Vol­les Haus bei Fo­rum zur Bür­ger­meis­ter­wahl

Mehr als 1150 Zu­hö­rer beim Wahl­fo­rum vor der Bür­ger­meis­ter­wahl

Heilbronner Stimme Stadtausgabe - Heilbronner Stimme – Landkreis Ost (O / Ost-Ausgabe) - - VORDERSEITE - Von un­se­rem Re­dak­teur Stef­fan Mau­rhoff

Un­ter­grup­pen­bach Mehr als 1150 Men­schen ver­folg­ten ges­tern Abend die Dis­kus­si­on mit Kan­di­da­ten für den Chef­ses­sel im Un­ter­grup­pen­ba­cher Rat­haus. Den Fra­gen der Stim­me-Re­dak­teu­re An­ge­la Groß und Chris­ti­an Gleich­auf stell­ten sich: (v.l.) To­bi­as Greu­lich, Stef­fen He­ber, Jo­chen Schu­kraft, Andre­as Vier­ling und Mar­cel Mey­er. Am Sonn­tag sind rund 6700 Bür­ger zur Stimm­ab­ga­be auf­ge­ru­fen.

Kurz vor Be­ginn muss­te die Feu­er­wehr aus Si­cher­heits­grün­den wei­te­ren Zu­hö­rern den Zu­tritt zur Stet­ten­fels­hal­le un­ter­sa­gen. Die 1150 be­reit­ge­stell­ten Stüh­le reich­ten nicht aus, die Men­schen ver­folg­ten teil­wei­se vom Foy­er aus das Ge­sche­hen: So groß war das In­ter­es­se am Wahl­fo­rum der Heil­bron­ner Stim­me vor der Bür­ger­meis­ter­wahl in Un­ter­grup­pen­bach. Den Fra­gen von Chris­ti­an Gleich­auf, stell­ver­tre­ten­der Lei­ter der Land­kreis-Re­dak­ti­on, und Land­kreisRe­dak­teu­rin An­ge­la Groß stell­ten sich als Kan­di­da­ten mit ernst­haf­ten Ab­sich­ten To­bi­as Greu­lich (27) aus Östrin­gen, Stef­fen He­ber (40) aus Ils­feld, Mar­cel Mey­er (42) aus Un­ter­grup­pen­bach, Jo­chen Schu­kraft (51) aus Un­ter­grup­pen­bach und Andre­as Vier­ling (28) aus Neckarsulm. Nicht aufs Po­di­um ge­la­den wa­ren die Dau­er­be­wer­be­rin Fried­hild An­ni Mil­ler und An­to­nio Ni­co­la Fel­li­ni von der Sa­ti­re­par­tei „Die Par­tei“.

Die Ge­mein­de hat­te auf ei­ne ei­ge­ne öf­fent­li­che Kan­di­da­ten­vor­stel­lung ver­zich­tet. Im Ver­gleich wa­ren die Be­wer­ber nur bei ei­ner Ver­an­stal­tung des Stadt- und Kreis­ju­gend­rings zu er­le­ben. Beim Stim­meWahl­fo­rum war es des­halb span­nend, wie sie sich in ei­ner ers­ten Run­de bei Fra­gen zu ih­rer Per­son schla­gen wür­den.

Kann Stef­fen He­ber, Di­plom-Ver­wal­tungs­wirt und bei der Ge­mein­de Ils­feld Fach­be­reichs­lei­ter Wirt­schaft und Fi­nan­zen, mit Men­schen ge­nau­so gut um­ge­hen, wie mit Zah­len? „Auf je­den Fall“, sag­te der 40Jäh­ri­ge und ver­wies auf sei­ne Füh­rungs­auf­ga­be als Kom­man­dant bei der Frei­wil­li­gen Feu­er­wehr in Ils­feld mit 173 Mit­glie­dern. Als mo­der­ner Bür­ger­meis­ter wol­le er zu­hö­ren und Zeit für die Bür­ger ein­pla­nen in Form von Sprech­stun­den in al­len Teil­or­ten. Der Kan­di­dat ver­sprach, die Am­pel­schal­tung am über­las­te­ten Au­to­bahn­zu­brin­ger mit den zu­stän­di­gen Fach­leu­ten zu Stoß­zei­ten vor Ort zu be­spre­chen und ge­mein­sam nach Lö­sun­gen zu su­chen.

