„Lan­des­schau“-Mo­de­ra­tor Jür­gen Hö­rig gibt am Frei­tag in Heil­bronn ein Be­ne­fiz­kon­zert.

„Lan­des­schau“-Mo­de­ra­tor Jür­gen Hö­rig singt mor­gen im Kaf­fee­haus Ha­gen

Heilbronner Stimme Stadtausgabe - Heilbronner Stimme – Landkreis West (W / West-Ausgabe) - - VORDERSEITE - Von un­se­rem Re­dak­teur Andre­as Som­mer

Dass Schau­spie­ler ei­nen Aus­gleich in der Mu­sik su­chen, ist ein schon län­ger zu be­ob­ach­ten­des Phä­no­men. Uwe Och­senk­necht et­wa oder Kat­ja Rie­mann sind mit ih­ren Bands eben­so un­ter­wegs wie die „Tat­ort“-Er­mitt­ler Mi­ros­lav Ne­mec (Mün­chen), das Müns­te­ra­ner Ko­mö­di­an­ten­duo Jan Josef Lie­fers und Axel Prahl bis hin zur Ber­li­ner Kom­mis­sa­rin Me­ret Be­cker. TV-Arzt Tho­mas Rüh­mann, jüngst mit sei­nem Six­to-Ro­d­ri­gue­zPro­gramm im Ko­mö­di­en­haus zu Gast, ge­hört eben­so zur sin­gen­den Mi­men­zunft wie Ul­rich Tu­kur, Ro­bert Stad­lober oder No­ra Tschirner.

Auch auf die Mo­de­ra­to­ren griff das Mu­sik­vi­rus be­reits über, sie­he Rein­hold Beck­mann. Jetzt ist auch Jür­gen Hö­rig in­fi­ziert, Front­mann der SWR-„Lan­des­schau“, der mit sei­nem Pro­gramm „U.M.O.N.“die­sen Frei­tag um 20 Uhr im Heil­bron­ner Kaf­fee­haus Ha­gen gas­tiert. Der Rein­erlös des Be­ne­fiz­kon­zert geht zu 100 Pro­zent an die Kin­der­krebs­nach­sor­ge Tann­heim. Wei­n­achts­ge­schenk 2016 hat der 52-jäh­ri­ge Hö­rig sein ers­tes Al­bum „Out­co­mes“ver­öf­fent­licht mit zwölf Songs über das Le­ben, die Lie­be, Glück, das Ver­mis­sen und die krum­men We­ge des Schick­sals. Zu­sam­men mit sei­nem Key­boar­der Rai­ner Sorg und ei­nem Sa­xo­fo­nis­ten in­ter­pre­tiert er die Songs auf der Büh­ne. Wie kommt Jür­gen Hö­rig zur Mu­sik? Ei­ne Flucht vor der Nach­rich­ten­se­rio­si­ät? „Es gibt Fo­tos von mir, wie ich mit ei­nem Eier­be­cher als Mi­kro vor dem Mund Schla­ger sin­ge“, er­zählt der Mo­de­ra­tor. Aber der My­thos des Jun­gen, der schon von klein­auf Sän­ger wer­den woll­te, hat sich bei ihm nicht be­stä­tigt. „Ich hat- te nie ei­ne Band und ha­be nur im Au­to oder un­ter der Du­sche ge­sun­gen.“Aber Jür­gen Hö­rig ist ei­ner, der Mu­sik mag und ihr ger­ne auf den Grund geht, was die Bio­gra­fi­en der Künst­ler und ih­re Tex­te an­geht.

Vor drei Jah­ren kommt ihm dann die Idee: „Ich woll­te mei­ner Frau zu Weih­nach­ten ei­ne CD mit zwei oder drei selbst ein­ge­sun­ge­nen Lieb­lings­lie­dern schen­ken. Mu­sik­pro­du­zent Con­ny Kon­rad, den er im Studio zu Gast ge­habt hat­te, or­ga­ni­siert das Vor­ha­ben. Hö­rig be­kommt Lust auf mehr Mu­sik, nimmt Ge­s­angs­un­ter­richt in der Pop Mu­sic School in Fell­bach un­ter an­de­rem bei Ralf Schee­pers, Sän­ger der Hea­vy-Me­tal-Band Pri­mal Fe­ar, und schreibt Tex­te, die Kon­rad ver­tont. „Brand New Song“heißt das ers­te Lied, und bald ist die CD fer­tig. Bei der Re­lease-Par­ty singt er erst­mals li­ve. Und fin­det Ge­fal­len dar­an.

Kind der 80er Im Kaf­fee­haus Ha­gen gibt er erst sein fünf­tes Kon­zert. Ne­ben sei­nem ei­ge­nen Ma­te­ri­al in­ter­pre­tiert er auch Co­ver­songs, wo­bei er dem Pu­bli­kum in Deutsch er­klärt, wor­um es in den eng­lisch­spra­chi­gen Lie­dern geht. Klingt die CD sehr nach Pop mit ge­le­gent­li­chen Strei­che­r­ein­la­gen, soll der Sound li­ve, so Hö­rig, „me­lan­cho­li­scher“rü­ber­kom­men.

„Auf der Büh­ne bin ich mehr ich als im Studio“, sagt Hö­rig. „Da ma- che ich mein Ding, jen­seits von For­ma­ten und Vor­ga­ben.“„U.M.O.N.“steht für „Un­der My Own Na­me“und spielt dar­auf an, dass man auf der Büh­ne den Hö­rig, den man kennt, und sei­ne an­de­re Sei­te trifft. Hat der TV-Pro­fi Lam­pen­fie­ber? Im Studio ei­gent­lich nicht mehr, sagt er, vor dem Kon­zert schon: „Ner­vo­si­tät, aber im Sin­ne von Vor­freu­de.“Als „Kind der 80er Jah­re“mag er Sting, und so klingt sein Al­bum auch nach ei­nem 80er-Pot­pour­ri mit An­klän­gen an die Pet Shop Boys, Fools Gar­den oder De­pe­che Mo­de.

IN­FO Be­ne­fiz­kon­zert Jür­gen Hö­rig Frei­tag, 20 Uhr, Kaf­fee­haus Ha­gen, Heil­bronn, Chris­toph­stra­ße.

Fo­tro: pri­vat

Mu­si­ka­lisch ein Kind der 80er Jah­re: der sin­gen­de „Lan­des­schau“-Mo­de­ra­tor Jür­gen Hö­rig.

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