FDP ver­wei­gert Si­cher­heits­pa­ket die Zu­stim­mung

Li­be­ra­le po­chen auf Än­de­rungs­wün­sche – SPD will Ge­setz mit­tra­gen – Ver­wir­rung um Aus­bil­dungs­stand­or­te der Po­li­zei

Heilbronner Stimme Stadtausgabe - Heilbronner Stimme – Landkreis Ost (O / Ost-Ausgabe) - - BADEN-WÜR TTEMBERG - Von un­se­ren Kor­re­spon­den­ten Ul­ri­ke Bäu­er­lein und Pe­ter Rein­hardt

Bei der Ver­ab­schie­dung des An­ti-Ter­ror-Pa­kets im Land­tag gibt es über­ra­schen­de neue Bünd­nis­se auf Zeit. Die FDP-Frak­ti­on wird dem Si­cher­heits­pa­ket heu­te doch nicht zu­stim­men. Da­ge­gen hat ges­tern über­ra­schend die SPD-Op­po­si­ti­on be­schlos­sen, die zu­sätz­li­chen Kom­pe­ten­zen für die Po­li­zei bei der Über­wa­chung von mo­bi­len Kom­mu­ni­ka­ti­ons­ge­rä­ten mit­zu­tra­gen. Der­weil gibt es wei­ter Ver­wir­rung um zu­sätz­li­che Stand­or­te für die Aus­bil­dung von Po­li­zis­ten.

„Trotz Än­de­run­gen durch GrünSchwarz ge­nü­gen ein­zel­ne Re­ge­lun­gen nicht den ver­fas­sungs­recht­li­chen An­for­de­run­gen an den Ein­griff in die Bür­ger­rech­te“, be­grün­de­te FDP-Frak­ti­ons­chef Hans-Ul­rich Rül­ke das Nein. CDU-In­nen­mi­nis­ter Tho­mas Strobl ha­be sub­stan­zi­el­le Än­de­run­gen an den Ge­set­zen stets ab­ge­lehnt, ob­wohl die­se nach An­sicht von Ex­per­ten die ver­fas­sungs­recht­li­chen Gren­zen über­schrit­ten hät­ten. Vor al­lem feh­le ein aus­drück­li­ches Ver­bot der On­li­ne­durch­su­chung. Ex­per­ten hat­ten mo­niert, beim Aus­spä­hen von Nach­rich­ten­diens­ten wie Whatsapp be­ste­he die Ge­fahr, dass tech­nisch be­dingt mit dem Tro­ja­ner die gan­ze Fest­plat­te durch­sucht wer­den kön­ne.

Si­gnal Rül­ke kün­dig­te an, sei­ne Frak­ti­on wer­de heu­te noch ein­mal Än­der ungs­wün­sche ein­brin­gen. Bei de­ren Ab­leh­nung wür­den die Li­be­ra­len ge­gen das Ge­setz stim­men. Rül­ke: „Für kos­me­ti­sche Än­de­run­gen ste­hen wir nicht zur Ver­fü­gung.“Strobl hat­te ge­hofft, mit ei­ner Zu­stim­mung der FDP zur grün­schwar­zen Re­form des Po­li­zei­ge­set­zes ein Si­gnal für die Ja­mai­ka-Son­die­run­gen in Ber­lin zu sen­den.

Um­ge­kehrt hat die SPD-Frak­ti­on ges­tern be­schlos­sen, dem Ge­set­zes­pa­ket zu­zu­stim­men. Es ge­be ei­ne gro­ße Über­ein­stim­mung zwi­schen den von der grün-schwar­zen Ko­ali­ti­on vor­ge­nom­me­nen Kor­rek­tu­ren und den ei­ge­nen For­de­run­gen. Ei­ne Spre­che­rin er­klär­te auf An­fra­ge: „Des­halb wer­den wir vor­aus­sicht­lich zu­stim­men.“Bei den Be­ra­tun­gen zu­vor hat­te Si­cher­heits­ex­per­te Sa­scha Bin­der Stro­bls Plä­ne noch ve­he­ment kri­ti­sier t.

Zu­sätz­li­che Ver­wir­rung kam ges­tern in die Hän­ge­par­tie um neue Stand­or­te für die Aus- und Fort­bil­dung der Po­li­zei. Aus­lö­ser war der SWR mit der Mel­dung, die Ent­schei­dung sei zu­guns­ten von Meß­stet­ten als Aus­bil­dungs­stand­ort für bis zu 800 Po­li­zei­an­wär­ter so­wie für Wert­heim als neue Au­ßen­stel­le der Po­li­zei­hoch­schu­le Vil­lin­gen-Schwen­nin­gen mit Aus­bil­dungs­plät­zen für bis zu 400 an­ge­hen­de Kom­mis­sa­re im ge­ho­be­nen Dienst ab 2019 ge­fal­len. Aus dem In­nen­mi­nis­te­ri­um kam da­zu ein kla­res De­men­ti. „Das ist nicht zu­tref­fend“, so ein Spre­cher. CDU-Land­tags­frak­ti­ons­chef Wolf­gang Rein­har t be­stä­tig­te nur, dass in Wert­heim künf­tig wie­der Po­li­zis­ten aus­ge­bil­det wür­den.

Fo­to: dpa

In Meß­stet­ten soll ein neu­er Aus­bil­dungs­stand­ort für Po­li­zei­an­wär­ter ent­ste­hen, mel­de­te der SWR. Laut In­nen­mi­nis­te­ri­um steht die Ent­schei­dung noch aus.

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