CSU kämpft um rech­te Wäh­ler

Schlag­ab­tausch beim po­li­ti­schen Ascher­mitt­woch – Andrea Nah­les wirbt um Zu­sam­men­halt in der SPD

Heilbronner Stimme Stadtausgabe - Heilbronner Stimme – Landkreis West (W / West-Ausgabe) - - VORDERSEITE -

Ein Be­kennt­nis zu Hei­mat und deut­scher Leit­kul­tur, ei­ne Begrenzung der Mi­gra­ti­on, da­zu die For­de­rung nach christ­li­chen Kreu­zen in al­len öf­fent­li­chen Ge­bäu­den Bay­erns: Die CSU hat beim po­li­ti­schen Ascher­mitt­woch ei­nen kon­ser va­ti­ve­ren Kurs an­ge­kün­digt und will da­mit bei der Land­tags­wahl im Herbst der AfD Wäh­ler ab­spens­tig ma­chen. „Wir sind für die bür­ger­li­che Mit­te da. Aber wir wol­len auch die de­mo­kra­ti­sche Rech­te wie­der bei uns ver­ei­nen“, sag­te der de­si­gnier­te baye­ri­sche Mi­nis­ter­prä­si­dent Mar­kus Sö­der ges­tern in Pas­sau. Sö­der be­kann­te sich in sei­ner Re­de zur Re­li­gi­ons­frei­heit, be­ton­te aber auch: „Wer glaubt, dass der Is­lam oder so­gar die Scha­ria zu un­se­rem Land ge­hört, da kann ich nur sa­gen: Die­se ha­ben kul­tur­ge­schicht­lich nichts mit Bay­ern zu tun, lie­be Freun­de.“Je­der, der hier­zu­lan­de le­ben wol­le, „muss sich am En­de un­se­ren Wer­ten, Sit­ten und Ge­bräu­chen an­pas­sen – und nicht um­ge­kehrt“. Der CSU-Po­li­ti­ker wand­te sich in­di­rekt ge­gen Kanz­le­rin An­ge­la Mer­kel (CDU) und kri­ti­sier­te ei­nen ein­schlä­fern­den Po­li­tik- und Wahl­kampf­stil. Ein Feh­ler sei es ge­we­sen, nicht auf den frü­he­ren baye­ri­schen Mi­nis­ter­prä­si­den­ten Franz Jo­sef Strauß ge­hört zu ha­ben. Sein Satz, dass es rechts von der Uni­on kei­ne de­mo­kra­tisch le­gi­ti­mier­te Par­tei ge­ben dür­fe, sei nicht aus der Mot­ten­kis­te. „Das heißt nicht Rechts­ruck, das heißt ein­fach nur Rück­kehr zur al­ten Glaub­wür­dig­keit“, sag­te Sö­der. „Und da­her wol­len wir die Luft­ho­heit über die Stamm­ti­sche wie­der ha­ben“, rief Sö­der aus. „Die AfD ist eben kei­ne Er­satz-Uni­on. Sie ist nicht bür­ger­lich.“Fi­nanz­staats­se­kre­tär Jens Spahn (CDU) rief die Uni­on eben­falls da­zu auf, „die AfD über­flüs­sig zu ma­chen“. In Fell­bach sag­te er, da­für müs­se die Uni­on die gro­ße Volks­par­tei blei­ben und da­für sor­gen, dass es rechts von ihr kei­ne par­la­men­ta­ri­sche Kraft ge­be. CDU-Che­fin An­ge­la Mer­kel ist par­tei­in­ter­ner Kri­tik we­gen zu vie­ler Zu­ge­ständ­nis­se für ei­ne neue Ko­ali­ti­on ent­schie­den ent­ge­gen­ge­tre­ten. Die Men­schen woll­ten jetzt ei­ne sta­bi­le Re­gie­rung und „dass wir uns nicht per­ma­nent mit uns selbst be­schäf­ti­gen“, sag­te die Kanz­le­rin beim po­li­ti­schen Ascher­mitt­woch der CDU in Demmin in Meck­len­burg-Vor­pom­mern. Der Ver­zicht auf neue Schul­den sei ein Mar­ken­zei­chen der CDU und wer­de dies auch blei­ben. In der Par­tei gibt es Un­mut, weil das bis­her CDU-ge­führ­te Mi­nis­te­ri­um für Fi­nan­zen an die SPD ge­hen soll. Der­weil hat Andrea Nah­les (SPD) kräf­ti­ge Sei­ten­hie­be auf An­ge­la Mer­kel ver­teilt. Die „Göt­tin­nen­däm­me­rung“ha­be be­gon­nen, sag­te die SPD-Bun­des­tags­frak­ti­ons­che­fin bei ei­ner Ver­an­stal­tung im nord­rhein-west­fä­li­schen Schwer­te. Mer­kel sei in ih­rer ei­ge­nen Par­tei „an­ge­zählt“. Wenn die SPD ih­re Er­neue­rung schaf­fe, ha­be sie wie­der die Na­se vor­ne. Nah­les warb nach den hef­ti­gen par­tei­in­ter­nen Que­re­len der ver­gan­ge­nen Ta­ge um Zu­sam­men­halt in der SPD für ei­ne Er­neue­rung. „Ich kann das nicht al­lei­ne schaf­fen, wir müs­sen uns un­ter­ha­ken.“dpa/pre

„Der Is­lam und die Scha­ria ha­ben kul­tur­ge­schicht­lich nichts mit Bay­ern zu tun.“ Mar­kus Sö­der „Die AfD ist eben kei­ne Er­satz-Uni­on. Sie ist nicht bür­ger­lich.“ Mar­kus Sö­der

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