ar­bei­ter ei­ne Pha­se der Un­si­cher­heit zu En­de, nach­dem die Raiff­ei­sen­bank Neu­denau 2012 mit Plä­nen ge­schei­tert war, mit der Volks­bank Kirnau aus dem Neckar-Oden­wald-Kreis zu­sam­men­zu­ge­hen.

Für den Möck­müh­ler Bank­vor­stand Rai­ner Schwab ist es ei­ne Ban­kenehe, für die er sich seit lan­gem ein­ge­setzt hat. „Wir muss­ten nicht fu­sio­nie­ren“, be­tont Schwab al­ler­dings ge­gen­über un­se­rer Zei­tung. Bei­de In­sti­tu­te sei­en über­durch­schnitt­lich gut auf­ge­stellt. Al­ler­dings bin­de die „Ban­ken­re­gu­la­to­rik“in­zwi­schen so viel Per­so­nal, dass die Vor­tei­le ei­ner Fu­si­on auf der Hand lä­gen. „Wir müs­sen das künf­tig nur noch ein­mal ma­chen.“Letzt­lich wür­de das auch den Kun­den zu­gu­te kom­men, wenn sich die Mit­ar­bei­ter wie­der mehr um ihr nor­ma­les Ge­schäft küm­mern kön­nen.

Wirt­schaft­lich stark Eben­falls wich­tig für die Kun­den: Al­le Fi­lia­len blei­ben er­hal­ten. Die Volks­bank Möck­mühl-Neu­en­stadt be­treibt bis­her 14 Stand­or­te, die Raiff­ei­sen­bank Neu­denau-St­ein-Her­bolz­heim drei. „Al­le Ge­schäfts­stel­len ar­bei­ten wirt­schaft­lich, und das ist die bes­te Be­stands­ga­ran­tie, die es gibt“, sagt Schwab. Das hän­ge auch mit der „über­durch­schnitt­li­chen Kun­den­reich­wei­te“zu­sam­men. Drei von vier Ein­woh­ner im Ein­zugs­be­reich der Ban­ken ar­bei­te­ten mit der Volks­be­zie­hungs­wei­se mit der Raiff­ei­sen­bank zu­sam­men. „Au­ßer­dem sind wir in ei­ner wirt­schaft­lich star­ken Re­gi­on ak­tiv, in der viel in­ves­tiert wird“, sagt Schwab.

An der Spit­ze der neu­en Bank wird ne­ben Schwab (57) auch der bis­he­ri­ge Volks­bank-Vor­stand Tho­mas Reu­ter (50) ste­hen. Die Vor­stän­de der klei­ne­ren Raiff­ei­sen­bank, Jo­chen Tr­a­bold (36) und Mi- cha­el Fähn­d­rich (60), wer­den in der neu­en Bank als Pro­ku­ris­ten an ver­ant­wort­li­cher Stel­le ar­bei­ten. Ei­ne Be­set­zung des drit­ten Vor­stands­pos­tens in Möck­mühl, der seit Jah­ren frei­ge­hal­ten wird, er­fol­ge vor­erst nicht, so Schwab. Die Ban­ken­auf­sicht stel­le ho­he An­for­de­run­gen an ei­ne Neu­be­set­zung. Ge­ra­de für die jun­gen Füh­rungs­kräf­te ge­be es da­mit aber noch al­le Per­spek­ti­ven in der Bank, so Schwab.

2012 wa­ren es die Mit­glie­der der Neu­de­nau­er Ge­nos­sen­schafts­bank, die dem Wunsch des da­ma­li­gen Auf­sichts­rats­chefs Paul Rö­ckel und sei­ner Vor­stän­de ei­nen Strich durch

die Rech­nung mach­ten und ge­gen ei­ne Fu­si­on stimm­ten. Die Ab­sa­ge war da­mals auch da­mit be­grün­det wor­den, dass die Mit­glie­der ei­ne re­gio­na­le Fu­si­on mit dem gro­ßen Nach­barn in Möck­mühl ei­ner Ver­bin­dung mit ei­nem weit ent­fern­ten klei­nen In­sti­tut vor­zie­hen wür­den. Rö­ckel ver­ließ den Auf­sichts­rat 2014. Trotz­dem dau­er­te es Jah­re, bis die Häu­ser zu­sam­men­fan­den.

Auch dies­mal ha­ben wie­der die Mit­glie­der das letz­te Wort: Im ers­ten Halb­jahr 2018 dür­fen sie über die Fu­si­on ab­stim­men. Da­zu wird es bei der Volks­bank Möck­mühl-Neu­en­stadt Ver­samm­lun­gen an al­len Or-

ten ge­ben. Soll­ten sie für den Zu­sam­men­schluss stim­men, soll er rück­wir­kend zum Jah­res­en­de 2017 wirk­sam wer­den. Und die Mit­glie­der ent­schei­den auch über den neu­en Na­men. Kurz und re­gio­nal gut zu­or­den­bar soll er sein, wünscht sich Schwab. Ein of­fi­zi­el­ler Vor­schlag liegt der­zeit nicht auf dem Tisch.

Letz­te Fu­si­on? Wird es die letz­te Fu­si­on blei­ben? Aus ei­ge­ner Er­fah­rung ver­mag Rai­ner Schwab kei­ne Ant­wort auf die­se Fra­ge zu ge­ben. Er selbst sei als Kind Kun­de bei der Spar- und Dar­le­hens­kas­se Ko­cher­steins­feld ge­we­sen, die 1969 mit der Raiff­ei­sen­bank Neu­en­stadt zu­sam­men­ging. Dort ha­be er sei­ne Aus­bil­dung ge­macht, sei 1987 Vor­stand ge­wor­den. Und 1995 ha­be er dann die Fu­si­on zur Volks­bank Möck­mühlNeu­en­stadt be­glei­tet. „So wird die Zeit wei­ter­ge­hen. Aber es wird si­cher kei­ne Fu­sio­nen um der schie­ren Grö­ße Wil­len ge­ben“, ver­si­chert der re­gio­nal ver­an­ker­te Ban­ker.

Oh­ne­hin sind mög­li­che Part­ner in­zwi­schen rar. Ei­ne Groß­fu­si­on im Kreis ist wohl nur mit der Volks­bank Heil­bronn mög­lich, doch das sei kein The­ma. „So­lan­ge die Bü­ro­kra­tie leist­bar ist, bin ich ein Freund klei­ner Ein­hei­ten“, so Schwab.

Fo­tos: Andre­as Vei­gel

Der Sitz der klei­nen Raiff­ei­sen­bank Neu­denau-St­ein-Her­bolz­heim: Das In­sti­tut war 2012 mit ei­nem ers­ten Fu­si­ons­ver­such am Vo­tum der Mit­glie­der ge­schei­tert. Be­reits 2012 hat­te die Volks­bank Möck­mühl in Neu­denau für ei­ne re­gio­na­le Lö­sung ge­wor­ben, war da­mals al­ler­dings beim Auf­sichts­rat ab­ge­blitzt.

Die Vor­stän­de Rai­ner Schwab (v.l.), Michael Fähn­d­rich (Neu­denau), Jo­chen Tr­a­bold (Neu­denau), Tho­mas Reu­ter.

Do­ris Göttsch, An­na May­er, Ka­ro Eu­rich und Marc En­gel­hard (v.l.) fei­ern.

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