Deut­li­ches Ren­ten­plus er­war­tet

Er­hö­hun­gen von mehr als drei Pro­zent wahr­schein­lich – Bei­trä­ge sol­len leicht sin­ken

Heilbronner Stimme Stadtausgabe - Heilbronner Stimme – Landkreis Ost (O / Ost-Ausgabe) - - VORDERSEITE - Von un­se­rem Re­dak­teur Sa­scha Spren­ger

Die gu­te Kon­junk­tur so­wie die Be­schäf­ti­gungs­la­ge in Deutsch­land könn­te den rund 21 Mil­lio­nen Rent­ne­rin­nen und Rent­nern in Deutsch­land im kom­men­den Jahr ei­ne Er­hö­hung ih­rer Be­zü­ge von rund drei Pro­zent (West: 3,09 Pro­zent /Ost: 3,23 Pro­zent) be­sche­ren. Dies be­rich­te­te das Re­dak­ti­ons­netz­werk Deutsch­land un­ter Be­ru­fung auf den neu­en Ren­ten­ver­si­che­rungs­be­richt der Bun­des­re­gie­rung.

Er­war­tung Gleich­zei­tig soll der Bei­trags­satz um 0,1 Pro­zent­punk­te auf dann 18,6 Pro­zent sin­ken. Bis 2022 blie­be es nach heu­ti­gen Pro­jek­tio­nen bei die­sem Wer t, ehe er 2023 auf 18,7 und 2024 dann auf 19,8 Pro­zent stei­ge. Mit dem Ren­ten­ein­tritt wei­te­rer ge­bur­ten­star­ker Jahr­gän­ge setzt sich die­se Ent­wick­lung bis 2030 (21,6 Pro­zent) wei­ter fort. Die ak­tu­el­len Zah­len woll­te Alex­an­der Gun­kel, der Vor­sit­zen­de des Bun­des­vor­stan­des der Deut­schen Ren­ten­ver­si­che­rung Bund (DRV), nur in­di­rekt be­stä­ti­gen. „Das sind Mo­dell­rech­nun­gen, bei de­nen ei­ne ge­wis­se Lohn- und Ge­halts­stei­ge­rung un­ter­stellt wird, über die wir aber erst im kom­men­den Früh­jahr Ge­wiss­heit ha­ben. Soll­ten die­se Mo­dell­rech­nun­gen am En­de zu­tref­fen, dann wä­re ei­ne sol­che Er­hö­hung mög­lich“, er­klär­te er ges­tern in Würz­burg. Al­ler­dings gab er zu be­den­ken, dass man mit die­sen Schät­zun­gen in der Ver­gan­gen­heit mehr­fach da­ne­ben ge­le­gen ha­be und die rea­len Zah­len letzt­lich an­de­re wa­ren: „Wir wur­den dies­be­züg­lich schon mehr­fach Op­fer der Sta­tis­tik.“

Si­gnal Für An­ne­lie Bun­ten­bach, al­ter­nie­ren­de Vor­sit­zen­de des DRVBun­des­vor­stan­des, ist ei­ne mög­li­che Ab­sen­kung des Ren­ten­bei­tra­ges das fal­sche Si­gnal: „Das ist ein Mecha­nis­mus, der grund­sätz­lich sei­ne Be­rech­ti­gung hat. Al­ler­dings hal­te ich ihn mit der Per­spek­ti­ve auf sin­ken­des Ren­ten­ni­veau bei stei­gen­den Bei­trä­gen bis 2045 nicht für sinn­voll.“Die Bei­trä­ge müs­sen ge­senkt wer­den, wenn die Nach­hal­tig­keits­rück­la­ge, al­so das Pols­ter der DRV, die Zahl von 1,5 Mo­nats­aus­ga­ben über­steigt. Der­zeit liegt sie bei rund 33 Mil­li­ar­den Eu­ro, was 1,59 Mo­nats­aus­ga­ben ent­spricht.

Bis 2023, so die Pro­gno­sen, soll sie bei­na­he auf­ge­braucht sein und knapp über der Min­dest­gren­ze von 0,2 Mo­nats­aus­ga­ben lie­gen. „Jetzt zu sen­ken, ob­wohl man ge­nau weiß, dass der Bei­trag bald mas­siv er­höht wer­den muss – das ist kaum ver­mit­tel­bar“, klagt Bun­ten­bach. Au­ßer­dem stellt sie die Ober­gren­ze der 1,5 Mo­nats­aus­ga­ben in­fra­ge: „Wie in an­de­ren Be­rei­chen ist sie auch hier nicht sinn­voll. Da­für sind die Her­aus­for­de­run­gen, die beim The­ma Ren­te vor uns lie­gen, zu groß.“Kom­men­tar „Stroh­feu­er“

„Wir wur­den schon mehr­fach Op­fer der Sta­tis­tik.“Alex­an­der Gun­kel

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