Bau­stel­len

Heilbronner Stimme Stadtausgabe - Heilbronner Stimme – Landkreis West (W / West-Ausgabe) - - MEINUNGEN - Von Det­lef Dre­wes

Die In­fra­struk­tur-Plä­ne der Nato sind rich­tig, aber in der Pra­xis nicht um­setz­bar. Seit dem Zu­sam­men­bruch des Ei­ser­nen Vor­hangs war nicht nur Abrüs­tung das Ge­bot der St­un­de, auch die In­ves­ti­tio­nen in die mi­li­tä­ri­sche In­fra­struk­tur wur­den so zu­rück­ge­fah­ren, dass die Trup­pe heu­te zwar mit Hoch­ge­schwin­dig­keits­zü­gen bin­nen St­un­den durch Eu­ro­pa fah­ren könn­te – die Pan­zer aber müss­ten ste­hen­blei­ben. Nun soll es das neue Lo­gis­tik- und Trans­port-Kom­man­do rich­ten. Das klingt gut. Ob das funk­tio­nie­ren kann, weiß bis­her nie­mand. Denn wie die oh­ne­hin über­schul­de­ten deut­schen Kom­mu­nen mehr Gel­der für bes­se­re Brü­cken, be­last­ba­re Stra­ßen und Schie­nen auf­brin­gen sol­len, ist nicht er­kenn­bar. Ganz zu schwei­gen von der Fra­ge, wie die Kom­pe­ten­zen künf­tig ge­ord­net sein wer­den. Darf ein Nato-Kom­man­deur dem Ver­kehrs­mi­nis­te­ri­um oder dem ört­li­chen Bau­amt vor­schrei­ben, wie die ih­re Au­to­bah­nen und Über­gän­ge zu ge­stal­ten ha­ben? Der Nato-Be­schluss ist rich­tig, aber in der Pra­xis noch weit­ge­hend un­brauch­bar. Na­tür­lich sucht die Nato nach Mög­lich­kei­ten, um Si­gna­le der Stär­ke Rich­tung Moskau zu sen­den. Den­noch war in Brüs­sel deut­lich zu spü­ren, dass die Eu­ro­pä­er sich ge­ra­de deut­lich lie­ber und mehr für die mi­li­tä­ri­sche Pes­co-Zu­sam­men­ar­beit un­ter dem Dach der EU er­wär­men kön­nen. Das ist kein Ab­wen­den von der Nato. Die­se Hal­tung hat viel mit dem Auf­tre­ten der USA zu tun, de­ren Dis­tanz zu Eu­ro­pa für wach­sen­den Un­mut sorgt.

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