Leserstimmen

Heilbronner Stimme Stadtausgabe - Heilbronner Stimme – Landkreis Ost (O / Ost-Ausgabe) - - MEINUNGEN -

Viel­falt ver­tei­digt

Zu US-Prä­si­dent Trump und zum Kom­men­tar „Scha­dens­be­gren­zung ge­fragt“von Tho­mas Spang, 9.11. Tho­mas Spang be­schreibt aus­führ­lich, wie Trump durch sei­ne „Ame­ri­ca first“- Po­li­tik die USA ge­spal­ten und die Welt un­si­che­rer ge­macht hat. Er be­zeich­net Trump als den „Chau­vi­nis­ten im Wei­ßen Haus“, der mit der Ab­riss­bir­ne dar­an geht, die mul­ti­la­te­ra­le Wel­t­ord­nung zu zer­stö­ren, die Ame­ri­ka nach dem Zwei­ten Welt­krieg ge­schaf­fen hat. Doch die Ame­ri­ka­ner ver­tei­di­gen ih­re di­ver­se und viel­fäl­ti­ge Ge­sell­schaft. Bei den Wah­len am 7.11. wur­de in Char­lot­te, North Ca­ro­li­na, erst­mals ei­ne afro-ame­ri­ka­ni­sche Frau Bür­ger- meis­te­rin. In Ho­bo­ken, New Jer­sey, wur­de ein Sikh neu­es Stadt­ober­haupt. Ei­ne Trans­gen­der-Frau kommt in das Un­ter­haus von Vir­gi­nia, und der bis­he­ri­ge re­pu­bli­ka­ni­sche Gou­ver­neur wur­de ab­ge­wählt. Nach Trumps Aus­stieg aus dem Pa­ri­ser Kli­ma­ab­kom­men kämp­fen meh­re­re Bun­des­staa­ten vor al­lem Ka­li­for­ni­en - und auch Groß­städ­te für den Kli­ma­schutz. In ei­nem Jahr sind wich­ti­ge Zwi­schen­wah­len. Doch Trump müs­sen die USA und die Welt noch min­des­tens drei wei­te­re Jah­re er­tra­gen. Hans Mül­ler, Heil­bronn

Ver­ant­wor­tungs­los

Zur De­bat­te um Steu­er­flucht und die Pa­ra­di­se Pa­pers. Lux-Leaks, Off­s­hore- und Brief­kas­ten­fir­men, Pa­na­ma Pa­pers und jetzt auch noch Pa­ra­di­se Pa­pers: Mil­li­ar­dä­re, Su­per­rei­che so­wie Kon­zer­ne – vor al­lem ame­ri­ka­ni­sche wie Ama­zon und Ni­ke – aber auch die Na­men von 140 su­per­rei­chen Deut­schen fin­den sich dar­auf. Sie ver­ste­cken ihr Geld und „ver­mei­den“da­durch drin­gend be­nö­tig­te Steu­ern. Der Renn­fah­rer Le­wis Ha­mil­ton tut es wie auch die bri­ti­sche Queen, de­ren „ver­mie­de­ne“Steu­ern in ei­ner Fir­ma in­ves­tiert sind, die die Ärms­ten der Ar­men mit Wu­cher­zin­sen aus­beu­tet. Al­lein Deutsch­land ent­ge­hen 17 Mil­li­ar­den Eu­ro pro Jahr. Steu­er­oa­sen be­feu­ern zu­dem die Un­gleich­heit in der Welt. Su­per­rei­che ver­ste­cken so viel Geld wie 96 Staa­ten auf der Welt zu­sam­men er­wirt­schaf­ten. Die­se Su­per­rei­chen pro­fi­tie­ren aber von den Bil­dungs- und Ge­sund­heits­ein­rich­tun­gen so­wie der In­fra­struk­tur, die – vom Nor­mal­bür­ger be­zahlt – ih­nen ih­ren Reich­tum erst er­mög­licht ha­ben. Frei­lich wei­gern sie sich, ihr Scherf­lein da­zu bei­zu­tra­gen. Die „Ul­tra­high-net-worth in­di­vi­du­als“mit ei­nem Ver­mö­gen von mehr als 50 Mil­lio­nen Dol­lar be­sit­zen ca. 5,7% des Ver­mö­gens hier­zu­lan­de, das meis­te da­von in Steu­er­oa­sen an­ge­legt. Und was tut die Po­li­tik? Sie schaut mehr oder we­ni­ger ta­ten­los zu oder ist sie so­gar völ­lig hilf­los, weil schon längst die Su­per­rei­chen und die Kon­zer­ne be­stim­men, wo es lang geht?

Ro­land Ma­der, Heil­bronn

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