Stroh­feu­er

Heilbronner Stimme Stadtausgabe - Heilbronner Stimme – Landkreis West (W / West-Ausgabe) - - VORDERSEITE - Von Sa­scha Spren­ger

Ei­ne Er­hö­hung weit über der In­fla­ti­ons­ra­te, da­zu so­gar ein sin­ken­der Bei­trags­satz. Al­les in Ord­nung al­so bei der Ren­te? Nein, das ge­naue Ge­gen­teil ist der Fall. Was ge­ra­de pas­siert, ist ein Stroh­feu­er, von dem man sich nicht blen­den las­sen darf – be­feu­ert durch die gu­te Kon­junk­tur. Aber auch die wird nicht ver­hin­dern, was nach 2020 suk­zes­si­ve pas­sie­ren wird, wenn die Ba­by­boo­mer in Ren­te ge­hen: Im­mer we­ni­ger Ar­beit­neh­mer müs­sen für im­mer mehr Rent­ner auf­kom­men. Die Ent­wick­lung ist prin­zi­pi­ell nicht auf­zu­hal­ten, aber sie kann ab­ge­fe­dert wer­den.

Das funk­tio­niert je­doch nicht, wenn man die Ren­ten­kas­se oh­ne Not über Ge­bühr be­las­tet, so wie das in der Ver­gan­gen­heit zu oft pas­siert ist. Die Müt­ter­ren­te et­wa hät­te aus Steu­er­mit­teln fi­nan­ziert wer­den müs­sen. Auch die Be­gren­zung der Rück­la­ge der Ren­ten­ver­si­che­rung soll­te zu­min­dest für ei­nen ge­wis­sen Zei­t­raum aus­ge­setzt wer­den. An dem al­ten Prin­zip „Spa­re in der Zeit, dann hast du in der Not“ist auch heu­te noch viel Wah­res dran.

Die nächs­te Re­gie­rung ist nicht zu be­nei­den. Sie muss ei­ner­seits da­für sor­gen, dass je­der im Al­ter ein men­schen­wür­di­ges Aus­kom­men hat, aber an­de­rer­seits ver­hin­dern, dass die Bei­trä­ge ins Ufer­lo­se stei­gen. Das be­deu­tet auch, dass sich im Be­reich Ren­te im Grun­de al­le Wahl­ge­schen­ke ver­bie­ten. Das ist nicht po­pu­lär, muss aber sein. Sonst wird die­ses The­ma je­den frü­her oder spä­ter ein­ho­len.

Die gu­te La­ge der Ren­ten­kas­se ist nur ei­ne Mo­ment­auf­nah­me. Wahl­ge­schen­ke ver­bie­ten sich.

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