Mar­cel Mey­er, Un­ter­neh­mer aus Un­ter­grup­pen­bach, nann­te sei­nen Heim­vor­teil Fluch und Se­gen zu­gleich: Ei­ner­seits sei er im Ort be­kannt, an­de­rer­seits sei es die Her­aus­for­de­rung, die Bür­ger zu über­zeu­gen, dass er auch ei­ne Ver­wal­tung füh­ren kön­ne. Die Schwie­rig­keit, feh­len­des Ver­wal­tungs­wis­sen aus­zu­glei­chen, schätz­te Mey­er auf ei­ner Ska­la von eins bis zehn klar ein: „Sie­ben.“Bür­ger­be­tei­li­gung ist für den Ge­mein­de­rat der Un­ab­hän­gi­gen Wäh­ler­ge­mein­schaft das A und O. War­um? Es ge­be ei­ni­ge Bei­spie­le aus der Ver­gan­gen­heit, bei de­nen sich die Bür­ger nicht mit­ge­nom­men ge­fühlt hät­ten.

Un­ter­grup­pen­bach ist für Andre­as Vier­ling als Haupt­amts­lei­ter in Gun­dels­heim nicht we­ni­ger als ei­ne Traum­ge­mein­de. Als kom­mu­nal­po­li­tisch in­ter­es­sier­ter Mensch ha­be sich der 28-Jäh­ri­ge die Ge­mein­de in­ten­siv an­ge­schaut. „Ich wuss­te so­fort: Das ist es.“Auch wenn Vier­ling ein für die Men­schen greif­ba­rer Bür­ger­meis­ter sein will, ver­sprach er nicht, per­ma­nent te­le­fo­nisch er­reich­bar zu sein. Sein Re­zept als mög­li­cher Ver­wal­tungs­chef: of­fe­ne Tü­ren, das Ge­spräch zu su­chen, bei Ver­an­stal­tun­gen prä­sent zu sein.

To­bi­as Greu­lich emp­fahl sich als Bür­ger­meis­ter mit Er­fah­rung aus Ver­wal­tung und Wirt­schaft. Sei­nen spä­ten Start in den Wahl­kampf er­klär­te der der­zeit in der Wirt­schaft tä­ti­ge Ver­wal­tungs­wirt da­mit, dass er den Ort im No­vem­ber und De­zem­ber ken­nen­ler­nen und mit den Men­schen ins Ge­spräch kom­men woll­te – „als neu­tra­le Per­son“.

Al­le Kan­di­da­ten auf dem Po­di­um ver­nein­ten, von be­stimm­ten Grup­pie­run­gen in der Ge­mein­de un­ter­stützt zu wer­den. To­bi­as Greu­lich ist sei­ner Hei­mat­kom­mu­ne Östrin­gen er zwar CDU-Stadt­rat, bot aber in Un­ter­grup­pen­bach die Zu­sam­men­ar­beit mit al­len Par­tei­en an: „Ich fin­de auf kom­mu­nal­po­li­ti­scher Ebe­ne Par­tei­ge­ha­be über­trie­ben.“

Als ein­zi­ger Kan­di­dat hat­te Jo­chen Schu­kraft, Selbst­stän­di­ger aus Un­ter­grup­pen­bach, so gut wie kei­nen Ter­min im Wahl­kampf an­ge­bo­ten – ob­wohl er Bür­ger­nä­he for­dert. Sei­ne Er­klä­rung: „Weil ich als Selbst­stän­di­ger um mein Ein­kom­men kämp­fen muss.“Gleich­wohl stre­be er das Amt nicht an, um Geld zu ver­die­nen. Schu­kraft hat­te be­reits Pe­ti­tio­nen und Flug­blät­ter ge­schrie­ben und sich ge­gen die Amts­füh­rung von Bür­ger­meis­ter Joa­chim Wel­ler ge­wandt. Wie er re­agie­ren wür­de, wenn je­mand an sei­nem Haus ein Pla­kat mit dem Spruch: „Herr Bür­ger­meis­ter Schu­kraft, schä­men Sie sich“auf­hän­gen wür­de? „Ich wür­de das Ge­spräch su­chen mit dem Bür­ger.“Das hät­ten in sei­nem Fall we­der der Bür­ger­meis­ter noch Ge­mein­de­rä­te ge­tan.

IN­FO Wei­te­re Be­richt­er­stat­tung Ei­ne Son­der­sei­te zum Wahl­fo­rum fin­den Sie mor­gen in der Heil­bron­ner Stim­me.

Foto: Chris­tia­na Kunz/Sei­te

Fo­tos: Chris­tia­na Kunz

Sämt­li­che Stüh­le in der Stet­ten­fels­hal­le wa­ren be­setzt. Hier zei­gen ei­ni­ge Un­ter­grup­pen­ba­cher, dass sie sich be­reits für ei­nen Kan­di­da­ten ent­schie­den ha­ben.

Grup­pen­bild vor dem Stim­me-Fo­rum: (von links) To­bi­as Greu­lich, Stef­fen He­ber, Jo­chen Schu­kraft, Andre­as Vier­ling und Mar­cel Mey­er.

Vor der Bür­ger­meis­ter­wahl

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