Hasch des gsäh

Ju­beln oder brud­deln? Das VfB-Heim­spiel ge­gen Her­tha BSC wird die Stutt­gar­ter Stim­mung prä­gen

Heilbronner Stimme Stadtausgabe - Heilbronner Stimme – Landkreis Nord (N / Nord-Ausgabe) - - SPORT - Von un­se­rem Re­dak­teur Andre­as Öhl­schlä­ger

Da sit­zen sie wie­der, al­le­samt. Die Brudd­ler. Die tra­di­tio­nell kri­tik­star­ken Dau­er­kar­ten­be­sit­zer beim VfB Stuttgart. Jahr­zehn­te­lang ge­übt im Go­scheln, Mot­zen, Schimp­fen. Omee­e­glich!

Hasch des gsäh! Aus­wechs­la!

Laut sind sie wie­der ge­wor­den, als das Jahr 2017 dem En­de ent­ge­gen ging, als der VfB nur noch ver­lor und kei­ne To­re zu­stan­de brach­te. Die Eu­pho­rie nach der Zweit­li­gaMeis­ter­schaft, nach dem Auf­stieg? Ver­flo­gen. Die Ab­stiegs­angst wuchs. Der Un­mut auf den Sta­di­ont­ri­bü­nen auch.

Jetzt, da an die­sem Sams­tag (15.30 Uhr/Sky) mit dem Stutt­gar­ter Heim­spiel ge­gen Her­tha BSC die Rück­run­de be­ginnt, soll aber al­les bes­ser wer­den. Jetzt ist Meis­ter-Tor­jä­ger Ma­rio Go­mez wie­der da, ei­ner der VfB-Hel­den von 2007. Her­tha-Trai­ner Pal Dar­dai geht da­von aus, dass die Stutt­gar­ter Mann­schaft mit dem 71-ma­li­gen Na- tio­nal­stür­mer ei­ne an­de­re sein wird als in der Hin­run­de. „Ma­rio ist ein gu­ter Stür­mer, flei­ßig, er macht auch Lauf­ar­beit für die Mann­schaft, und er kann knip­sen.“

Dar­auf kommt es an: knip­sen. Oder eben: ver­sa­gen. Omee­e­glich!

Hasch des gsäh! Aus­wechs­la!

Of­fen­siv­stär­ker Der VfB braucht neu­en Schwung im neu­en Jahr, wenn den Brudd­lern das Brud­deln ver­ge­hen soll. Trai­ner Han­nes Wolf ist zu­ver­sicht­lich. „Voll­gas vor­aus!“hat er ge­sagt, als es ums Spiel ge­gen die Her­tha ging und um ei­ne of­fen­siv­stär­ke­re Rück­run­de.

17 Punk­te hat der VfB Stuttgart bei­sam­men. Das be­deu­tet Platz 14. Zwei Zäh­ler Ab­stand sind es nur zum Ham­bur­ger SV auf dem ers­ten di­rek­ten Ab­stiegs­rang. Ein schnel­ler Blick auf die Ta­bel­le reicht, um die im­men­se Be­deu­tung zu er­ken­nen, die das Heim­spiel ge­gen die Ber­li­ner Her­tha für den VfB hat. Pal Dar­da­is Ka­der ist kei­nes­wegs hoch­ka­rä­ti­ger be­setzt als der in Stuttgart. Aber die Mann­schaft aus der Haupt­stadt hat bis­lang 24 Punk­te ge­holt, steht deut­lich bes­ser da.

Jetzt noch ein Coup beim VfB, dann wä­ren die Ber­li­ner um sat­te zehn Zäh­ler ent­eilt. Glaubsch des? Omee­e­glich!

Mat­thi­as Sam­mer, der als Spie­ler und Trai­ner ei­ne Stutt­gar­ter Ver­gan­gen­heit hat, sagt: „Es wird für den VfB bis zum En­de der Sai­son schwer, aber ich bin über­zeugt, dass die Stutt­gar­ter den Klas­sen­ver­bleib schaf­fen wer­den.“Sam­mer, heu­te Ex­per­te beim Bun­des­li­ga-Sen­der Eu­ro­sport, einst als „Motz­ki“ver­ru­fen, al­so auch ein Mann mit Brud­del­cha­rak­ter, ist von der „Stutt­gar­ter Zei­tung“be­fragt wor­den. „Fuß­bal­le­risch hat der VfB ei­nen Ent­wick­lungs­schritt ge­macht“, sag­te er. „Man hat nur ver­säumt, mehr To­re zu schie­ßen.“

Wo­mit Sam­mer auch schon bei Ma­rio Go­mez an­ge­langt ist: „Ma­rio ist für den VfB Gold wert.“

Als Fix­punkt in der An­griffs­mit­te. Als Typ. Als Le­a­der. Und na­tür­lich auch als Tor­ga­rant. Dar­auf hof­fen al­le, de­ren Herz für den VfB schlägt. Aber Fuß­ball ist kein Ein­zel­sport. „Wir brau­chen auch ein paar Spie­ler um ihn her­um“, hat Han­nes Wolf ge­sagt. Sein Job als Trai­ner ist es, das Spiel­sys­tem so an­zu­pas­sen, dass Ma­rio Go­mez sei­ne Qua­li­tä­ten best­mög­lich ein­set­zen kann.

Go­mez-To­re en mas­se, es wä­re ein Traum.

Hasch des gsäh!

Die VfB-Brudd­ler ju­beln auch ganz ger­ne. Doch, doch. Ge­gen Her­tha BSC kann’s gleich los­ge­hen.

„Ma­rio ist ein gu­ter Stür­mer, flei­ßig, er macht auch Lauf­ar­beit für die Mann­schaft, und er kann knip­sen.“Pal Dar­dai

Fo­to: dpa

Ei­ne Plei­te ge­gen die Her­tha, dann wür­de es VfB-Trai­ner Han­nes Wolf ziem­lich kalt ins Ge­nick bla­sen. Es soll aber ganz an­ders kom­men.

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